Katalog: Grosse Herbstauktion
Auktionstermin: Samstag 26. November 2011 um 15 Uhr
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Lot: 211 | |
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| Tekke Hauptteppich | Ein Tekke-Hauptteppich mit hellen Farben und klarer Unterscheidung der dunkelblauen und petrolgrünen Partien in den Güls. Das Feldmuster aus 4 x 10 Primärgüls, Kurbaghe-Sekundärmotiven und kleinen Tertiärgüls auf den Schnittpunkten des Liniengitters ist großzügig konzipiert, alle Motive beeindrucken durch ihre zeichnerische Perfektion. In der Hauptbordüre sind die sterngefüllten Oktogone in rechteckige Felder eingelassen, dazwischen stehen Musterbalken mit reich variierten Ornamenten. - Schirazi original, Kelimenden fehlen. Flor gleichmäßig niedrig, einige alte Reparaturen. | |
| Herkunft: Zentralasien, Westturkestan |
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| Abmessungen: 252 x 204 cm |
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| Alter: 1. H. 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 6.000,00 € |
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| Vergleich: LOGES, WERNER, Turkmenische Teppiche. München 1978, Nr. 2 |
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Lot: 212 | |
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| Tekke Khalyk | Diese kleinformatigen, geknüpften Schmuckbehänge werden Khalyk (bei Tzareva: Deslik) genannt und sind hauptsächlich vom Tekke-Stamm überliefert. Während des Hochzeitszuges wurde der Khalyk über der kleinen Luke des verhüllten Brautkorbes befestigt, nach den Feierlichkeiten aber kaum noch benutzt, sondern als textiler Schatz der Familie gehütet. Da sie wertvolle Prestigeobjekte waren, verwundert die hohe Qualität der etwa 100 uns heute noch bekannten Khalyks nicht. Ihr auffälligstes Merkmal ist die U-Form mit vertikalen Armen, einer mittleren Dreiecksklappe und der aufwendige Fransenbehang (sofern noch erhalten). Nach ihren unterschiedlichen Ornamenten lassen sich Tekke-Khalyks in Gruppen einteilen. Dieses schon 1999 in Göteborg ausgestellte Exemplar gehört derselben Gruppe an wie IB 2750 der Rickmers Sammlung im Berliner Museum oder der Khalyk aus der Sammlung Pinner (Sonderauktion RB A 62, # 37). – Aufgrund ihres generell hohen Alters haben viele Khalyks nur mit erheblichen Schäden überlebt. Häufig sind sie durch Qualm und Ruß der Zeltfeuer so sehr verräuchert, daß die Wirkung ihres feingliedrigen Musters darunter leidet. Das vorliegende Stück weist solche Beeinträchtigungen nicht auf, sondern zeichnet sich durch brillante Musterklarheit aus. Nach seinem hellen Kolorit dürfte das Stück auf dem Gebiet der Ahkal-Oase entstanden sein. – Am unteren Ende sind noch die langen Zierfransen in alternierenden Farben erhalten, oben der originale, zur Rückseite umgenähte Kelim und die Aufhängekordeln. Minimale Mottenschäden. Das seltene Sammlerstück ist angesichts seines hohen Alters sehr gut erhalten. | |
| Herkunft: Zentralasien, Westturkestan |
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| Abmessungen: 40 x 23 x 77 cm |
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| Alter: frühes 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 15.000,00 € |
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| Vergleich: PINNER, ROBERT, The Rickmers Collection. Turkoman Rugs. Berlin 1993, Nr. 44 *** PINNER, ROBERT & FRANSES, MICHAEL, Turkoman Studies I. London 1980, Abb. 395 *** McMULLAN, JOSEPH V. & REICHERT, DONALD O., The George W. V. and Belle Townsley Smith collection of Islamic Rugs. Springfield, Mass. 1970, Nr. 69 *** TZAREVA, ELENA, Teppiche aus Mittelasien und Kasachstan. Leningrad 1984, Nr. 39 *** Khalyks bei Rippon Boswell: FFM 10, 15.11.80, # 133 *** FFM 15, 15.05.82, # 81 *** FFM 16, 20.11.82, # 84 *** FFM 20, 10.11.84, # 71 *** A 29, 06.05.89, # 70 *** A 35, 28.03.92, # 119 *** A 39, 13.11.93, # 106 *** A 44, 11.05.96, # 59 *** A 46, 16.11.96, # 86 *** A 48, 22.11.97, # 149 *** A 57, 17.11.2001, # 38 *** A 62, 15.05.2004, # 37 und # 65 *** A 65, 28.05.2005, # 142 |
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| Veröffentlicht: KONSTHALLEN GÖTEBORG (Hrsg.), Mönstrets Mysterier. Orientaliska Mattor & Textilier. Göteborg 1999, Tf. S. 11 |
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Lot: 213 | |
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| Fulani Decke | Weißgrundige, aus zwei Bahnen zusammengefügte Wolldecke mit einem graphisch wirkenden Muster aus einfachen, geometrischen Formen in Braun, Rot und Gelb. Diese im Ursprungsland Khaasa genannten Decken wurden von den Hirten des Fulani-Volkes benutzt, nicht nur als Schutz gegen die sengende Sonne und die nächtliche Kälte, sondern auch zur Abwehr der Mosquitos. Als Handelsobjekte fanden sie Verbreitung in ganz Westafrika und der Sahara. - Guter Zustand. | |
| Herkunft: Westafrika, Mali |
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| Abmessungen: 288 x 126 cm |
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| Alter: 1. H. 20. Jh. |
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| Schätzpreis: 1.200,00 € |
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| Vergleich: GILLOW, JOHN.African Textiles. London 2003, Tf. S. 48 |
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Lot: 214 | |
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| Luri Gabbeh | Ein Luri-Gabbeh aus Fars mit hellrotem Feld, in dem hakenbesetzte Stufenpolygone und kreuzgefüllte Rauten ein einfach konzipiertes Muster bilden. Hübsche Flachgewebeabschlüsse mit Dominostein-Muster. - Gut erhalten, ringsum Originalabschlüsse. | |
| Herkunft: Südwestpersien, Fars |
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| Abmessungen: 222 x 117 cm |
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| Alter: 1. V. 20. Jh. |
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| Schätzpreis: 1.000,00 € |
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Lot: 215 | |
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| Samarkand Susani | Die Susanis aus Samarkand sind am übergroßen Maßstab ihrer Motive, ihrem schwungvollen Zeichenstil und dem spezifischen Kolorit leicht zu erkennen. Bei diesem Exemplar fällt die überbreite Bordüre auf, das eigentliche Innenfeld ist relativ klein. - Einige restaurierte Stellen, kleine Löcher, Flecken. Stickerei zum Teil abgetragen. | |
| Herkunft: Zentralasien, Usbekistan |
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| Abmessungen: 260 x 185 cm |
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| Alter: 2. H. 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 7.000,00 € |
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| Vergleich: TSCHEPELEWEZKAJA, G. L. & SUCHAREWA, O. A., Susani Usbekistans. Ein Beitrag zur Technik, Ornamentik und Symbolik der usbekischen Seidenstickereien. Hamburg 1991, Nr. 23 |
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Lot: 216 | |
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| Bidjar Wagireh | Der seltene Bidjar-Musterteppich zeigt nicht das typische Muster der Gerus-Wagirehs aus riesigen Gabelranken (Split araquesque design), sondern vier vollständig und zwei angeschnitten dargestellten Kreisblüten, verbunden durch blütenbesetzte Zweige. Das Feld ist in eine weiße und eine braune Zone geteilt, das Muster wurde jeweils auf die Grundfarbe abgestimmt und entsprechend farblich modifiziert. - Ringsum Originalabschlüsse, Schirazi leicht beschädigt, Alters- und Gebrauchsspuren, Flor niedrig. | |
| Herkunft: Nordwestpersien, Kurdistan |
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| Abmessungen: 196 x 144 cm |
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| Alter: Ende 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 6.500,00 € |
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Lot: 217 | |
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| Gerus Wagireh | Dieser große Wagireh mit braunem, stark korrodierten Feld ähnelt einem bei Eskenazi publizierten Exemplar. Riesige Arabesken erstrecken sich über die gesamte Breite des Feldes, dazwischen stehen blühende Sträucher. Unterschiedlich ist das Hauptbordürenmuster, hier das klassische Rankenornament der Gerus-Teppiche mit roten Palmetten und diagonalen Blättern, umschlungen von einer gelben Ranke. Wagirehs dienten als Mustervorlage für sehr viel größere Teppiche und zeigten aus Gründen der Anschaulichkeit deren Muster im Originalmaßstab. - Starke Korrosion der brauen Partien, Flor niedrig, Schirazi beschädigt, Enden geringfügig reduziert. | |
| Herkunft: Nordwestpersien, Kurdistan |
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| Abmessungen: 232 x 154 cm |
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| Alter: 2. H. 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 3.600,00 € |
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| Vergleich: ESKENAZI, JOHN J., L'Arte del Tappeto Orientale. Mailand 1983, Nr. 184 *** HERRMANN, EBERHART, Asiatische Teppich- und Textilkunst 3. München 1991, Nr. 33 *** BIGGS, D. (Hrsg.), Discoveries from Kurdish Looms. Evanston 1983, Nr. 10 *** Christie’s New York am 13. Dezember 2000, # 162 *** Sotheby’s New York, 2. Dezember 2003, # 74 |
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Lot: 218 | |
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| Dagestan Gebetsteppich | Im weißen Feld unterhalb einer turmartig hohen Gebetsnische ein Rapportmuster aus versetzt gereihten Hakenrauten. Die Nische umschließt eine hausähnliche Form. In der roten Hauptbordüre S-förmige Vogelabstraktionen. Daß dieser Gebetsteppich aus Dagestan stammt und nicht aus Schirwan, wo sehr ähnliche Stücke hergestellt wurden, ist an seiner weniger feinen Knüpfung und den abweichenden Proportionen ablesbar. - Ringsum Originalabschlüsse, Flor gleichmäßig niedrig. | |
| Herkunft: Nordostkaukasus |
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| Abmessungen: 155 x 93 cm |
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| Alter: Ende 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 2.500,00 € |
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Lot: 219 | |
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| Bergama Canakkale | Das hellrote Innenfeld dieses Dorfteppichs aus Canakkale, einer Küstenortschaft an den Dardanellen, wird von zwei riesigen, weißgrundigen Oktogonen beherrscht. Sie umschließen einen blauen Balkenstern, dessen acht Arme mit einer roten Hakenraute besetzt sind, und ein zentrales Oktogon mit Gittermuster. Sterngefüllte Oktogone schmücken auch die weißgrundige Hauptbordüre. - Leichte Gebrauchsspuren im Flor, sonst gut erhalten mit Originalschirazi und roten Kelimenden. | |
| Herkunft: Nordwestanatolien |
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| Abmessungen: 212 x 143 cm |
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| Alter: Ende 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 2.300,00 € |
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Lot: 220 | |
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| Anatolische Satteldecke | Nach Knüpfung und Farben stammt diese sehr seltene Satteldecke vermutlich aus Westanatolien. Im weißen Feld, dessen Innenseiten mit Blumen an diagonalen Stilen besetzt sind, ein Muster aus kleinen Winkelformen, am oberen und unteren Ende drei Reihen mit achtstrahligen Sternen. - Seiten original, beide Enden etwas reduziert. Insgesamt gut erhalten. | |
| Herkunft: Westanatolien |
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| Abmessungen: 78 x 74 cm |
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| Alter: 1. H. 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 4.800,00 € |











