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Grosse Herbstauktion

Samstag 26. November 2011 um 15 Uhr

283 Lots
    • Lot111
    • HerkunftNordpersien
    • Abmessungen200 x 110 cm
    • Alter19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.000
    In Rascht, einer nordpersischen Stadt am Kaspischen Meer, wurden schon seit frühsafawidischer Zeit prächtige Stickereien aus Wollfilz und Seide hergestellt. In Patchwork-Technik wurden auf den Grund verschiedenfarbige Filzpartien appliziert, das eigentliche Muster entstand durch die Konturierung aus Seidengarn. Ein charakteristisches Merkmal dieser Textilien, die in unterschiedlichen Formaten und für eine Fülle von Verwendungszwecken hergestellt wurden, ist ihr schwungvoller, verspielter, etwas überladen wirkender Stil, der dem orientalischen Bedürfnis einer vollständigen Flächenfüllung entspringt. Bei diesem eleganten Exemplar aus dem 19. Jahrhundert bedeckt ein üppiger Blütenbaum das schwarzgrundige Feld unterhalb der halbkreisförmigen Nische. Da die originalen Seitenabschlüsse fehlen, könnte das Textil ursprünglich zu einem Fries aus aneinandergereihten Nischenbildern gehört haben und in einem Zelt als dekorativer Wandbehang verwendet worden sein. - Guter Zustand.
  • Ghiordes Gebetsteppich

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    • Lot112
    • HerkunftWestanatolien
    • Abmessungen187 x 139 cm
    • AlterEnde 18. Jh.
    • Schätzpreis EUR9.500
    Ein klassischer Gebetsteppich aus Westanatolien mit hellgrünem, offenflächigen Feld. Der kleine Dreiecksgiebel wird von zwei schlanken Säulen getragen, das weiße Tympanon darüber ist dicht mit kleinen Blüten gefüllt. In der breiten Hauptbordüre sehr schön gezeichnete Blütenbäume, die aus Vasen herauswachsen. Die Gebetsteppiche dieser Gruppe waren eine Spezialität der Werkstätten von Kula und Ghiordes. Als Handelsobjekte wurden sie in großer Zahl ins Ausland exportiert. Ein rotgrundiges, in der Zeichnung gut vergleichbares Exemplar aus der Sammlung Ballard befindet sich heute im City Art Museum von St. Louis. - Schirazi beidseitig erneuert, Enden etwas reduziert. Kleinere Reparaturen, ansonsten deutlich besser erhalten als viele andere Teppiche dieser Gruppe.

    Vergleich:
    DIMAND, MAURICE S., The Ballard Collection of Oriental Rugs in the City Art Museum of St. Louis. St. Louis 1935, Tf. XLII

    • Lot113
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen211 x 154 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.300
    Dieser Bildteppich, dessen feuerrotes Feld vom Abbild eines mächtigen Tigers beherrscht wird, zählt zu den interessantesten Gabbehs, die uns überliefert sind. Er ist bei den Boyer Ahmadi, einer der beiden großen Stammesgruppen der Luren von Fars, entstanden. Mit Haken besetzte Stufenpolygone, Bäume, Blüten und vierbeinige Tiere sind locker um die zentrale Figur angeordnet. In den farbdiagonal konzipierten Ecken stehen weitere, vierbeinige Tiere. Unser Exemplar war 1999 in Götrborg ausgestellt, ein Vergleichsstück ist von Tanavoli veröffentlicht worden. Dieser schreibt, daß solche Teppiche von den nomadischen Herstellern als Löwen-Teppiche bezeichnet werden, obwohl ein Tiger dargestellt ist.

    Vergleich:
    TANAVOLI, PARVIZ, Lion Rugs. The Lion in the Art and Culture of Iran. Basel 1985, Nr. 21

    Veröffentlicht:
    KONSTHALLEN GÖTEBORG (Hrsg.), Mönstrets Mysterier. Orientaliska Mattor & Textilier. Göteborg 1999, Tf. S. 41 oben

    • Lot114
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen393 x 172 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.000
    Ein großer, rotgrundiger Gaschgai-Kelim mit vier Rauten auf der Mittelachse, an den Feldseiten versetzt angeordnete, halbierte Rauten. Die fasziniernde Wirkung des Kelims beruht auf dem starken Kontrast zwischen den leeren Flächen des Feldes und den dicht gefüllten Rauten, in denen kleine, farbdiagonal angeordnete, scharf gezackte Formen ein Eye-Dazzler-Muster bilden. - Sehr guter Zustand.

    Vergleich:
    GALERIE NEIRIZ (Hrsg.), Kelims der Nomaden und Bauern Persiens. Berlin 1990, Nr. 51

    • Lot115
    • HerkunftNordwestpersien, Kurdistan
    • Abmessungen193 x 127 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.700
    Ein Senneh-Kelim mit Pastellfarben. Im weißen, schildförmigen Feld kleine blühende Pfanzen und ein großes, braungrundiges Rautenmedaillon mit Herati-Muster, die Eckstücke ebenfalls mit Herati-Muster. - Kleine reparierte Stellen, Enden minimal reduziert, sonst gut erhalten.
    • Lot116
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen362 x 100 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500
    Das Feldmuster besteht aus neun Vertikalstreifen in alternierenden Farben, darin kleine blühende Pflanzen. Die dreibahnige Bordüre hebt sich kaum vom Feld ab. - Seiten geschnitten, neue Schirazi. Beide Enden etwas reduziert, kleinere Mottenstellen und einige Reparaturen.
  • Gaschgai Gabbeh, Boyer Ahmadi Stamm

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    • Lot117
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen187 x 127 cm
    • Alterum 1900
    • Schätzpreis EUR1.800
    Ein riesiger, expressiv dargestellter Löwe beherrscht das feuerrote Feld. Vor seinem Haupt drei auf dem Boden hockende, weiße Kamele. Vermutlich eine Arbeit des Boyer Ahmadi-Stammes. - Originalabschlüsse ringsum erhalten, leichte Gebrauchsspuren im Flor.

    Vergleich:
    TANAVOLI, PARVIZ & AMANOLAHI, SEKANDAR, Gabbeh. The Georges D.Bornet Collection, Part 2., Zug und Wesel, o. Jahr, Nr. 75, S. 142

    • Lot118
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen71 x 135 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.000
    Der Yomud-Asmalyk und die nächste Losnummer gehören als Paar zusammen. Sie wurden gleichzeitig und auf gemeinsamen Kettfäden geknüpft. Ein anderes Beispiel dieser seltenen Gruppe wird im Berliner Museum aufbewahrt (Sammlung Rickmers). Der Typus ist breiter als üblich und weist an den Seiten und am unteren Ende eine Zusatzbordüre mit kleinen Stufenpolygonen auf. Im weißen Feld ein Gittermuster aus gezackten Blättern und vertikalen Baumformen, die mit Erre-Güls besetzt sind. - Oben etwas reduziert, unten sind Reste des Abschlußkelims erhalten. Seiten original. Alters- und Gebrauchsspuren, Flor stellenweise niedrig.

    Vergleich:
    PINNER, ROBERT, The Rickmers Collection. Turkoman Rugs. Berlin 1993, Nr. 49

  • Turkmenisches Zeltband

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    • Lot119
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen1324 x 23 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR12.000
    Das vollständig erhaltene Zeltband mit relativ grober Knüpfung ist möglicherweise eine Arbeit des Tekke-Stammes. Die wie immer bei Zeltbändern in Abschnitten angeordneten Ornamente sind hier nicht symmetrisch auf einen Mittelpunkt ausgerichtet, sondern scheinbar zufällig aufgereiht. - Leichte Gebrauchsspuren, insgesamt guter Zustand.
  • Marasali Gebetsteppich

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    • Lot120
    • HerkunftOstkaukasus, Region Schirwan
    • Abmessungen158 x 125 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR7.500
    Blaugrundiger Gebetsteppich aus dem Schirwan-Gebiet mit Marasali-Muster aus dicht zusammenstehenden, bunten, in der Innenzeichnung abwechslungsreich gestaltenen Botehs und steiler Mihrabform. Breite Bordürenzone mit fünf Bahnen, mit den für diese Provenienz typischen Vogelabstraktionen in der weißgrundigen Bahn. - Ringsum Originalabschlüsse, Flor mit leichten Gebrauchsspuren.

    Vergleich:
    BENARDOUT, RAYMOND, Caucasian Rugs. London 1978; Tf. S. 44