GROSSE FRÜHJAHRSAUKTION am 20. Mai 2000

Gute Resultate für turkmenische Sammlerteppiche

Bei unserer Frühjahrsauktion erwiesen sich seltene Turkmenenarbeiten wieder einmal als ein Zugpferd. Deutsche und amerikanische Sammler standen in hartem Wettbewerb um die besten Stücke. So wurde der museale Adler-II-Hauptteppich (Los 143), ein bisher unveröffentlichtes Stück, für 170.000 DM einem engagierten Sammler aus Kalifornien zugeschlagen.
Nachbericht_000520_1Der schon 1980 im Textile Museum Washington ausgestellte Arabatschi-Schmuckbehang (Los 146) wechselte für 34.000 DM in deutschen Privatbesitz. Ebenfalls in Deutschland bleiben die Salor-Torba (Los 91) für 32.000 DM und der Saryk-Hauptteppich (Los 93) für 60.000 DM (siehe Bild).

Auch kaukasische Teppiche waren wieder gefragt. Unsere strenge Selektion und eine vernünftige Preispolitik machten sich hier mit guten Resultaten bezahlt. Nachbericht_000520_2 Der bildschöne, gelbgrundige Schirwan-Gebetsteppich mit abstraktem Streifenmuster (Los 65, siehe Bild) wurde zum Limit von 8.000 DM ausgerufen und stieg schnell auf 42.000 DM. Ein bekannter amerikanischer Sammler, der extra wegen dieses Teppichs angereist war, setzte sich hier gegen den italienischen Handel durch.
Nachbericht_000520_3Den farbenprächtigen Kuba (Los 155, siehe Bild) sicherte sich ein Londoner Galerist für 50.000 DM gegen starke Konkurrenz aus Italien und der Schweiz. Ein rotgrundiger, vollflorig erhaltener Drei-Medaillon-Kazak (Los 137) ging für 38.000 DM in eine süddeutsche Sammlung. Auch die nächste Katalognummer (Los 138), ein kleiner, bestens erhaltener Kuba mit Blütensternen wurde einem deutschen Sammler, für 18.000 DM, zugeschlagen. Los 139, ein sehr alter, aber restaurierungsbedürftiger Kazak mit Memling-Güls kletterte vom Aufrufpreis bei 5.000 DM auf 20.000 DM. Hier siegte ein italienischer Galerist gegen starke Konkurrenz aus Amerika. Die Shahsavan-Schmuckdecke mit Tiermuster (Los 75) brachte verdientermaßen 30.000 DM.

Während die großformatigen türkischen Kelims, die überwiegend aus der Sammlung Sailer stammten, beim Publikum auf wenig Gegenliebe stießen, ließen sich einige antike Knüpfteppiche aus Anatolien erfolgreich absetzen. Den Spitzenpreis erzielte der frühe Sarkisla (Los 160) mit 72.000 DM, und zwei Stücke aus der Sammlung Sailer, die Karapinar-Galerie (Los 79) und der Aksaray (Los 81) brachten 14.000 DM bzw. 26.000 DM.

Nachbericht_000520_4 Dekorative Teppiche und Textilien sind heute besonders gesucht: so überraschte es nicht, daß der Täbriz (Los 102, siehe Bild) Nachbericht_000520_5seinen Limitpreis von 30.000 DM mit einem Zuschlag von 62.000 DM mehr als verdoppelte. Auch die dekorative Verdüre (Los 107, siehe Bild), vermutlich in Lille gewebt, stieg vom Aufrufpreis bei 15.000 DM auf 34.000 DM.

Weitere Highlights waren die beiden südpersischen Luri-Gabbehs (Losnummern 42 und 45): sie übertrafen mit Zuschlägen von 30.000 DM und 25.000 DM ihre Schätzungen müheLos (18.000 DM bzw. 16.000 DM). Zwei seltene Teppiche aus Ostturkestan konnten für 36.000 DM (Los 152) und für 26.000 DM (Los 166) abgesetzt werden.

Enttäuschend verlief die Versteigerung leider für die aus der bekannten Sammlung Wher eingelieferten klassischen Teppiche, welche, vermutlich wegen deutlicher Altersspuren, fragmentarischer Erhaltung und alter Restaurationen, weder vom Privatpublikum noch vom Handel beboten wurden und unverkauft blieben.

Ergebnisliste der grossen Frühjahrsauktion am 20.05.00

Zurück zu den Nachberichten