Unternehmensprofil

RIPPON BOSWELL, gegründet 1884 in England, ist der weltweit einzige Spezialversteigerer für antike Teppiche und Textilien. Die gleichnamigen Firmen in Großbritannien, der Schweiz und Deutschland sind heute unabhängige Gesellschaften im Besitz unterschiedlicher Eigentümer.

Firmengeschichte
Alle RIPPON BOSWELL Gesellschaften sind aus der Firma hervorgegangen, die John Rippon im Jahre 1884 im südenglischen Exeter gründete. Als "Estate Agent & Auctioneer" hatte John Rippon sich auf die Vermittlung und Versteigerung von Liegenschaften, Nachlässen und Häusern mit kompletter Einrichtung spezialisiert. Die damalige Käuferklientel bestand vorwiegend aus Kolonialbeamten, die nach ihrer Pensionierung aus den überseeischen Gebieten des Empire nach Großbritannien zurückkehrten und einen standesgemäßen Alterssitz suchten. Nachfolger von John Rippon war dessen Sohn Henry, der 1904 George Boswell als Partner ins Geschäft aufnahm. Seitdem firmierte die Gesellschaft unter dem Namen „RIPPON BOSWELL“.

Nach George Boswell's Tod ging die Firma auf L. D. Phillipps über. Im Jahre 1969 wurde sie von einem internationalen Konsortium übernommen. Die neuen Eigentümer beschlossen die Spezialisierung auf Teppiche und verlegten den Firmensitz nach London, das damals ein Zentrum für den Handel mit Teppichantiquitäten war. Um besser am internationalen Auktionsmarkt vertreten zu sein, der sich in einer Aufschwungsphase befand, beschlossen sie, Tochterfirmen im Ausland zu gründen. Eine Schweizer Niederlassung wurde 1974 in Basel eröffnet. 1976 führte die deutsche Rippon Boswell in Frankfurt am Main ihre erste Auktion durch, und zur gleichen Zeit nahm auch das Büro in Hongkong den Betrieb auf.

RIPPON BOSWELL Deutschland
Die Frankfurter Repräsentanz befand sich im Westend in der Villa der Senatorin Lampe, Friedrichstraße 45. Die Versteigerungen wurden auf dem Frankfurter Messegelände abgehalten. Auktionatoren waren zuerst Knut Günther bis 1978, danach Samuel Wennek. Im Frühjahr 1987 wurde Rippon Boswell Deutschland von Christa Lebold und Detlef Maltzahn, langjährigen Mitarbeitern in Frankfurt, übernommen. Da ein adäquates Domizil, groß genug, um die Auktionen im Hause durchzuführen, in Frankfurt nicht zu finden war, verlegten die neuen Eigentümer den Geschäftssitz nach Wiesbaden. Das große Jugendstilhaus, in dem die Firma seit Herbst 1987 ihren Sitz hat, befindet sich kurioserweise auch in der Friedrichstrasse 45.

RIPPON BOSWELL Deutschland hat mit bedeutenden Einzelobjekten und Sammlungen im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte Weltgeltung erlangt und oft Höchstpreise erzielt. Spektakulär war im Herbst 1989 die Versteigerung des Vanderbilt-Mogulteppichs: das große, quadratische Stück mit Gittermuster, aus dem 18. Jahrhundert, wurde für rund 1,3 Millionen DM verkauft, damals der Weltrekord für einen Orientteppich auf einer Auktion. In der Auktion am 1. Dezember 2007 brachte ein kleinformatiger Mogul-Nischenteppich der seltenen Millefleurs-Gruppe mit 456.000 Euro wieder einen hohen Preis.

Außer den Katalogauktionen im Mai und November und den Zwischenauktionen, die, nach Bedarf angesetzt, meistens im März und September stattfanden, wurden in Sonderauktionen auch Privatsammlungen versteigert, so im März 1992 die Sammlung von Viola Dominguez aus Santa Monica. Die Zwangsversteigerung mit antiken Sammlerstücken aus dem konfiszierten Besitz eines bekannten Galeristen, durchgeführt für das Vollstreckungsgericht München, sorgte im Juni 1999 international für Aufsehen. Mit großem Erfolg wurden im Oktober 1999 wertvolle Einzelstücke aus der Sammlung „Orient Stars“ des Stuttgarter Ehepaares Waltraud und E. Heinrich Kirchheim versteigert. Ebenfalls international stark beachtet war die Sonderauktion turkmenischer Sammlerteppiche „The Lesley and Robert Pinner Collection of Turkmen Rugs“ im Mai 2004.

Daß antike Teppiche und Textilien in Wiesbaden oft beste Resultate erzielen, liegt an der spezifischen Klientel von RIPPON BOSWELL aus führenden, internationalen Galeristen und Privatsammlern, und am durchgängig hohen Qualitätsstandard der Katalogauktionen.

Ein einschneidendes und alles überschattendes Ereignis war der Verlust unserer geschäftsführenden Gesellschafterin Christa Maltzahn, die im September 2007 ihrer unheilbaren Nervenkrankheit ALS erlag.