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Grosse Frühjahrsauktion

Samstag 25. Mai 2013 um 15 Uhr

257 Lots
    • Lot1
    • HerkunftNordwestanatolien, Region Bergama
    • Abmessungen266 x 200 cm
    • Alterfrühes 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.000
    Die Karakecili waren eine Stammesgruppe, die im 18. und 19. Jahrhundert im gebirgigen Hinterland der Region Bergama lebte. Das hier angebotene Exemplar ist ein mustergültiges Beispiel für ihre unverwechselbaren Teppiche. Großzügig in der Komposition, mit leuchtenden Farben und einer von den transsylvanischen Teppichen des 17. Jahrhunderts beeinflußten Kartuschenbordüre, macht dieser Karakecili einen sehr alten Eindruck. Nach den Angaben des Einlieferers wurde der Teppich vor dem 1. Weltkrieg bei der Kunsthandlung Bernheimer in München erworben und war seitdem im Besitz der Familie. Bausback hat 1978 ein fast identisches Vergleichsstück veröffentlicht. - Stark beschädigt, großflächige alte Nachknüpfungen. Mehrere Löcher und Fehlstellen, Seiten geschnitten, neu angesetzte Schirazi.

    Vergleich:
    BAUSBACK, PETER, Anatolische Knüpfteppiche aus vier Jahrhunderten. Mannheim 1978, Tf. S. 39

    • Lot2
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen109 x 96 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR950
    Bei den Nomaden besaß das Familienoberhaupt einen eigenen, speziell angefertigten Teppich für besondere Anlässe. Dieser kleine Tekke-Sitzteppich ist ein Beispiel dafür. Im Feld zehn Reihen mit vier Tschowal-Güls. Die Tschemtsche-Sekundärmotive sind hier zu einer durchlaufenden, vertikalen Motivreihe verbunden. Der untere Elem ist mit kleinen Sternen gemustert, im oberen Elem sind stilisierte Bäume dargestellt. Wie bei einem Repräsentationsobjekt nicht anders zu erwarten, ist der Teppich sorgfältig geknüpft, aus feiner, glänzender Florwolle. Ein seltenes Sammlerstück. – Ränder ringsum beschädigt, Alters- und Gebrauchsspuren.
    • Lot3
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen104 x 66 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR400
    Ein Neun-Gül-Tschowal der Yomuden mit auberginefarbenem Grund, Erre-Güls als Sekundärmuster und kleinen Stufenpolygonen in der zinnoberroten Hauptbordüre. Seltener Elem mit vier abstrahierten Bäumen, die aus einer Vase herauswachsen. - Oben und unten etwas reduziert, Gebauchsspuren im Flor, Kelimrückseite nicht erhalten.
    • Lot4
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen40 x 83 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR500
    Eine Yomud-Torba mit weißem Ak-Su-Gittermuster, das dunkelblaue Felder mit Kreuzmotiven einrahmt. - Guter Zustand mit Originalrückseite. Die langen Zierfransen am unteren Ende könnten später hinzugefügt worden sein.
    • Lot5
    • HerkunftSüdkaukasus, Azerbaidschan
    • Abmessungen64 x 25 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR650
    Eine Azeri-Doppeltasche im Chanteh-Format, gewebt in Kelim-Technik mit einem Sumakh-Streifen an der Stelle, wo sich sonst die Verschlußleiste befindet. Die beiden, weißgrundigen Fronten mit einem sehr einfachen, aber auch einprägsamen Muster aus nachtblauen Zacken, die seitlich ins Feld vorspringen. - Breiter Mittelsteg mit bunten Querstreifen. - Deutliche Alters- und Gebrauchsspuren, Randschäden, Fehlstelle im Mittelsteg.
    • Lot6
    • HerkunftNordostpersien, Khorassan
    • Abmessungen266 x 119 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR800
    Dieser sehr seltene Belutsch wurde 1983 bereits bei Lefevre & Partners in London versteigert. Er fällt durch sein langes Format und die weiße Grundfarbe auf. Im Feld drei parallele Reihen geradlinig gezeichneter Bäume, deren Stämme mit Rauten und Zackenrauten besetzt sind. Die seitlichen Äste enden in Sternblüten. In der dunkelbraunen Hauptbordüre stehen Kreuzformen im Wechsel mit Dreieckspaaren. - Mit Originalschirazi und Resten der Kelimabschlüsse an beiden Enden erhalten. Gebrauchsspuren im Flor.

    Veröffentlicht:
    LEFREVRE & PARTNERS, Auktion 4. März 1983, # 53

    • Lot7
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen180 x 127 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500
    Zelteingangsteppich der Yomuden, im Feld das typische Hatschlou-Kreuz, hier mit nach unten versetztem Querbalken. Die vier Segmente sind dicht gemustert mit rautenförmigen Ornamenten. Zwei weißgrundige Syrga-Bordüren und eine mittlere, rote Bahn mit Stufenpolygonen rahmen das Innenfeld. Während viele Engsis der Yomuden als unteren Abschluß zwei Elems gleicher Breite aufweisen, ist hier der Querstreifen mit großen, bunten Baumformen beherrschend. - Ringsum Originalabschlüsse, guter Zustand.
  • Pope, Arthur Upham & Ackerman, Phyllis

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    • Lot8
    • HerkunftA Survey Of Persian Art
    • Abmessungenca. 39 x 29 cm
    • AlterLondon und New York 1938 / 1939
    • Schätzpreis EUR2.000
    Dieses Standardwerk über die Kunst des Iran ist für jedes wissenschaftliche Studium des Themas unverzichtbar. Es erschien zwischen 1938 und 1939 in sechs Bänden, herausgegeben von der Oxford University Press. Untertitel: From Prehistoric Times To The Present. Vol. I (1938): Text, Pre-Achaemenid, Achaemenid, Parthian and Sasanian Periods - Vol. II (1939): Text, Architecture, The Ceramic Arts, Calligraphy and Epigraphy - Vol III (1939): Text, The Art of the Book, Textiles, Carpets, Metalwork, Minor Arts - Vol. IV (1938): Plates 1 - 510 - Vol. V (1938): Plates 511 - 980 - Vol. VI (1939): Plates 981 - 1482) Buchdeckel mit Gebrauchsspuren und Flecken, blauer Leineneinband teils verblichen, Ecken beschädigt.
    • Lot9
    • HerkunftAlt-Orientalische Teppiche
    • Abmessungen52 x 36 cm
    • AlterBerlin 1877
    • Schätzpreis EUR700
    Julius Lessings berühmte Publikation „Alt-Orientalische Teppiche nach Bildern und Originalen des XV.-XVI. Jahrhunderts“ gilt das erste Teppichbuch. Es erschien in drei Lieferungen (Lieferung I mit 24 Seiten Text und 10 Farbtafeln, Lieferungen II und III mit jeweils 10 Farbtafeln). Professor Lessing, damals der Direktor des Berliner Kunstgewerbemuseums, entnahm die Muster den Teppichdarstellungen in Gemälden alter Meister. Er fertigte die gerasterten und kolorierten Zeichnungen, welche perspektivisch entzerrte und in die Fläche projizierte Rekonstruktionen sind, selbst an. Bei dem hier angebotenen Portfolio sind die drei Lieferungen in eine dunkelrote Mappe aus festem Karton mit geprägtem Deckel eingelegt, die eine Sonderanfertigung der Buchbinderei Herzog in Leipzig (laut eingeklebtem Schild) war. - Mappe mit leichten Abriebspuren und Flecken, insgesamt sehr guter Zustand, vollständig.
    • Lot10
    • HerkunftÖstliches Zentralanatolien
    • Abmessungen320 x 93 cm
    • AlterEnde 18. Jh.
    • Schätzpreis EUR8.000
    Im Ausstellungsbuch der Wiener ICOC von 1986 ist ein vollständiger Sivas der gleichen Gruppe abgebildet. Ältere Exemplare mit sehr ähnlichen Mustern und Farben wurden in der Moschee von Divrigi, einer Kleinstadt in der türkischen Provinz Sivas im östlichen Zentralanatolien, entdeckt. Unser Exemplar ist die Hälfte eines Teppichs, aber kein Fragment, da die flachgewebte Originalschirazi auf der rechten Seite erhalten ist. Vermutlich war er von Anfang an als Diwan-Teppich vorgesehen. - Gut erhalten, nur wenige kleine Restaurationen und leichte Gebrauchsspuren.

    Vergleich:
    TKF-WIEN (Hrsg.), Antike Orientteppiche aus österreichischem Besitz. Gesellschaft zur Förderung der Textil–Kunst-Forschung. Wien 1986, Nr. 29