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Grosse Herbstauktion

Samstag 26. November 2011 um 15 Uhr

283 Lots
  • Täbriz Seidenteppich

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    • Lot141
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen188 x 138 cm
    • Alterdat. 1301 = 1884
    • Schätzpreis EUR10.000
    Dieser datierte Seidenteppich (1301 AH = 1884 AD) stammt aus einer der Meisterwerkstätten von Täbriz. Eine flach geschwungene Nische am oberen Feldende wird von zwei Säulen getragen, am unteren Feldende steht eine Vase mit einer Blume, vom Scheitel des Giebels hängt eine floral stilisierte Lampe herab. Das Muster hebt sich prägnant vom offenflächigen, weinroten Innenfeld ab. - Seidenteppiche mit individuellen Kompositionen, geknüpft nach gezeichneten Entwürfen von Teppichkünstlern, entstanden als Auftragsarbeiten für Angehörige der persischen Oberschicht. Bei diesen Prestigeobjekten wurde auf Perfektion der Ausführung und die Verwendung besten Knüpfmaterials großer Wert gelegt. Vom Typus her wegen der Nische ein Gebetsteppich, wurde der Teppich nicht zu diesem Zweck benutzt, sondern war ein dekorativer Wandbehang. - Im Bereich der linken Bordüre zwei kleine, horizontale Brüche im Grundgewebe, in der rechten Bordüre eine leicht abgenutzte Stelle. Sonst guter Zustand mit den Originalabschlüssen ringsum.
  • Kirman Seidenteppich

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    • Lot142
    • HerkunftSüdpersien
    • Abmessungen271 x 166 cm
    • Alterdatiert 1326 = 1908
    • Schätzpreis EUR55.000
    Der kostbare, ganz aus Seide gearbeitete Bildteppich stammt aus einer der Meisterwerkstätten in Kirman. Am unteren Feldende ein Teich mit Fischen und einer Ente, am Ufer stehen sechs Vögel ( Flamingo, Truthahn, Pfau, Hahn, Perhuhn und Trappe). Auf dem höchsten Punkt eines davor befindlichen, grünen Hügels, auf dem Kürbisse liegen, erhebt sich ein dreistämmiger Baum. Seine schwungvollen Zweige füllen die gesamte obere Fläche des cremefarbenen Innenfeldes. An den Zweigen hängen große, reife Früchte, auf den Ästen hat sich eine Vielzahl prachtvoller Vögel niedergelassen, gezeichnet in einem bemerkenswert naturalistischen Stil, dazwischen segeln Schmetterlinge umher. Die Darstellungweise erinnert an alte Zoologielexika mit gemalten, kolorierten Zeichnungen. Gleiches gilt für die breite, ebenfalls cremegrundige Hauptbordüre, in der Säugetiere, Amphibien, Reptilien und Insekten zu sehen sind. In diesen zoomorphen Bilderbogenfries sind zehn Rundmedaillons mit repräsentativen Portraits von Menschen unterschiedlicher Kontinente integriert. Sie sind durch Inschriften gekennzeichnet (im Uhrzeigersinn ab der linken unteren Ecke): osmanischer Türke, amerikanischer Ureinwohner, Afrikaner, Iraner, Europäer, Rumi (= Bewohner des damals osmanisch beherrschten Balkan), Inder, Chinese, Araber, australischer Ureinwohner. - Die kalligraphischen Inschriften in zwei Kartuschen am unteren Feldende und in der oberen Querbordüre machen präzise Angaben über den Künstler, der die Vorlage geschaffen hat, den ausführenden Meister und den Auftraggeber dieses Teppichs. Demnach wurde der Teppich im Jahr 1326 AH = 1908 AD im Atelier von Abu'l-Qasem Kirmani angefertigt, nach dem Entwurf von Fursat Shirazi, als Auftragsarbeit für Aga Buhjat Al-Mulk. Sechs Kirman-Bildteppiche, alle nach demselben Karton in der Werkstatt von Abu'l-Qasem Kirmani geknüpft, sind bisher veröffentlicht worden. Vier davon sind aus Wolle, zwei ganz aus Seide gearbeitet. Mit einer Ausnahme unterscheiden sie sich nur geringfügig in den Abmessungen. Fünf wurden für denselben Auftraggeber Aga Buhjat al-Mulk hergestellt, eines für Murtaza Quli Khan, einen bekannten Stammesführer der Bachtiaren. Ein Exemplar, auch veröffentlicht in Hali I,1, befindet sich im Teheraner Teppich-Museum (Nr. 35, 287 x 176 cm, Wolle). Zwei Exemplare wurden bei Sotheby's in London versteigert (28.04.2004, # 71 (Wolle), 289 x 172 cm, datiert 1888; 17.04.2007, # 16 (Wolle), 272 x 169 cm, im Auftrag von Murtaza Quli Khan). Zwei weitere Exemplare wurden bei Christie's in London versteigert (30.04.1998, # 153 (Wolle), 314 x 163 cm; 16.10.2003, # 99 (Seide), 204 x 132 cm). Das hier angebotene Exemplar aus Seide wurde zuvor in Kopenhagen versteigert (Bruun Rasmussen, 6.12.2007, # 2263). - Sehr guter Zustand, mit den Originalabschlüssen ringsum.

    Vergleich:
    AZADI, SIAWOSCH ULRICH, Persian Carpets. Vol. 1. Inauguration of the Carpet-Museum in Teheran, Iran 1977, Tf. S. 81 = HALI Vol. I, Nr. 1. London 1978, Tf. iV *** SOTHEBY'S London, Auktion 28. April 2004, # 71 und 17. April 2007, # 16 *** CHRISTIE'S London, Auktion 30. April 1998, # 153 und 16. Oktober 2003, # 99

    Veröffentlicht:
    BRUUN RASMUSSEN Kopenhagen, Auktion 6. Dezember 2007, # 2263

  • Schahsavan Taschenfront

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    • Lot143
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen56 x 60 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.000
    Diese in feiner Sumakh-Technik gewebte Taschenfront mit Tiermuster auf dunkelblauem Grund ist eine Arbeit der Khamseh-Schahsavanen. Bildhaft im Charakter, beeindruckt das schon 1999 in Göteborg ausgestellte Stück durch seine sehr schönen Farben und die Exaktheit seiner Zeichnung. Es gehörte ursprünglich zu einer Doppeltasche. Die zweite Vorderseite derselben Khordjin wurde von Frauenknecht veröffentlicht. - Seiten original, beide Enden neu befestigt, Rückseite fehlt.

    Vergleich:
    FRAUENKNECHT, BERTRAM, Schahsavan Sumakh Taschen. Fürth 1993, Abb. 38

    Veröffentlicht:
    KONSTHALLEN GÖTEBORG (Hrsg.), Mönstrets Mysterier. Orientaliska Mattor & Textilier. Göteborg 1999, Tf. S. 16

  • Schahsavan Khordjin

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    • Lot144
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen118 x 61 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR8.000
    Vollständig erhaltene Khordjin der Khamseh-Schahsavanen, fein und sorgfältig gewebt in Sumakh-Technik. Die Vorderseiten mit einem dichten, an Jaff-Arbeiten erinnernden Rapport versetzter Hakenrauten in gedeckten Farben, wirkungsvoll eingerahmt durch die weiße Bordüre mit getreppten Polygonen in helleren Farben. Rückseite bunt gestreifter Kelim. - Guter Zustand.

    Vergleich:
    WERTIME, JOHN T., Sumak Bags of Northwest Persia & Transcaucasia. London 1998, Nr. 37

    • Lot145
    • HerkunftZentralasien, Usbekistan
    • Abmessungen231 x 157 cm
    • Alter18. Jh.
    • Schätzpreis EUR19.000
    Diese sehr alte Susani mit dunkel gewordenem Baumwollgrund dürfte eines der frühesten, uns aus Bochara erhaltenen Exemplare sein. Das Feldmuster - ein Rautengitter aus diagonalen Blättern mit eingestellten Blüten, die zu kreisen scheinen - ist weiträumig angelegt, ebenso das Rankenornament in der breiten Bordüre: sozusagen eine Konzentration auf das Wesentliche. Beim Zeichenstil zeigt sich noch der Einfluß indischer Vorbilder, besonders deutlich sichtbar bei den kleineren Blumen im Bordürenverlauf. - Fachkundig restauriert, einige Fehlstellen, mit sandfarbenem Stoff hinterlegt.
    • Lot146
    • HerkunftZentralasien, Usbekistan
    • Abmessungen229 x 152 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR12.000
    Bei dieser seltenen Susani überziehen diagonal verlaufende, grüne Ranken, die wie Schlingpflanzen aussehen, und Zweige das gesamte Innenfeld. Unter den Blüten, mit denen die Zweige besetzt sind, fallen die großen, hängend angeordneten Nelken auf. Auch in der dicht gemusterten Bordüre sind Nelken das vorherrschende Motiv. Mit prachtvollen Farben und eleganter Zeichnung ein sehr dekoratives Textil. - Mit Stoff hinterlegt, guter Zustand.
    • Lot147
    • HerkunftZentralfrankreich, Aubusson
    • Abmessungen250 x 115 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.400
    Ein französischer Teppich aus der Zeit Kaiser Napoleon I. im typischen Querformat mit zwei Greifen, die in Seitenansicht um eine zentrale Lyra angeordnet sind. Die vom Vorbild ägyptischer Sphinx-Skulpturen abgeleiteten Fabeltiere waren ein beliebtes Motiv in der Epoche des Empire. - Der erdbraune Grund ist stark korrodiert und stellenweise repariert. Alters- und Gebrauchsspuren.
    • Lot148
    • HerkunftZentralasien, Usbekistan
    • Abmessungen294 x 81 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500
    Dieses Fragment eines sehr seltenen, ursprünglich vermutlich viel größeren Teppichs stammt aus Kokand, der Hauptstadt des gleichnamigen Khantes im Ferghana-Tal. Das Khanat existierte von circa 1710 bis 1876, dann wurde es von dem Zarenreich annektiert. Auf dem braunrotem Feldgrund ein maßstäblich sehr großes Gittermuster aus gelben Linien, die lachsrote Kompartimente einrahmen, in den oktoganalen Feldern stehen kantig gezeichnete, mit Blüten besetzte Palmettenformen. - Mehrere Flecken, diverse Mottenstellen. Oberer Abschluß mit Resten eines roten Kelims, unten reduziert, beide Seiten geschnitten, neu angesetzte Kordeln.

    Veröffentlicht:
    HERRMANN, EBERHART, Von Konya bis Kokand. Seltene Orientteppiche 3. München 1980, Nr. 115

    • Lot149
    • HerkunftWestanatolien
    • Abmessungen220 x 145 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500
    Auf der Mittelachse des braunen Feldes drei riesige Palmetten mit gezackten Konturen, umrahmt von paarweise angeordneten, hellgelben Formen, die wie Blätter aussehen, aber letztlich stark stilisierte Drachenfiguren sind. Wie das kaukasische Muster nach Westanatolien gelangte, bleibt ein Rätsel. Andere Exemplare dieser kleinen Gruppe wurden schon 1901 von Mumford und 1923 von Jacoby veröffentlicht. Ein besonders schönes Exemplar hat Willborg 1990 publiziert. - Deutliche Alters- und Gebrauchsspuren, untere linke Ecke nachgeknüpft. Braune Partien stark korrodiert, Farben verblichen. Originale Schirazi und Kelimenden.

    Vergleich:
    MUMFORD, JOHN KIMBERLEY, Oriental Rugs. New York 1901, TF. V *** JACOBY, HEINRICH, Eine Sammlung orientalischer Teppiche. erlin 1923, TF. 30 *** WILLBORG, PETER, 1980-1990. "Ten Years" Jubilee Exhibition. Stockholm 1990, Nr. 21

    • Lot150
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen65 x 199 cm
    • Alterum 1800
    • Schätzpreis EUR5.000
    Der große Schmuckbehang (Jollar) des Salor-Stammes kann in die Zeit um 1800 datiert werden, als die Saloren noch in der Umgebung der Oase Merv lebten. Das bisher unbekannte Exemplar, ein Meisterstück seiner Art mit glühenden Farben und samtartig dichtem Flor, stammt aus einer alten deutschen Privatsammlung und wird hier erstmals veröffentlicht. Paarweise angefertigt, schmückten diese Behänge mit Kedschebe-Muster die Flanken des Brautkamels, wenn die Braut ihrem Bräutigam am Hochzeitstag zugeführt wurde. Es sind Exemplare mit einem, mit zweien und mit drei der großen Darwaza-Güls (in freier Übersetzung: Himmelstor) bekannt. Dieses prachtvolle Exemplar mit zwei Darwarza-Güls ist außerordentlich fein geknüpft, so daß auch die minutiösen Ornamente der feingliedrigen Bordüren präzise gezeichnet sind. Für das Innenfeld und die beiden Primärgüls wurden unterschiedlichen Rottönen verwendet. Einige Partien des Flors bestehen aus schimmernder, rubinroter Seide, die hier weniger stark korrodiert ist als bei vergleichbaren Exemplaren. Von der Musteranlage und auch der Verteilung der Seidenflächen am besten mit unserem Behang vergleichbar ist ein etwas kleineres, in Carpet Magic veröffentlichtes Exemplar aus der Sammlung Thompson. - Drei vertikale Einrisse am unteren Rand, diverse kurze Einrisse am oberen Rand. Ringsum Originalabschlüsse, Flor in der ursprünglichen Höhe erhalten.

    Vergleich:
    THOMPSON, JON, Carpet Magic. The art of carpets from the tents, cottages and workshops of Asia. London 1983, S. 30 *** RIPPON BOSWELL A 75, 29. Mai 2010, #1 *** SCHÜRMANN, ULRICH, Zentral-Asiatische Teppiche. Frankfurt a.M. 1969, Nrn. 6 und 7 *** MACKIE, LOUISE & THOMPSON, JON, Turkmen. Tribal Carpets and Traditions. Washington D.C. 1980, Nr. 14 *** PINNER, ROBERT & EILAND, MURRAY L. Jr., Between the Black Desert and the Red. Turkmen Carpets from the Wiedersperg Collection. San Francisco 1999, TF. 4 *** TSAREVA, ELENA, Turkmen Carpets. The Hoffmeister Collection. Stuttgart 2011, Nr. 9