Grosse Herbstauktion am 18. November 2000
Bestes Auktionsresultat seit Jahren
Die Große Herbstauktion am 18. November 2000 war mit Zuschlägen von über 2,5 Millionen DM und einer Absatzquote von 73 % der angebotenen 202 Objekte direkt in der Versteigerung sehr erfolgreich. Sie erbrachte das beste Resultat seit Jahren. Bei guter Stimmung im überfüllten Saal ließen sich besonders die oberen Preisklassen mühelos an ein internationales Publikum aus Sammlern und Händlern absetzen. Nie zuvor war außerdem die Zahl der Telefongebote so groß wie diesmal.
Den höchsten Zuschlag erzielte der spätmittelalterliche "Salomon"-Bildteppich (Losnummer 58-A) aus Mainfranken, vormals im Besitz der fürstlichen Familie von Oettingen-Wallerstein. Nach Katalogschluß eingeliefert, war er auf einem Supplement veröffentlicht worden. Gegen starke Konkurrenz aus österreich, wurde diese textile Kostbarkeit von einem deutschen Sammler für 230.000 DM ersteigert.
Den zweithöchsten Preis der Auktion erbrachte die um 1700 entstandene Brüsseler Tapisserie "Europa" (Losnummer 58), die nach spektakulärem Bietgefecht gegen mehrere Telefone einem kalifornischen Händler im Saal für 185.000 DM zugeschlagen wurde.
Die auf der Nachtragsliste angebotene Pariser "Artemis"-Tapisserie (Losnummer 117-A) aus der Werkstatt des Frans van den Planken (um 1620) ging für 55.000 DM an einen deutschen Privatmann.
Kaukasische und turkmenische Sammlerstücke stießen erwartungsgemäß auf großes Interesse. Der farbenfrohe Gebetskazak (Losnummer 80) erzielte mit 50.000 DM ein sehr respektables Ergebnis,
und der bildschöne Kazak mit Lesghi-Sternen (Losnummer 91) stieg vom Aufruf bei 60.000 DM bis auf 92.000 DM. Um einen frühen, wegen seines problematischen Erhaltungszustandes auf nur 1.000 DM geschätzten Marasali (Losnummer 45) entwickelte sich ein spannender Kampf zwischen einem bekannten amerikanischen und einem österreichischen Sammler, der sich das Stück schließlich für 16.000 DM sicherte.
Der seltene Saryk-Türteppich (Losnummer 130) ging für 70.000 DM in eine deutsche Sammlung.
Bemerkenswerte Ergebnisse ließen sich für persische Teppiche realisieren. Drei Gaschgai-Teppiche (Losnummern 64, 109 und 149, v.l.n.r.) brachten 50.000 DM, 47.000 DM und 40.000 DM.
Den frühen Sautschbulag (Losnummer 76) erwarb für 38.000 DM eine amerikanische Sammlerin im Saal.
Ein abstrakt wirkender, nachtblauer Teppich aus Nordwestpersien mit Punktmuster (Losnummer 86), früher im Besitz der Galerie Kailash, brachte 49.000 DM.
Gleichfalls aus früherem Kailash-Besitz stammte der rotgrundige, nordwestperische Teppich mit Talisch-Muster (Losnummer 116): er sorgte mit einem Zuschlag von 135.000 DM für eine Sensation, indem er seinen Schätzpreis (68.000 DM) verdoppelte.
Auch einige persische Teppiche von der Nachtragsliste ließen ihre Schätzungen weit hinter sich: so stieg ein hellgrundiger Sultanabad (Losnummer 13-A), geschätzt auf 2.500 DM, in rasanter Geschwindigkeit auf 56.000 DM,
und der dekorative Täbriz (Losnummer 87-A) brachte statt der geschätzten 8.000 DM den stattlichen Preis von 66.000 DM. Für diese beiden, auf dem US-Markt heiß begehrten Stücke, waren Händler aus aller Welt nach Wiesbaden gereist.
Der prachtvolle, kleine Seiden-Heriz (Losnummer 108-A) wurde von einem italienischen Sammler für 62.000 DM (Schätzpreis 40.000 DM) übernommen.
Den höchsten Preis innerhalb der Gruppe anatolischer Teppiche erzielte mit 130.000 DM ein aus dem 17. Jahrhundert stammender, noch gut erhaltener Transsylvannier mit Nischenmuster (Losnummer 113).
Der Melas-Gebetsteppich (Losnummer 61) aus der Sammlung Prof. Belling übertraf seinen Schätzpreis von 9.500 DM und kletterte auf 21.000 DM. Ebenfalls für 21.000 DM wechselte der Melas mit Streifenmuster (Losnummer 75) den Besitzer.
Den monumentale Bergama mit blaugrünem Feld (Losnummer 73) erwarb ein deutscher Sammler, gegen starke italienische Konkurrenz, für 56.000 DM.
Unter den Seidenstickereien aus Zentralasien ragte die Shakhrisyabz-Susani aus dem 18. Jahrhundert, ein echtes Museumsstück, heraus (Losnummer 115): sie fand für verdiente 80.000 DM den Weg in eine berühmte deutsche Sammlung.
Insgesamt bestätigen diese Ergebnisse, daß die Preise für erstklassige Teppichantiquitäten stark steigen, eine unausbleibliche Folge der enormen Verknappung auf diesem Sammlergebiet. Außer einigen gut informierten Privatleuten, hat dies vor allem der engagierte Handel erkannt, dem ein erheblicher Teil der Spitzenstücke der Auktion zugeschlagen wurde.

