Katalog: Große Frühjahrsauktion
| Lot: 81 | ||
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| Gendje mit Sternmuster | Sammlung Kirchheim Zwölf Teppiche und Flachgewebe aus der Sammlung ORIENT STARS Die folgenden zwölf Auktionslose stammen aus der Sammlung "Orient Stars". Sie wurden in der "Orient Stars" Sonderauktion bei RIPPON BOSWELL am 2. Oktober 1999 schon einmal angeboten und damals ausführlich katalogisiert. Die damaligen Beschreibungen – Zitate aus dem Sammlungsbuch und Kommentare von Rippon Boswell - werden hier wiederholt. Außerdem sind alle Objekte im Buch der Sammlung "Orient Stars" abgebildet und besprochen. Angesichts des musealen Charakters der Sammlungsstücke haben wir auf Zustandsbeschreibungen verzichtet. Dem inzwischen verstorbenen Sammler E. Heinrich Kirchheim waren der künstlerische Ausdruck, die Schönheit, Seltenheit und kulturhistorische Bedeutung seiner Sammlungsobjekte wichtiger als deren Erhaltungszustand, eine Einstellung, zu der viele bedeutende Sammler im Laufe ihres Sammlerlebens gelangen. Alle Teppiche und Kelims sind vor ihrer Publikation in "Orient Stars" 1993 fachkundig gereinigt und konserviert worden. Die Fragmente oder fragmentarisch erhaltenen Objekte sind zumeist auf Leinwand aufgenäht und manchmal gerahmt. Die Publikationshinweise auf das Buch "KIRCHHEIM, E. HEINRICH, Orient Stars. Eine Teppichsammlung. Stuttgart-London 1993" werden nachstehend abgekürzt mit "OS", die Hinweise auf unseren früheren Katalog der Auktion "Orient Stars" mit "RB". "Man könnte diesen Teppich sowie die wenigen engen Vergleichsstücke als Sternkazaks des Typ E bezeichnen. Man beachte die Musterparallelen des mittleren roten Sterns mit dem fundamentalen Sternkazak-Musterkonzept sowie die umrahmenden Sichelblattformen und die 'S'-Formen der Bordüre." (Text. E. Heinrich Kirchheim) Dieser Dorfteppich aus dem Gendje-Gebiet steht offensichtlich in der Nachfolge der Stern-Kazaks Typ B, mit denen er auch das längliche Format teilt. Seine schmale Bordüre mit stilisierten Drachenmotiven verbindet ihn mit der Nr. OS-2. Das komplexe "Explosions"-Muster der Stern-Kazaks erscheint hier in einer stark vereinfachten Version (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Zentralkaukasus |
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| Abmessungen: 260 x 126 cm |
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| Alter: 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 3.500,00 € |
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| Vergleich: HERRMANN, EBERHART, Seltene Orientteppiche 6. München 1984, Nr. 27 |
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| Lot: 82 | ||
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| Schirwan | "Mir gefällt besonders der dramatische Kontrast zwischen dem ruhigen kamelbraunen Grund und den kraftvollen, typisch kaukasischen Ornamenten. Die stark konturierten blauen Medaillons, die mit denen in Tafel 69 vergleichbar sind, werden von dem weniger deutlich konturierten roten Medaillon ausbalanciert, wie es bei den Sternkazaks der Fall ist. Die Kartuschen sind zu kleinen Sternen geworden." (Text. E. Heinrich Kirchheim) Aufgrund seiner Struktur dem Schirwan-Gebiet zugewiesen, steht dieser Teppich außerhalb der ostkaukasischen Mustertradition dicht gefüllter Flächen. Die drei Primärformen, von nur wenigen Sekundärmotiven begleitet, scheinen über der Grundfläche zu schweben. Mit harten Konturen, betont reziproken Motiven und einer archaisch einfachen Bordüre aus Pfeilspitzen wirkt dieser Schirwan eher nomadisch als dörflich (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Ostkaukasus |
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| Abmessungen: 277 x 144 cm |
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| Alter: 18. Jh. |
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| Schätzpreis: 6.500,00 € |
| Lot: 83 | ||
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| Schahsavan Taschenfront | "Ein kelimähnliches Muster, das sehr unterschiedlich interpretiert werden kann. Man beachte das 'Baumkuchen'-Muster in der Schürze, das eine Verwandtschaft zu solchen in Karatchophs zeigt." (Text. E. Heinrich Kirchheim) Das Vier-und-Eins-Medaillonmuster dieser Sumakh-Taschenfront war, ebenso wie das "Schildkröten"- und das "Kompass"-Muster, ein fester Bestandteil des Ornamentschatzes der Moghan-Shahsavanen. Die überlieferten Beispiele unterscheiden sich hauptsächlich durch die Bordüren. Eine fast identische Tasche wurde im Ausstellungskatalog "Mideast Meets Midwest" publiziert. (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Südostkaukasus, Region Moghan |
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| Abmessungen: 58 x 56 cm |
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| Alter: Mitte 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 1.800,00 € |
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| Vergleich: STONE, PETER, Mideast Meets Midwest. Ethnographic Rugs From Midwest Collections. Chicago 1993, Nr. 42 *** FRAUENKNECHT, BERTRAM, Schahsavan Sumakh Taschen. Fürth 1993, Abb. 19, 20 |
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| Lot: 84 | ||
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| Karabagh | "Die Sammlung Orient Stars beinhaltet auch einen Teppich mit zentralisiertem Muster, das als archaisches Alpan-Muster interpretiert werden könnte. .. Das Stück hat keinen zentralen Stern, und das Feldmuster ist kaum geometrisch, aber es besteht eindeutig eine gedankliche Beziehung zwischen dem Feldmuster insgesamt und dem Muster der in Tafel 45 und 46 abgebildeten Stickereien. Wie beim Kirchheim-Exemplar besteht das Muster aus einem zentralisierten, endlosen Rapport." (Text Michael Franses) Dieses ungewöhnliche Stück war einer der Lieblingsteppiche von Ulrich Schürmann. MF betont die Verwandtschaft mit der Alpan-Gruppe, mit etwas Phantasie kann das Feldmuster aber auch als Vorstufe des Tschelaberd-Musters interpretiert werden: Frühe "Adler"-Kazaks, wie das Exemplar im Victoria and Albert Museum, weisen an den Feldenden eine ähnliche Palmettenform auf. Die eckig gezeichneten Bordürenmotive, sowohl die Ranke als auch die Klammern, mit denen der Teppich begonnen wurde, begegnen uns in kaukasischen Sumakhs wieder (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Südkaukasus |
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| Abmessungen: 252 x 130 cm |
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| Alter: 17. / 18. Jh. |
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| Schätzpreis: 7.500,00 € |
| Lot: 85 | ||
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| Antalya Kelim | "Dieser herausragende Kelim gehört auf Grund seiner Farbstellung und Struktur einer Gruppe von Geweben aus der Gegend von Antalya an, die Belkis Balpinar in der Literatur erstmals 1984 beschrieben hat. .. Ein sehr interessantes, nur in kleinen Details .. abweichendes Fragment findet sich in der Sammlung Galveston und ein weiteres, kleines Fragment, das vielleicht ebenfalls zu dieser Gruppe gehört, möglicherweise aber auch zur Gruppe der westanatolischen, rotgrundigen Kelims, in der Sammlung McCoy Jones in San Francisco. Das hier abgebildete Gewebe dürfte das schönste, interessanteste und auch älteste Beispiel dieser Gruppe von Kelims aus Antalya sein, das bisher bekannt wurde." (Text Jürg Rageth) Über das Alter, die Stammesabkunft und den Verwendungszweck dieses bedeutenden Kelims in der Sammlung Orient Stars können wir nur Mutmaßungen anstellen. Wegen seines spiegelbildlichen Aufbaus und aufgrund seiner Abmessungen könnte er einer der heraldischen Kamelbehänge gewesen sein, die anatolische Nomaden bis in die jüngste Zeit verwendeten. Das Muster wirkt geheimnisvoll. Von den mit Widderhörnern bekrönten, statuarisch erhabenen Figuren an den Feldenden geht eine numinose Aura aus. Sie scheinen sich über die ungemusterte, blutrote Grundfläche hinweg Signale zuzusenden und mit dem Rautenkreuz im Zentrum zu korrespondieren. Der Ausdruck "Kult-Kelim" drängt sich bei diesem Flachgewebe, dem einzigen, vollständig erhaltenen Exemplar seiner Art ist, auf (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Südanatolien |
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| Abmessungen: 386 x 155 cm |
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| Alter: 18. Jh. |
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| Schätzpreis: 6.500,00 € |
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| Vergleich: COOTNER, CATHRYN & MUSE, GARRY, Anatolian Kilims. The Caroline & H. McCoy Jones Collection. San Francisco-London 1990, Nr. 101 *** PETSOPOULOS, YANNI, 100 Kelims. Meisterwerke aus Anatolien. München 1991, Nr. 30 |
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| Lot: 86 | ||
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| Balikesir Kelim Fragment | "Dieser Kelim gelangte 1985 als erstes bedeutendes Stück seines Mustertypus über den Ort Savashteppe nach Istanbul auf den Markt. .. Das hier abgebildete Beispiel ist fragmentarisch, denn es fehlt die rote Umrandung mit einem zinnen- oder fingerförmigen Übergang zum Feld." (Text Jürg Rageth) Zwei weitere Fragmente dieses Kelimtypus sind publiziert. Nr. 14 bei Konzett, klassifiziert als "Yüncü", besitzt noch die "Parmakli"-Seitenabschlüsse, während das Exemplar der Sammlung McCoy Jones, wie OS-87, nur der Mittelteil des Feldes ist. (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Nordwestanatolien |
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| Abmessungen: 295 x 70 cm |
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| Alter: 18. Jh. |
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| Schätzpreis: 3.000,00 € |
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| Vergleich: COOTNER, CATHRYN & MUSE, GARRY, Anatolian Kilims. The Caroline & H. McCoy Jones Collection. San Francisco-London 1990, Pl. 22 *** PLOIER, HELMUT, Gewebte Poesie. Frühe anatolische Kelims. Sammlung Konzett. Graz 1991, Nr. 14 |
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| Lot: 87 | ||
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| Kappadokischer Kelim | "Im Gegensatz zu Tafel 90 handelt es sich hier um ein Gewebe mit einem für Kelims sehr typischen Musteraufbau: An ein Hauptfeld sind an den Schmalseiten Nebenfelder, sogenannte 'Schürzen' angefügt, die mehr als nur Bordürencharakter haben. .. Besonders schön sind .. die kraftvollen Farben und der krapp-rosa farbige Grund des Hauptfeldes, zu dem die wenigen hell-blauen Partien besonders schön kontrastieren. Das Stück hat dadurch eine außergewöhnliche, hervorragende Farbharmonie." (Text Jürg Rageth) | |
| Herkunft: Zentralanatolien |
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| Abmessungen: 387 x 170 cm |
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| Alter: vor 1800 |
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| Schätzpreis: 5.000,00 € |
| Lot: 88 | ||
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| Karapinar Saf Kelim | Von den drei hier angebotenen Saf-Kelims zeigt dieses farbenprächtige Fragment, welches Karapinar zugeordnet werden kann, den höchsten Abstraktionsgrad. Es wirkt dadurch dezidiert "moderner" als die beiden anderen. Seine Zeichnung ist rein abstrakt, die Farbe spielt in phänomenologischer Hinsicht die Hauptrolle. Ursprünglich könnte der Kelim sieben Nischenfelder besessen haben. Ein anderes Saf-Fragment dieser besonderen Gruppe ist im Buch der Kailash Galerie veröffentlicht, die Hälfte eines weiteren Exemplars wurde bei uns kürzlich versteigert (Kommentar Rippon Boswell). | |
| Herkunft: Zentralanatolien, Region Konya |
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| Abmessungen: 275 x 145 cm |
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| Alter: vor 1800 |
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| Schätzpreis: 5.000,00 € |
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| Vergleich: AMPE, PATRICK & RIE, Textile Art. A personal choice (Kailash Gallery). Antwerpen 1994, Nr.15 |
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| Lot: 89 | ||
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| Hotamis Kelim | Dieser in zwei Bahnen gewebte, rotgrundige Kelim kann, wie OS-101, den Hotamis-Turkmenen im Gebiet südlich von Karapinar zugeschrieben werden. Er besitzt einen ähnlichen Musteraufbau, mit zwei Nelken-Elems und Gül-artigen Hexagonen, die hier aber zu zwei parallelen Musterbalken angeordnet sind (Kommentar Rippon Boswell). | |
| Herkunft: Zentralanatolien, Region Konya - Karapinar |
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| Abmessungen: 444 x 174 cm |
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| Alter: um 1800 |
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| Schätzpreis: 3.500,00 € |
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| Vergleich: FRAUENKNECHT, BERTRAM, Frühe türkische Tapisserien. Nürnberg 1984, Tf. 43 |
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| Lot: 90 | ||
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| Sivrihisar Flachgewebe | "Dieses zentralanatolische Flachgewebe erinnert an den berühmten, schon von Erdmann publizierten Tierteppich im Ethnographischen Museum in Konya. Jener einmalige Teppich aus dem 15. Jahrhundert zeigt eine Gliederung des Innenfeldes, die hier geradezu als Vorlage gedient haben könnte. .. Daß ein solches Musterkonzept aus dem 15. Jahrhundert auf einem Flachgewebe des 19. Jahrhunderts immer noch in relativ unverfälschter Form anzutreffen ist, spricht für eine starke Kontinuität von Mustern auf Flachgeweben. Bei Knüpfteppichen ist dies nicht der Fall. Sie unterlagen zeitlichen Modeströmungen viel mehr als Flachgewebe." (Text Jürg Rageth) Der Tierteppich im Mevlana-Museum, dem dieses broschierte Flachgewebe tatsächlich ähnelt, wird heute ins 13. Jhdt. datiert. Das Vorkommen einer Indigosulfonfärbung bei OS-106 schließt ein Entstehungsdatum des Flachgewebe um 1800 nicht aus: diese Färbemethode läßt sich schon ab 1740 in Sachsen nachweisen und könnte auch vor 1800 in Anatolien bekannt gewesen sein (Kommentar Rippon Boswell). |
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| Herkunft: Westliches Zentralanatolien |
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| Abmessungen: 182 x 76 cm |
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| Alter: 19. Jh. |
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| Schätzpreis: 850,00 € |

