Grosse Herbstauktion am 20. November 1999
Starker Markt für Susani-Seidenstickereien
Aus dem breitgefächerten Angebot der November-Auktion ragten sechs seltene Susani-Seidenstickereien aus Zentralasien heraus, die sämtlich, nach zum Teil heftigen Bietgefechten zwischen Privatsammlern und Händlern, zugeschlagen werden konnten:
die höchsten Preise erzielten Losnmmer 114, eine vermutlich ins 18. Jahrhundert datierbare, sehr eindrucksvolle Shakhrisyabz-Susani mit asymmetrischem Muster aus vier Großblüten (70.000 DM);
Losnummer 173, ein Grossmedaillon-Susani (65.000 DM) und Losnummer 179, eine weitere Shakhrisyabz-Susani mit zentralisiertem Feldmuster und ungewöhnlich breiter Bordüre (70.000 DM).
Zu den guten Resultaten trug sicherlich die Tatsache bei, daß alle drei Stücke marktfrisch waren.
Auch andere Textilien waren umkämpft: so wurde die Losnummer 33, ein Fragment einer "Feuilles de Choux"-Tapisserie (um 1600) von 8.000 DM (Ausrufpreis) auf 26.000 DM hochgesteigert; und Losnummer 78, ein gut erhaltenes Tapisseriekissen aus Hamburg (um 1620) stieg nach dem Ausruf mit 3.000 DM auf 19.000 DM.
Ein schon bei der Mai-Auktion beobachteter Trend setzte sich auch im November fort:
auch kleinformatige persische Teppiche, wenn von exceptioneller Qualität und noch im 19. Jahrhundert entstanden, werden wieder gesucht.
So stiegen die elegante Senneh-Satteldecke (Losnummer 57) von 5.000 DM auf 11.000 DM, eine Seiden-Heriz-Brücke (Losnummer 90) von 30.000 DM (Aufruf) auf 46.000 DM, und die einzigartige, gelbgrundige Ferahan-Brücke (Losnummer 101) von 18.000 DM (Aufruf) auf 32.000 DM.
Bei den kaukasischen und turkmenischen Sammlerstücken konnten jeweils etwa 60 Prozent der Offerte abgesetzt werden.

