Grosse Frühjahrsauktion, 15. Mai 2004

RIESENERFOLG FÜR PINNER'S TURKMENEN - SAMMLUNG

Die Versteigerung der PINNER-Sammlung turkmenischer Teppiche am 15.Mai 2004 (Auktion 62) war ein furioser Erfolg: Von den 110 Losnummern des Kataloges wechselten 104 den Besitzer, eine Quote von fast 95 %. Die Summe der Zuschläge betrug ca. 620.000 € und lag damit deutlich über den Erwartungen sowohl des Einlieferers als auch des Auktionshauses. Unter den 250 Anwesenden im überfüllten Saal herrschte eine euphorische Bietstimmung, und auch die Telefone standen nicht still. Die große Zahl der Vorgebote aus aller Welt und der lebhafte Besuch der Vorbesichtigung hatten zwar auf einen guten Auktionserfolg hingedeutet, doch mit diesem hervorragenden Resultat hatte wohl niemand gerechnet, am wenigsten der Sammler selbst. Einmal mehr zeigte sich eindrucksvoll die Stabilität des Marktes für hochrangige Sammlerteppiche, insbesondere, wenn diese auch noch eine namhafte Provenienz mitbringen.


Den höchsten Preis erzielte mit einem Zuschlag von 100.000 € (alle hier aufgeführten Zuschläge sind netto, ohne das 20 %ige Aufgeld und die Mehrwertsteuer) der seltene Tekke Asmalyk (# 78) mit Tier-Baum-Muster, den sich ein deutscher Sammler am Telefon sicherte.
Mit 15.000 € wurde der schon 1978 bei Loges veröffentlichte Arabatschi Tschowal (# 51) aufgerufen, ein Unikat, und nach erbittertem Ringen zwischen zwei amerikanischen und drei deutschen Sammlern erst bei 50.000 € zugeschlagen.
Die Saryk Torba mit Kedschebe-Muster (# 69), nach Expertenmeinung das "weltbeste Exemplar dieses Typus'", sicherte sich für 45.000 € ein anderer deutscher Sammler am Telefon.
Der Salor Schmuckbehang (# 68) wanderte für 27.000 € in eine kalifornische Sammlung, und Los 63, das Fragment einer sehr frühen Salor Torba mit Memling-Güls und glitzernden Highlights aus rubinroter Seide, war einem englischen Sammler 28.000 € wert. Die Sorge, daß 22 Tekke Torben - ein Schwerpunkt der Sammlung - in einer einzigen Versteigerung nicht abzusetzen wären, erwies sich als unbegründet: Alle Torben der Tekke wurden verkauft, oft zu deutlichen höheren Preisen als ihre Taxen. Noch gefragter waren die größeren Tschowals der Tekke, unter denen Los 11, ein sehr altes, farblich hochdifferenziertes Exemplar vom Aina-Gül Typus, für 10.000 € von einem deutschen Saalbieter ersteigert wurde, und Los 20, ein Tschowal mit besonders schönem Baum-Elem, für 14.500 € von einem US-Sammler am Telefon. Die beiden gut erhaltenen Tekke-Khalyks blieben etwas hinter den Erwartungen zurück: Los 37 erzielte 6.000 € und Los 65 ging für 9.000 € nach Kalifornien.
Der gestickte Asmalyk (# 1) brachte mit 19.000 € mehr als das Doppelte seiner Taxe und bleibt in Deutschland. Den frühen Tekke Engsi (Los 24) erwarb ein US-Bieter für 25.000 €.

Grosse Frühjahrsauktion
Für den zweiten Teil der Auktion (Katalog 63) waren, angezogen durch die Pinner-Sammlung, einige "Weltklasse"-Turkmenen eingeliefert worden. Die Hoffnungen der Besitzer, in diesem günstigen Umfeld Höchstpreise für ihre Schätze erreichen zu können, erfüllten sich. Diese Stücke wurden aus Gründen der Chancengleichheit im ersten Teil der Auktion als A-Nummern zwischen den PINNER-Losen mitversteigert und gaben der Veranstaltung durch lebhafte Bietgefechte und exzellente Resultate zusätzlichen Schub: Los 74, ein ungewöhnlich gut erhaltener, bisher unbekannter Adler II Hauptteppich, wurde mit 20.000 € aufgerufen und kletterte unaufhaltsamerzielte bis auf 52.000 €: das Doppelte der Taxe.
Ein seltener Tschowal des Arabatschi-Stammes (# 96) wurde für 26.000 € (Taxe 6.800 €) von einem englischen Bieter im Saal übernommen.
Spektakulär war das Ergebnis für den Tekke-Kapunuk (# 111), der nach Meinung führender Sammler sogar das Exemplar im" Victoria and Albert Museum", London, in den Schatten stellt: Aufgerufen mit 6.000 €, wurde er einer amerikanischen Bieterin im Saal gegen starke Konkurrenz aus Deutschland und England schließlich für 32.000 € zugeschlagen. Und das darauf folgende Los 112, eine prachtvolle, ungewöhnlich große Zelttasche aus einer alten Privatsammlung in Leipzig, stieg von 8.000 € sogar auf 48.000 €.

Als nach der Pause um 18.30 Uhr die Auktion 63 begann, hatten alle Anwesenden offenbar Konzentrationsprobleme.
Der teils dramatische Verlauf der PINNER-Auktion überstrahlte zunächst den zweiten Teil des Nachmittags. Nach schleppendem Anlauf konnten für die kaukasischen Dorfteppiche, die einen Großteil der Auktion ausmachten, schließlich gute Resultate erzielt werden, zum Beispiel 32.000 € für den farbenprächtigen Lori Pambak Kazak (# 87) oder 25,000 € für den Pinwheel Kazak (# 101).


Das Titelbild (# 100), ein gelbgrundiger Khan-Teppich der Bachtiaren, wurde für 22.000 € einem deutschen Sammler zugeschlagen. Die hervorragende Flachgewebe-Pferdedecke des Schahsavan-Stammes (# 70) ging für 23.000 € an den italienischen Handel, während die Kirsehir Satteldecke (# 84) in eine US-amerikanische Sammlung verkauft wurde.

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