German Bogner 1938 – 1987
German Bogner wurde am 22. Mai 1938 in Mainburg geboren. Von 1952 bis 1955 absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei der Firma Teppichhaus Fürstenhof in München. Seine erste Anstellung fand er bei der damals renommierten Firma Otto Bieger in Frankfurt am Main, wo er von 1956 bis 1960 tätig war. Bogner, der Teppiche liebte und schon damals begann, eine eigene Sammlung aufzubauen, hatte sich in der Frankfurter Zeit in Fachkreisen einen Namen gemacht. Die Firma Bernheimer, damals eine der führenden Antiquitätenhandlungen Europas, war auf ihn aufmerksam geworden und holte ihn 1960 nach München. Dort arbeitete er bis zu seinem Tode 1987 zuerst als Verkäufer, dann als Leiter der Teppichabteilung, Einkäufer und Prokurist. Bei Bernheimer fand er eine große Sammlung historischer Teppiche vor, deren Anfänge bis in die Zeit der Firmengründung durch Lehmann Bernheimer in den 1870er Jahren zurückreichten und die stetig ausgebaut worden war. Diese einzigartige Studiensammlung, veröffentlicht in einer 1959 erschienenen Monographie, wies Bogner den Weg zu den historischen Teppichen. Sein Talent und seine schnell wachsenden Kenntnisse führen dazu, daß er bereits mit unter dreißig Jahren eine Autorität auf seinem Gebiet war und zum Leiter der Teppichabteilung ernannt wurde. 1979 wurde er von der Münchener Industrie- und Handelskammer als Sachverständiger vereidigt, außerdem war er Präsident des Jurorenkomitees der Münchener Antiquitätenmesse.
Auf Bogners Veranlassung fanden bei Bernheimer thematische Ausstellungen statt, über turkmenische und chinesische Teppiche, auch über Belutsch-Arbeiten. Die beiden Ausstellungen „Osmanische Kunst“ im Jahre 1983 und „Kunst und Kunsthandwerk der Seidenstraße „ im Jahre 1985 wurden international beachtet. In den letzten Lebensjahren war Bogner von einem schweren Krebsleiden gezeichnet, dem er am 6. April 1987 erlag.
Hinweis: Die Losnummern 32 bis 97 aus der Sammlung Bogner finden Sie in unserem Online-Katalog ab Seite 4

