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Katalog: Große Frühjahrsauktion

Auktionstermin: Samstag 29. Mai 2010 um 15 Uhr
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Westanatolischer Teppich Lot: 131
Westanatolischer Teppich Auf schwarzbraunem Feld ein Rapportmuster im geometrischen Stil. Gelbe Arabesken sowie rote und grüne Palmetten sind durch hakenbesetzte Zweige miteinander verbunden. In der weißgrundigen Bordüre stehen herzförmige Ornamente. Irgendwo in Westanatolien, aber weder im Bergama- noch im Uschak-Gebiet entstanden, gehört dieses sehr seltene Stück zu einer Teppichgruppe, bei der ein Bordürenmuster ins Feld gewandert ist. Bordüren mit den hier vorkommenden Ornamenten finden sich zum Beispiel bei den Ghirlandaio „Keyhole“-Teppichen. Die früheste Darstellung eines anatolischen Teppichs, bei dem im Feld ein Bordürenmuster vorkommt, findet sich auf dem 1547 datierten Familienportrait König Heinrichs VIII im Hampton Court Palast. Wie so oft bei antiken Teppichen aus Anatolien, können die auf den ersten Blick wie stark stilisierte Floralmuster wirkenden Formen auch als Tierabstraktionen interpretiert werden, was bedeutet, daß eine ältere anatolische Tradition sozusagen getarnt weiterexistierte. - Der Teppich war früher quer durchtrennt und wurde kürzlich wieder zusammengefügt, wobei heute von der ursprünglichen Gesamtlänge entweder gar nichts oder nur ein verschwindend geringer Teil fehlt. Die beschädigten Ränder sind mit rotem Stoff hinterlegt, diverse nachgeknüpfte Stellen.
Herkunft:
Westanatolien
Abmessungen:
238 x 163 cm
Alter:
frühes 17. Jh.
Schätzpreis:
35.000,00 €
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Pinwheel Kazak Lot: 132
Pinwheel Kazak Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts geknüpften Pinwheel-Kazaks mit diesem unverwechselbaren Muster sind kleiner und quadratischer in den Abmessungen als ihre Vorläufer. - Mehrere restaurierte und nachgeknüpfte Stellen, Schirazi original, Enden etwas reduziert.
Herkunft:
Südwestkaukasus
Abmessungen:
202 x 162 cm
Alter:
Ende 19. Jh.
Schätzpreis:
14.000,00 €
Vergleich:
TABIBNIA, MOSHE, Kazak del XIX Seculo. Mailand 1995, Tf. 2
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Schirwan Gebetsteppich Lot: 133
Schirwan Gebetsteppich Ein fein geknüpfter, weißgrundiger Schirwan-Gebetsteppich mit hexagonalem Gittermuster, darin blühende Pflanzen. Oben eine breite, turmähnliche Mihrabform, daneben eine Datierung „1274“ nach dem islamischen Kalender, was „1858“ der christlichen Zeitrechnung entspricht. - Ringsum etwas reduziert, Flor stellenweise stark abgetreten.
Herkunft:
Ostkaukasus
Abmessungen:
156 x 103 cm
Alter:
Mitte 19. Jh.
Schätzpreis:
2.300,00 €
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Chondzoresk Lot: 134
Chondzoresk Ein Chondzoresk mit zwei großen, oktogonalen Medaillons auf hellrotem Feld, in den Oktogonen die charakteristischen Schlangenlinien, konzentrisch um ein zentrales Rechteck angeordnet. Diese Ornamente wurden früher als Wolkenbänder interpretiert, deren Ursprung aus China man als gegeben ansah. Nach neueren Erkenntnissen sind die Schlangenlinien aber stilisierte Tierformen, vermutlich Drachen. - Enden etwas reduziert, Seiten original. Leichte Gebrauchsspuren im Flor.
Herkunft:
Südkaukasus, Region Karabagh
Abmessungen:
220 x 159 cm
Alter:
um 1880
Schätzpreis:
4.000,00 €
Vergleich:
EDER, DORIS, Orientteppiche. Band 1: Kaukasische Teppiche. München 1979, Nr. 83 *** SPUHLER, FRIEDRICH, KÖNIG, HANS & VOLKMANN, MARTIN, Alte Orientteppiche. Meisterstücke aus deutschen Privatsammlungen. München 1978, Nr. 59
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Baku Kelley Lot: 135
Baku Kelley Nach seiner relativ groben Knüpfung und den Farben mit mehreren Pastelltönen stammt dieser antike Kelley mit Afschan-Rapportmuster aus einer der Werkstätten in Baku. Das Muster war auch in Schirwan und Kuba beliebt. - Originalschirazi, Enden minimal reduziert. Kleine Reparaturen, Flor gleichmäßig niedrig.
Herkunft:
Südostkaukasus
Abmessungen:
342 x 163 cm
Alter:
2. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
14.500,00 €
Vergleich:
GROTE-HASENBALG, WERNER, Der Orientteppich. Seine Geschichte und seine Kultur. Berlin 1922, Bd. 2, Tf. 33 *** SCHÜRMANN, ULRICH, Caucasian Rugs. Ramsdell 1974, Nr. 96
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Mischan Malayer Lot: 136
Mischan Malayer Auf nachtblauen Feld ein Rapport elegant geschwungerer, schlanker, schräg stehender Botehs in diagonalen Reihen, dazwischen Zweige und Blumen. Dieses Feldmuster ist offenbar sowohl ornamental als auch stilistisch von Vorbildern aus Ostpersien inspiriert. Die drei Bahnen der Bordüre zeigen in Gegensatz dazu typische Motive des Hamadan-Gebietes. - Seiten neu umwickelt, oben etwas reduziert, sonst guter Zustand.
Herkunft:
Westpersien, Region Hamadan
Abmessungen:
202 x 133
Alter:
um 1910
Schätzpreis:
3.300,00 €
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Sultanabad Lot: 137
Sultanabad Ein weißgrundiger Teppich im Überformat, mit weiträumig konzipiertem Rapportmuster aus Blüten, Palmetten, Sichelblättern und großen, S-förmig geschwungenen Bändern, ausgeführt in Pastelltönen. Dieser Teppich stammt aus den Ziegler-Werkstätten in Sultanabad. Er war ursprünglich deutlich breiter, aber die Haupt- und die Außenbordüre wurden irgendwann entfernt, um den Teppich einem bestimmten Raummaß anzupassen. - Leichte Gebrauchsspuren, insgesamt guter Zustand.
Herkunft:
Westpersien, Region Arak
Abmessungen:
748 x 334 cm
Alter:
ca. 1880
Schätzpreis:
65.000,00 €
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Bassiri Sofreh Lot: 138
Bassiri Sofreh Dieser seltene, quadratische Kelim mit einem großzügig entworfenen Rapportmuster aus Rauten in hellen, fröhlichen Farben ist bei den Bassiri in der Provinz Fars entstanden. Er diente wahrscheinlich als Unterlage bei den Mahlzeiten (Sofreh). - Vollständig erhalten, guter Zustand.
Herkunft:
Südwestpersien, Fars
Abmessungen:
128 x 117 cm
Alter:
Ende 19. Jh.
Schätzpreis:
4.000,00 €
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Rölakan Täcke Lot: 139
Rölakan Täcke Dieses bildschöne, aus zwei Bahnen zusammengesetzte Flachgewebe in Rölakan-Technik ist eine Bröllops-Täcke, also die Bettdecke für ein Brautpaar. Sie stammt aus dem Gärds- oder Villand-Distrikt in Nordost-Skåne. Eingefügt in das Muster und über die gesamte Fläche des Feldes verteilt, sind kleine, detailliert gezeichnete, männliche und weibliche Figuren in ihrer traditionellen Tracht. Sehr fein gewebt, klare leuchtende Farben, ein Meisterstück schwedischer Volkskunst. - Sehr guter Zustand.
Herkunft:
Südschweden, Skåne-Distrikt
Abmessungen:
183 x 130 cm
Alter:
1. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
4.500,00 €
Vergleich:
BAUSBACK, PETER, Antike Teppiche. Sammlung Franz Bausback 1987/88. Mannheim 1987, S.17 *** WILLBORG, PETER, Skånsk Allmogevävnad 1700-1850. Stockholm 1989, Nr. 42 *** HANSEN, VIVEKA, Swedish Textile Art. Traditional Marriage Weavings From Scania. The Khalili Collection. London 1996, Nr. 48
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Seidentäbriz Lot: 140
Seidentäbriz Ein seltener Seidentäbriz mit hellrotem Feld, das oben von einer breiten Nische abgeschlossen wird. Das Muster unter der Nische, aus Ästen, Zweigen, Blättern, Blüten, Säulen, Baldachinformen und zwei blauen Kartuschen mit Vögeln, ist in einem herb geometrischen Stil gezeichnet und spiegelsymmetrisch um die Vertikalachse konzipiert. Die Tatsache, daß der Teppich entgegengesetzt zur Musterrichtung geknüpft wurde, weist auf Täbriz als Herstellungsort hin. Hochwertige Seidenteppiche wie dieses fein und sorgfältig gearbeitete Exemplar wurden im 19. Jahrhundert als Auftragsarbeiten der persischen Oberschicht angefertigt, oft nach Entwürfen von Künstlern, die ein individuelles Muster entwarfen. - Seiten leicht beschädigt, am oberen Ende minimal reduziert, unten ist der originale Abschlußkelim mit hellblauen Schüssen erhalten.
Herkunft:
Nordwestpersien, Azerbaidschan
Abmessungen:
178 x 138 cm
Alter:
Mitte 19. Jh.
Schätzpreis:
13.000,00 €