Voller Erfolg der ORIENT STARS Auktion

Wiesbaden, 6. Oktober 1999 - Die Abendauktion am 2. Oktober 1999 war ein voller Erfolg. Ein internationales Publikum aus Experten, Sammlern, Händlern und Neugierigen traf sich im vollbesetzten Saal, um dabei zu sein, als 88 Knüpfteppiche, Flachgewebe, Stickereien, Textilien und Fragmente der "Orient Stars"-Sammlung des Stuttgarter Ehepaares Waltraut und E. Heinrich Kirchheim zum Aufruf kamen.

Die "Orient Stars" gelten weltweit als eine der bedeutendsten Teppichsammlungen der Nachkriegszeit. Fachmagazine und Wirtschaftsblätter titelten schon vor Wochen, daß die hessische Landeshauptstadt für diesen Abend zum "Mekka der Teppichfreunde" werden würde, und so sah man dieser Auktion, die auch als wichtiger Markttest bewertet wurde, allgemein mit großer Spannung entgegen.

In Anlehnung an das Konzept des Sammlungsbuches von 1993, war der Auktionskatalog in Objektgruppen aufgeteilt. Am Anfang standen kaukasische Dorf- und Nomadenarbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts (Losnummern 1 - 16). Mit Ausnahme der Lose 5 und 15, fanden alle Objekte dieser Gruppe neue Besitzer, ein erneuter Beweis für die anhaltende Beliebtheit dieses Sammelgebietes. Die Losnummer 1, der berühmte Stern-Kazak Typ A (Schätzpreis 180.000 DM) sorgte für einen furiosen Auftakt: aufgerufen mit 120.000 DM, kletterten die Gebote in 10.000 DM-Stufen schnell über 200.000 DM bis zum Zuschlag bei 290.000 DM. Einen neuen Weltrekord erzielte eine seltene Sumakh-Tasche der Schahsavan-Nomaden mit Kreuzmuster, die gegen zwei Telefone schließlich einem schriftlichen Bieter aus USA für 39.000 DM zugeschlagen wurde.
Aus der kleinen Gruppe der vier kaukasischen Seidenstickereien (Lose 17 - 20) wurden drei Stücke verkauft, lediglich Los 20, ein schwarzgrundiges Querpaneel mit drei Zypressen, fand keinen Liebhaber.
Die dritte Gruppe (Lose 21 - 30) stieß dagegen beim Publikum auf deutlich geringes Erwerbinteresse: diese historischen Teppiche aus dem Kaukasus und Persien wurden zwar in der Vorbesichtigung viel bestaunt, jedoch mag ihre dezidiert museale Aura Privatsammler eher eingeschüchert haben. Nur die Lose 22, 23 und 28 konnten abgesetzt werden, allerdings wird über weitere Stücke noch verhandelt. Auf der Strecke blieb leider der "Barbieri"-Baumteppich, dessen Schätzpreis (480.000 DM) wohl zu optimistisch war.
Die nächste Gruppe, 20 Kelims aus Anatolien, schnitt dagegen mit einem Ergebnis von 13 verkauften zu nur 7 unverkauften Stücken erstaunlich gut ab. Wegen der rückläufigen Preisentwicklung in diesem Marktsegment, das vor etwa 10 Jahren seinen Höhepunkt erreichte, hatte Rippon Boswell hier mit einem weniger guten Resultat gerechnet.
Alle Fragmente der "Gelben Gruppe" wurden anschließend zugeschlagen. Die darauf folgenden anatolischen Dorfteppiche brachten teils sehr gute Preise mit zum Beispiel 43.000 DM für Los 55 (Schätzpreis 25.000 DM) und 59.000 DM für Los 70 (Schätzpreis 40.000 DM).

Zufriedenheit auf allen Seiten ließ sich nach der Versteigerung konstatieren. "Absolut positive Zusammenarbeit und tiefes Vertrauen zu Rippon Boswell & Co.,..", so Heinrich Kirchheim kurz nach der Versteigerung gegenüber der Presse, hätten ihn dazu veranlaßt, die Auktion von dem kleinen Spezialauktionshaus durchzuführen zu lassen und darauf zu verzichten, mit einem der ganz Großen der Branche ins Geschäft zu kommen. Eine Auszeichnung, auf die man bei Rippon Boswell zu Recht stolz ist.

Ergebnisliste "ORIENT STARS"

Zurück zu den Nachberichten