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Grosse Herbstauktion

Samstag 24. November 2012 um 15 Uhr

319 Lots
    • Lot1
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen73 x 44 cm
    • AlterAnfang 20. Jh.
    • Schätzpreis EUR600
    Ein Gabbeh im Miniaturformat, im sandfarbenen Feld zwei getreppte, weiße Rauten, die an den Spitzen ineinander übergehen und ungleich groß sind. Der Verwendungszweck dieses Stückes ist fraglich, vielleicht war der kleine Teppich eine Sitzmatte. - Gut erhalten, unten minimal reduziert.
    • Lot2
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen38 x 38 cm
    • Alter1. V. 20. Jh.
    • Schätzpreis EUR700
    Kleinformatige Luri-Tasche, im Feld ein Rautengitter mit Kreuzornamenten, weiße Bordüre mit geometrisch stilisierten Blüten an einer eckigen Ranke. Rückseite bunt gestreifter Kelim. - Verschlußleiste erhalten. Als Kissen ausgestopft. Guter Zustand.
    • Lot3
    • HerkunftSüdkaukasus, Azerbaidschan
    • Abmessungen54 x 155 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR850
    Diese Doppeltasche in Kelim-Technik ist vermutlich eine Arbeit der Azeri-Volksgruppe. Das einfache, nur zweifarbige Muster in Weiß und Dunkelblau besteht aus vertikalen Bahnen mit sägeblattartig scharf gezackten Konturen auf der Vorderseite und horizontalen Querstreifen auf der Rückseite. Ein Vergleichsstück bei Wertime und Wright, mit armenischer Inschrift, wird der Region Tiflis zugeschrieben. - Gebrauchsspuren, mehrere Flecken.

    Vergleich:
    WRIGHT, RICHARD & WERTIME, JOHN, Caucasian Carpets & Covers. The Weaving Culture. London 1995, Tf. 41

    • Lot4
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen108 x 84 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR950
    Die Chirpi genannten Umhänge wurden von den turkmenischen Frauen über dem Kopf getragen und fielen über die Schultern, waren also keine Mäntel. Die Herstellung der kunstvoll gemusterten Seidenstickereien erforderte viel Zeit und großes Können. Dementsprechend geschätzt wurden die Chirpis und in den Familien weitervererbt. Dieses Exemplar mit tiefgrüner, fast schwarzer Grundfarbe wurde von einer jungen, unverheirateten Frau getragen. - Sehr guter Zustand.
    • Lot5
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen172 x 136 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.900
    Das Flachgewebe stammt aus der zentralanatolischen Region um Konya und ist in einer spezifischen Broschiertechnik gearbeitet, die dem hermetisch dichten Muster aus versetzten, miteinander verschränkten Hakenrauten eine reliefartige Oberflächenstruktur verleiht. Solche Stücke werden entweder Cicim oder Zili genannt. Vermutlich wurde dieser Cicim, wie auch die beiden bei Eskenazi und Bausback publizierten Vergleichsstücke, als Vorhang und Abdeckung einer Wandnische, die im Haus als Schrank genutzt wurde, verwendet. - Minimale Gebrauchsspuren und kleine Reparaturen, insgesamt guter Zustand.

    Vergleich:
    ESKENAZI, JOHN J. (Hrsg.), Kilim. Mailand 1980, Nr. 27 *** BAUSBACK, PETER, Kelim. Antike orientalische Flachgewebe. Mannheim & München 1983, Tf. 87 *** BALPINAR, BELKIS & HIRSCH, UDO, Flachgewebe des Vakiflar-Museums Istanbul. Wesel 1982, TF. 106

    • Lot6
    • HerkunftNordwestpersien, Region Khamseh
    • Abmessungen46 x 100 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.900
    Seitenteil einer antiken Mafrasch der Khamseh-Schahsavanen, gewebt in feiner Sumakh-Technik, mit erstklassigem Wollmaterial und harmonischen Naturfarben. Vier Lesghi-Sterne im hellroten Feld, umrahmt von einer weißgrundigen Hauptbordüre mit aufgereihten Vogelabstraktionen (Syrga-Ornament). - Guter Zustand.

    Vergleich:
    WERTIME, JOHN T., Sumak Bags of Northwest Persia & Transcaucasia. London 1998, Nr. 28

    • Lot7
    • HerkunftWestliches Zentralpersien
    • Abmessungen86 x 112 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.400
    Antike Taschenfront in Sumakh-Technik und einem geknüpften Zusatzmusterstreifen am unteren Ende. Früher Teil einer der großen Doppeltaschen, die von den Luren und Bachtiaren bei ihren Wanderungen verwendet wurden. Gute Qualität, schöne Farben. - Leichte Gebrauchsspuren, insgesamt gut erhalten.

    Vergleich:
    HOUSEGO, JENNY, Tribal Rugs. An introduction to the Weavings of the tribes of Iran. London 1978, Tf. 40

    • Lot8
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen317 x 136 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.200
    Der solide gewebte, schwere Kelim mit sechs großen Hexagonen, die Spinnengüls einschließen, auf der Mittelachse des weißen Feldes und kleineren, analogen Ornamenten an den Seiten entstand bei einer Stammesgruppe der Schahsavanen im Gebiet Haschtrud. Eine einfache Borte aus braunroten Dreiecken, innen mit feinen Sägezähnen besetzt, umrahmt das Feld. Der Kelim überrascht durch die Wucht seines Musters. Sehr schöne Farben. - Guter Zustand.
    • Lot9
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen145 x 113 cm
    • Alter1321 A.H. = 1903 A.D.
    • Schätzpreis EUR3.000
    Auf rotem Feldgrund eine beherrschende, weiße Mihrabform mit turmartig steilem Giebel und einem seegrünen, kastenförmigen Zentralmotiv, umgeben von Hakenrauten. In zwei weißen Kästchen oberhalb des Giebels steht die islamische Datierung 1321 (1903). Bei Tschebull ist ein Vergleichsstück abgebildet. - Unten minimal reduziert, Seiten neu umwickelt. Insgesamt gut erhalten.

    Vergleich:
    TSCHEBULL, RAOUL, Kazak. Carpets of the Caucasus. New York 1971, TF. 12

    • Lot10
    • HerkunftOstkaukasus
    • Abmessungen198 x 118 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.400
    Ein sogenannter Blattgabel-Schirwan mit dunkelblauem Feld, darin ein Rapportmuster mit vier roten Blüten auf der Mittelachse und sie einrahmenden, weißen Winkelformen. In der weißen Hauptbordüre eine Blatt-Kelch-Ranke. - Seiten und oberer Abschluß original, unten etwas reduziert. Alters- und Gebrauchsspuren, einige Reparaturen, Flor gleichmäßig niedrig.

    Vergleich:
    EDER, DORIS, Orientteppiche. Band 1: Kaukasische Teppiche. München 1979, Nr. 311