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Katalog: Grosse Herbstauktion

Auktionstermin: Samstag 26. November 2011 um 15 Uhr

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Moghan Galerie Lot: 171
Moghan Galerie Eine sehr seltene Moghan-Galerie mit schmalem Innenfeld, in dem Palmetten, Rosetten, Hakenrauten und zwei totemistisch wirkende Figuren unschematisch übereinander angeordnet sind. Als Blickfang wirkt die überbreite Bordürenzone mit vier Bahnen. In der weißgrundigen Hauptbordüre stehen Rauten, die jeweils vier C-Motive enthalten. Die bunten, leuchtenden Farben sind charakteristisch für antike Moghan-Teppiche. Ein von Battilossi veröffentlichtes Vergleichsstück ist laut seiner eingeknüpfen Datierung im Jahr 1825 entstanden. - Seiten geschnitten, neue Umwicklung, Enden etwas reduziert, leichte Gebrauchsspuren und kleine Reparaturen, einige genähte Risse.
Herkunft:
Südostkaukasus
Abmessungen:
317 x 97 cm
Alter:
1. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
9.000,00 €
Vergleich:
BATTILOSSI, MAURIZIO, Tappeti d'Antiquariato. Catalogo II. Turin 1987, Nr. 6
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Spätgotisches Tapisserie Fragment Lot: 172
Spätgotisches Tapisserie Fragment Der historisch bedeutende, oberrheinische, spätgotische Bildteppich kann in die Zeit um 1480 - 1490 datiert werden. Er ist ein Teilstück aus einem längeren Streifen mit mehreren Szenen. Diese Rücklaken genannten Textilien wurden als Auftragsarbeiten für Adlige oder wohlhabende Bürger hergestellt und über den Sitzbänken aufgehängt. Oft enthalten sie Spruchbänder und Wappenschilde. Die genaue Herkunft der oberrheinischen Bildteppiche läßt sich nur selten mit Sicherheit ermitteln. Sie wurden in kleinen Werkstätten im Gebiet um Basel und Straßburg gewebt. Wegen der stilistischen Ähnlichkeiten bei der Darstellung der Figuren und Pflanzen mit einem Bildteppich im Kloster Muri-Gries in Bozen, der aus einer Baseler Werkstatt stammt, nehmen wir jedoch an, daß unsere Tapisserie gleichfalls in Basel entstand. - Der Teppich zeigt auf blauem Untergrund eine Hinrichtung mit Zuschauern. Die Hinrichtungsszene, die möglicherweise auf einer alttestamentarischen Begebenheit beruht, ist in ihrer Ikonographie nicht eindeutig genug, um sie einer bestimmten Bibelstelle zuweisen zu können. Am unteren Bildrand liegt auf dem Boden ausgestreckt ein entkleideter Mann. Er ist auf grausame Weise mit Lederriemen an in den Boden gerammte Pflöcke gefesselt und damit bewegungsunfähig. Ein über ihm stehender Richtknecht in mittelalterlicher Tracht mit roten Hosen, blauem Wams und einem Zweihandschwert an der Hüfte erhebt mit beiden Händen ein Speichenrad, mit dem er auf den Delinquenten einschlägt, der bereits aus dem Mund blutet. Die Drastik der Darstellung entspricht mittelalterlicher Erzählweise, die anschaulich und oft in plakativem Stil schilderte. In der linken Bildhälfte stehen vier Personen. Die zentrale Figur der Gruppe ist ein König in Richterpose: er trägt eine Krone und einen hermelinverbrämten Mantel, hält in der rechten Hand ein langes Szepter mit einer aufgesetzten Lilie und weist mit der linken Hand auf den Todeskandidaten hin. Die neben dem Richter stehende Frau mit einer gefältelten Haube (Krusel) auf dem Kopf blickt ihn an und hat die linke Hand in einer Entschuldungsgeste vor die Brust erhoben. Ein Mann am oberen linken Bildrand ist nur Zuschauer, ein weiterer Mann, in einem von Holzlatten eingezäunten Pferch, schlägt mit einem Knüppel auf einen Hund ein, der ihn anfällt. Am rechten Bildrand ist ein großer Baum dargestellt, davor steht ein Pferd, von dem nur Kopf, Hals und Brust zu sehen sind, da der Bildteppich hier beschnitten ist. Auf der Suche nach einer Interpretation der Hinrichtungsszene muß zunächst betont werden, daß die Todesstrafe durch Räderung für Straßendiebe und Mörder vorgesehen war. Insofern wäre es die Funktion des Bildteppichs gewesen, von solchen Straftaten abzuschrecken. Es scheint aber auch denkbar, daß hier ein Ehebrecher oder Vergewaltiger hingerichtet wird. Nach den Vorschriften des alten Testaments stand auf Ehebruch die Todesstrafe. Hatte der Ehebruch "auf dem Felde" stattgefunden, so galt für die Frau die Unschuldsvermutung und nur der Mann wurde bestraft. Allerdings sollte die Strafe durch Steinigung vollzogen werden. Der genaue historische Bezug der hier dargestellten Szene wird sich nicht mehr ermitteln lassen. Die moralisiernde Botschaft des Bildes paßt durchaus in den sozialen Kontext des Spätmittelalters, einer Phase des Umbruchs und der lockeren Sitten, was von vielen Zeitgenossen damals beklagt wurde. - Die Tapisserie ist fein und sorgfältig gewebt, für manche Details wurde Seide verwendet. Am oberen Rand ist rechts ein kleines Stück der originalen Webkante erhalten, sonst ist die auf schwarzes Tuch aufgenähte Tapisserie ringsum beschnitten.
Herkunft:
Schweiz, Basel
Abmessungen:
58 x 80 cm
Alter:
Ende 15. Jh.
Schätzpreis:
55.000,00 €
Vergleich:
RAPP BURI, ANNA & STUCKY-SCHÜRER, MONICA, zahm und wild. Basler und Straßburger Bildteppiche des 15. Jahrhunderts. Mainz 1990, Nr. 60
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Täbriz Lot: 173
Täbriz Ein quadratischer Täbriz mit zentralem Medaillonstern auf blauem Feld, über einem Herati-Muster, in den grünen Ecken Arabesken und Blüten. Breite Bordürenzone mit großen Herat-Palmetten, Sichelblättern und Rosetten, verbunden durch eine elegant gezeichnete Ranke. Das sehr selten vorkommende Format weist darauf hin, daß dieser Täbriz als Auftragsarbeit entstand. Das Stück wurde 1974 bei Ulrich Schürmann in Köln erworben. - Ringsum Originalabschlüsse, leichte Gebrauchsspuren im Flor, insgesamt guter Zustand.
Herkunft:
Nordwestpersien, Azerbaidschan
Abmessungen:
240 x 234 cm
Alter:
2. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
12.000,00 €
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Keschan Lot: 174
Keschan Rotgrundiger Werkstatt-Teppich aus Keschan mit einem sehr dichten Muster schwungvoll gezeichneter, spiralenartiger Zweige, Arabesken und Palmetten, im Zentrum ein großes, achtpassiges Medaillon in Graubraun mit rotem Mittelmotiv. Hauptbordüre aus Palmetten in einer Arabeskenranke. Dichter, samtartiger Flor. - Guter Zustand, Originalschirazi stellenweise neu umwickelt, beide Enden minimal reduziert.
Herkunft:
Zentralpersien
Abmessungen:
204 x 140 cm
Alter:
1. V. 20. Jh.
Schätzpreis:
4.800,00 €
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Tat Schaddah Lot: 175
Tat Schaddah Diese Flachgewebedecke mit einem friesartigen Muster aus horizontalen Bahnen, in denen abwechselnd mythologische Tierfiguren, Botehs und Hakenrauten stehen, sowie einer breiten, braungrundigen Bordüre aus Baumformen, die mit Vögeln besetzt sind, ist vermutlich eine Arbeit des Tat-Stammes, der im 19. Jahrhundert auf der Halbinsel Apscheron im Distrikt Baku lebte. - Alters- und Gebrauchsspuren, nachgewebte Stellen, Risse. Mit braunem Stoff hinterlegt.
Herkunft:
Südostkaukasus, Region Baku
Abmessungen:
190 x 115 cm
Alter:
Ende 19. Jh.
Schätzpreis:
4.400,00 €
Vergleich:
BENNETT, IAN, Teppiche der Welt. München 1982, Abb. S. 254 rechts oben
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Bidjar Galerie Lot: 176
Bidjar Galerie Weißgrundige Galerie aus dem Bidjar-Gebiet, im Feld ein dichter Rapport aus geometrisch stilisierten, blühenden Bäumen, angeordnet in sieben Musterblöcken. Rotgrundige Hauptbordüre mit auffällig gedehnten Palmetten, Rosetten und Sichelblättern, verbunden durch grüne Ranken. - Ringsum Originalabschlüsse, Seiten etwas beschädigt, Flor mit kurzen Partien.
Herkunft:
Nordwestpersien
Abmessungen:
290 x 101 cm
Alter:
2. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
2.500,00 €
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Khotan Matte Lot: 177
Khotan Matte Die Verwendung dieses seltenen, kleinformatigen Khotan-Teppichs, in dessen Innenfeld zwei Rosetten in Rechtecken mit Mäanderkonturen stehen, ist unklar. Er war entweder eine Sitzmatte oder ein Sattelteppich. - Leichte Gebrauchsspuren, Seiten teils neu umwickelt, einige alte Restaurationen.
Herkunft:
Zentralasien, Ostturkestan
Abmessungen:
79 x 52 cm
Alter:
1. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
5.800,00 €
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Ninghsia Sitzbankläufer Lot: 178
Ninghsia Sitzbankläufer Vier Felder eines der langen Sitzbankläufer, die in den tibetischen Klöstern auf langen steinernen Bänken ausgelegt wurden und den Mönchen als Gebetsunterlage dienten. - Leichte Alters- und Gebrauchsspuren.
Herkunft:
Westchina
Abmessungen:
211 x 56 cm
Alter:
1. H. 19. Jh.
Schätzpreis:
2.000,00 €
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Nurata Susani Lot: 179
Nurata Susani Eine seltene Susani aus Nurata. Das Innenfeld mit einem zentralen Kreismedaillon und vier großen, diagonalen Blütenbäumen ist deutlich von der überbreiten Bordüre abgegrenzt. Der Eindruck, daß dem Feld ein kleineres Feld aufgelegt ist, wird verstärkt durch die weiten Abstände zwischen den Blütenbäumen und Sträuchern in der Bordüre. Die Susani gefällt durch ihren eleganten Zeichenstil, harmonische, milde Farben und liebevolle Details wie die filigranen Rispen und die beiden Wasserkannen sowie zwei kleine Vögel im Innenfeld. Zwei vergleichbare Susanis befinden sich im Museum für Völkerkunde Berlin (Sammlung Rickmers) und in der Sammlung Vok. - Hinterlegt und wattiert. Einige Fehlstellen im Grundgewebe, Restaurationen.
Herkunft:
Zentralasien, Usbekistan
Abmessungen:
241 x 167 cm
Alter:
Mitte 19. Jh.
Schätzpreis:
6.000,00 €
Vergleich:
KALTER, JOHANNES & PALALOI, MARGARETA, Usbekistan. Erben der Seidenstraße. Stuttgart 1995, Abb. 549 *** VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Suzani. Eine textile Kunst aus Zentralasien. München 1994, Nr. 17
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Tekke Hauptteppich Lot: 180
Tekke Hauptteppich Früher Tekke-Hauptteppich mit offenflächig konzipiertem Muster, im Feld vier Reihen mit zehn sehr gut gezeichneten Primärgüls, dazwischen Kurbaghe-Sekundärmotive. Als ein Altersindiz bei Tekke-Hauptteppichen gilt es, wenn die Bordüre, wie bei diesem Stück, nur mit sterngefüllten Oktogonen geschmückt ist und von schmalen Gyak-Streifen begleitet wird. - Alters- und Gebrauchsspuren, Flor stellenweise niedrig, alte Reparaturen und einige eingesetzte Stellen. Kelimenden fehlen.
Herkunft:
Zentralasien, Westturkestan
Abmessungen:
239 x 197 cm
Alter:
frühes 19. Jh.
Schätzpreis:
13.500,00 €
Vergleich:
MACKIE, LOUISE & THOMPSON, JON, Turkmen. Tribal Carpets and Traditions. Washington D.C. 1980, Nr. 26 *** TSAREVA, ELENA, Turkmen Carpets. Masterpieces of Steppe Art, from 16th to 19th centuries. The Hoffmeister collection. Stuttgart 2011, Nr. 29