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VOK COLLECTION, Selection III

Samstag 25. März 2017 um 15 Uhr

94 Lots

  • Der gedruckte Katalog enthält zwei Aufsätze von Andrew Hale zum Thema Susanis „Was gibt es da zu sehen?“ und von Dr. Ulrich Türck über anatolische Kelims „Zum Ursprung der Muster anatolischer Kelims“.

    • Lot177
    • HerkunftWestliches Zentralpersien, Region Chahar Mahal
    • Abmessungen457 x 157 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.300
    Sammlung VOK: Caucasus - Persia 35

    Dieser lange, einteilige Kelim in grober Webart fällt durch sein graphisch ausdrucksvolles, minimalistisches Muster in nur zwei Farben auf. Zwölf breite, weiße Querbalken liegen in regelmäßigen Abständen frei, ohne an die Seiten anzustoßen, auf dem erdbraunen, mehrfach abraschierten Grund. Einziges Dekorationselement sind zwei feine braune, horizontale Linien in den Randbereichen der weißen Balken. Zur Funktion schreibt Sadighi: "Solche Gelim werden beim Eintreiben der Herden am Einlaß zum Gatter befestigt. Die Streifen täuschen die Gestalten der Treiber vor". - Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, einige Flecken, ringsum Originalabschlüsse.

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Caucasus-Persia. Gilim und andere Flachgewebe. (Text: Hamid Sadighi) München 1996, Nr. 35

    • Lot178
    • HerkunftZentralasien, Südwest-Usbekistan
    • Abmessungen300 x 215 cm
    • Alterum 1900 - 1925
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.300
    Sammlung VOK: Suzani 4

    Das einfach konzipierte Feldmuster besteht aus zwölf sehr großen, in linearen Reihen angeordneten Scheibenblüten mit kreisförmigem, farblich hervorgehobenem Zentrum. Die Motive sind Ton-in-Ton in mehreren Rot-Violett-Orangetönen ausgeführt. Dieses bekannte Ornament, das bei antiken Susanis als Mondscheibe interpretiert wird, kommt regelmäßig in den Stickereien der nördlichen Gruppen aus Khojent, Dzhizak, Pskent und Taschkent vor. Bei den traditionellen Susanis aus Pskent und Taschkent mit Paliak-Muster (Mondhimmel) bedecken die Scheiben den Grund als ein hermetisch dichtes Flächenmuster vollständig. Hier liegen sie ohne Berührungspunkte frei auf dem weißen Grund und halten auch Abstand von den Feldrändern. Das ungewöhnlichste Merkmal sind ihre langen, nach innen eingerollten Arme, die aussehen wie Fangarme von Tintenfischen, und das Kreismotiv in eine rotierende Bewegung versetzen. Vermutlich entstand die Stickerei im frühen 20. Jahrhundert in Samarkand. Ein Foto bei Tschepelewezkaja zeigt eine vergleichbare Stickerei als Wandschmuck im Zimmer eines Hochzeitspaares. - Alters- und Gebrauchsspuren, Stockflecken. Auf Leinwand montiert.

    Vergleich:
    TSCHEPELEWEZKAJA, G.L. & SUCHAREWA, O.A., Susani Usbekistans. Ein Beitrag zur Technik, Ornamentik und Symbolik der usbekischen Seidenstickereien. Hamburg 1991, Abb. 4, S. 16 und Tf. 24, S. 114 *** KALTER, JOHANNES & PALALOI, MARGARETA, Usbekistan. Erben der Seidenstraße. Stuttgart 1995, Abb. 559

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Suzani. Eine textile Kunst aus Zentralasien. (Text: Jakob Taube) München 1994, Nr. 4

    • Lot179
    • HerkunftSüdkaukasus, Aserbaidschan
    • Abmessungen277 x 150 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.400
    Sammlung VOK: Caucasus - Persia 78

    Die große Decke besteht aus zwei in der Mitte zusammengenähten Bahnen. Sie ist in einer besonderen Technik mit Leinwandbindung gewebt, die Wertime als "balanced plain weave" beschreibt, bei der die Kettfäden sichtbar sind und das farbliche Erscheinungsbild bestimmen. Unterschiedlich breite Blöcke von Kettfäden in Rot, Beige, Dunkelblau und Grün bilden hier die Grundfarben der Vertikalstreifen. Durch die Verwendung andersfarbiger Schüsse ergibt sich ein geometrisches, oft zweifarbiges Muster aus horizontalen Zacken, Kammformen und Winkeln, entweder in matten Halbtönen und in kräftigeren Volltönen. Die mittlere Vertikalbahn aus grünen Kettfäden ist die Symmetrieachse der spiegelbildlichen Komposition aus zwei exakt gleich gemusterten Hälften. Schmale Horizontalstreifen, seitlich begrenzt durch zierliche, broschierte Nähte, bringen Ruhe ins Muster. - Diese aufwendige Flachgewebetechnik kommt auch im Fars-Gebiet und bei Schahsavan-Arbeiten aus Aserbaidschan vor. Wie ein von Wertime veröffentlichtes Exemplar, wird CP 78 aus dem südlichen Kaukasus stammen und vermutlich in einem der Dörfer der Region Karabagh gewebt worden sein, denkbar ist aber auch eine Herkunft aus dem Kazak-Gebiet, denn Sadighi gibt an, daß dort vergleichbare Stücke im Dorf Tawus gefunden wurden. - Ringsum Originalabschlüsse mit den zopfartig abgeflochtenen Kettfäden an beiden Enden. Einige kleinere, nachgewebte Stellen, insgesamt guter Zustand.

    Vergleich:
    WRIGHT, RICHARD & WERTIME, JOHN, Caucasian Carpets & Covers. The Weaving Culture. London 1995, Tf. XIX *** KIRDÖK, MUAMMER, Antike Teppiche, Kelims, Textilien. Katalog Frühjahr '95. Wien 1995, K1936, S. 76

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Caucasus-Persia. Gilim und andere Flachgewebe. (Text: Hamid Sadighi) München 1996, Nr. 78

    • Lot180
    • HerkunftZentralanatolien, Provinz Eskisehir
    • Abmessungen132 x 110 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.500 - 1.800
    Sammlung VOK: Anatolia 19

    Das kleine, annähernd quadratische Flachgewebe repräsentiert einen besonderen Typus mit hohem Wiedererkennungswert, der in der einschlägigen Literatur mit mehreren Beispielen gut dokumentiert ist. Auf den in Leinwandbindung gewebten Grund aus elfenbeinfarbener Wolle ist das in zurückhaltenden Farben ausgeführte Muster in Broschiertechnik gestickt. Fünf flache, gestufte Giebel ziehen sich quer über die gesamte Breite des Feldes. Sie sind in ein Grundmuster aus winzigen S-Ornamenten eingebettet. Die Komposition ist streng symmetrisch, die gestuften Giebel bringen eine aufsteigende Bewegung ins Muster. Jeder Giebel trägt drei Y-Formen. Die bei anderen Exemplaren der Gruppe vorkommenden Zypressen finden sich bei A 19 nicht. Ein weiterer Unterschied besteht in den beiden relativ breiten Zusatzmusterstreifen (Elems) mit einer gezackten Bahn und daran hängenden Amuletten, die bei den Vergleichsstücken fehlen. Wir schließen daraus, daß A 19 in einem anderen Yerli-Dorf angefertigt wurde als die unten zitieren Kelims, welche vermutlich alle aus Keçimuhsine stammen. Hirsch gibt als Herkunftsort für A 19 ein Dorf südlich von Sivrihisar an und teilt mit, daß solche Kelims als Vorhänge die Wandnischen verdeckten, in denen man Geräte und Hausrat aufbewahrte. - Guter Zustand, Alterspatina.

    Vergleich:
    BALPINAR, BELKIS & HIRSCH, UDO, Flachgewebe des Vakiflar-Museums Istanbul. Wesel 1982, Tf. 105 *** FRAUENKNECHT, BERTRAM & FRANTZ, KLAUS, Anatolische Gebetskelims. Nürnberg 1978, Abb. 20 ** BALPINAR ACAR, BELKIS, Kilim-Cicim-Zili-Sumak. Türkische Flachgewebe. Istanbul 1983, Abb. 16 *** ESKENAZI, JOHN J.(Hrsg.), Kilim. Mailand 1980, Nr. 28 *** HULL, ALASTAIR & LUCZYC-WYHOWSKA, JOSE, Kilim. The Complete Guide. London 1993, Nr. 324

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Anatolia. Kilims und andere Flachgewebe aus Anatolien. (Text: Udo Hirsch) München 1997, Nr. 19

    • Lot181
    • HerkunftNordpersien
    • Abmessungen261 x 155 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500 - 3.000
    Sammlung VOK: Caucasus - Persia 54

    Der an einem Stück gewebte Kelim, ein schweres, grobes Gewebe auf dunkelbrauner Wollkette, stammt aus einem der vielen Dörfer in Khaladjestan, einer Region, die etwa 50 Kilometer südlich der Stadt Saveh liegt. Sadighi schreibt, daß Karim Khan, der erste Herrscher der Zand-Dynastie, dort um 1790 die turkstämmigen Khaladj-Nomaden ansiedelte, welche in der Folgezeit seßhaft wurden. - An ihren dunklen Farben und den unverwechselbaren Rauten mit tief eingeschnittenen, scharf gezackten Konturen, ein Ornament, das an die Parmakli-Motive aus Afyon in Westanatolien erinnert, sind Khaladj-Kelims leicht zu erkennen. Meistens formieren die Rauten ein dichtes Rapportmuster, der Vok-Kelim CP 54 zeigt jedoch eine abweichende Komposition: das Primärmuster besteht hier aus fünfzehn großen Rauten, die nicht miteinander verschränkt sind. Der Feldgrund ist in fünf farblich verschiedene Querbahnen unterteilt, auf denen jeweils drei Rauten nebeneinander liegen. Zwei weißgrundige Querstreifen mit kleinen Parallelogrammen, begleitet von broschierten Bändern mit Blüten, gliedern das Feld in einen Mittelabschnitt und zwei Elems. Ein seltenes, graphisch herausragendes Exemplar. - Gut erhalten, ringsum Originalabschlüsse.

    Vergleich:
    AMPE, PATRICK & RIE, Textile Art. A personal choice (Kailash Gallery). Antwerpen 1994, Nr. 34 *** POHL-SCHILLINGS, HANS, Persische Flachgewebe. Köln 1994, Nr. 45 *** HULL, ALASTAIR & LUCZYC-WYHOWSKA, JOSE, Kilim. The Complete Guide. London 1993, Abb. 389 *** GALERIE NEIRIZ (Hrsg.), Kelims der Nomaden und Bauern Persiens. Berlin 1990, Abb. 24 *** PETSOPOULOS, YANNI, Der Kelim. Ein Handbuch. München 1980, Nr. 373 *** TANAVOLI, PARVIZ, Persian Flatweaves. Woodbridge 2002, Tfn. 86 und 87 *** SADIGHI NEIRIZ, HAMID & HAWKES, KARIN, Kelims und andere Flachgewebe aus der Sammlung Neiriz. Calbe o. J. (2014), Nrn. 73 - 79

    Veröffentlicht:
    HALI 57, London 1991, S. 171 *** VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Caucasus-Persia. Gilim und andere Flachgewebe. (Text: Hamid Sadighi) München 1996, Nr. 54 *** SADIGHI NEIRIZ, HAMID & HAWKES, KARIN, Kelims und andere Flachgewebe aus der Sammlung Neiriz. Calbe o. J. (2014), Nr. 72

    • Lot182
    • HerkunftSüdwestpersien, Provinz Fars
    • Abmessungen276 x 154 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500 - 3.000
    Sammlung VOK: Caucasus - Persia 76

    Dieses nur auf den ersten Blick einfach erscheinende, zweibahnige Flachgewebe mit Kettfäden in unterschiedlichen Farben ist eine Arbeit der Gaschgai-Nomaden des Darreh Schuri-Stammes. Es wurde in einer besonderen Technik mit Leinwandbindung gewebt, die Tanavoli als "balanced twill weave" bezeichnet, bei der die sichtbaren Kettfäden das farbliche Erscheinungsbild mitbestimmen. Der einfarbig hellbraune Mittelteil aus Kamelwolle wird auf beiden Seiten breit eingerahmt von jeweils elf verschiedenfarbigen, schmalen Vertikalstreifen mit reziproken, halbierten Stufenpolygonen, deren Motive und Farben sich spiegelsymmetrisch auf der gegenüberliegenden Seite wiederholen. Die Grundfarben der Streifen sind Dunkel- und Mittelblau, Weiß, Gelb, Dunkelbraun, Kamelhaar-Braun, Grün und Rot, jeweils analog zu den verwendeten Kettfäden. Aufgrund der Webtechnik, bei der sowohl die Schüsse als auch die Ketten musterbildend sind, erscheinen viele Motive zweifarbig und schemenhaft in matten Halbtönen, oder kräftiger in Volltönen, wenn Kette und Schuß die gleichen Farben haben. Die zweifarbigen Polygonhälften sind entweder fischgrätartig gemustert oder, wie der gesamte Mittelteil, dort Ton-in-Ton, von einem filigranen Rautengitter überzogen. Besonders reizvoll wirkt der Kontrast zwischen der offenflächigen Mitte und den dicht gemusterten Seiten. - Tanavoli nennt den Typus „Mowj“, nach dem persischen Wort für Welle, das hier die charakteristische Webtechnik umschreibt und namensgebend geworden ist. In der Literatur war bisher die Bezeichnung „Jajim“ gebräuchlich. Die Gaschgai-Nomaden verwendeten diese Textilien als Tagesdecken für ihre Schlafstätten. – Guter Zustand, an einem Ende sind die Schmuckzöpfe noch erhalten.

    Vergleich:
    TANAVOLI, PARVIZ, Persian Flatweaves. Woodbridge 2002, Tf. 215 *** SADIGHI NEIRIZ, HAMID & HAWKES, KARIN, Kelims und andere Flachgewebe aus der Sammlung Neiriz. Calbe o. J. (2014), Nr. 190 *** WILLBORG, PETER, & ALBERTSON, INGEMAR, Woven Magic. A Book About Kilims. Stockholm 1992, Nr. 80

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Caucasus-Persia. Gilim und andere Flachgewebe. (Text: Hamid Sadighi) München 1996, Nr. 76

    • Lot183
    • HerkunftSüdwestpersien, Provinz Fars
    • Abmessungen279 x 160 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.400
    Sammlung VOK: Caucasus - Persia 74

    Die iranischen Nomadenstämme haben für den Eigenbedarf viele flachgewebte Decken mit Vertikalstreifen-Mustern hergestellt, die sie in unterschiedlicher Funktion verwendeten. Zuerst wurden sehr lange Streifen gewebt, meistens in Kettreps-Technik (siehe Foto bei Housego), bei der die verschiedenfarbigen Kettfäden von vorne sichtbar sind und die Grundfarbe der Streifen vorgeben. Dann wurden aus den Streifen gleich lange Stücke ausgeschnitten und zusammengenäht. Bei der Mehrzahl der veröffentlichten Jajims handelt es sich um Arbeiten der Schahsavan-Stämme aus Aserbaidschan, diese sehr seltene Decke ist jedoch bei den Gaschgai in der Provinz Fars entstanden und eine Arbeit der Gaschguli. Nach den Angaben von Sadighi stammt sie aus dem Besitz von Nasir Khan, dem letzten Il-Khan (Groß-Khan) der Gaschgai. - Der Jajim ist aus fünf Bahnen zusammengesetzt, mit bandartigen Mustern aus Amuletten, Rauten, verschiedenen Hakenformen und hakenbesetzten Ranken. Ornamente und Stil ähneln stark den Packbändern (Malband) der Nomaden. In der mittleren Bahn sind vierbeinige Tiere ins Muster integriert, weitere Tierfiguren sehen wir in einer der Ecken. - Guter Zustand., ein größerer Fleck im unteren Randbereich.

    Vergleich:
    SADIGHI NEIRIZ, HAMID & HAWKES, KARIN, Kelims und andere Flachgewebe aus der Sammlung Neiriz. Calbe o. J. (2014), Nr. 170 *** HOUSEGO, JENNY, Tribal Rugs. An introduction to the Weavings of the tribes of Iran. London 1978, Tf. 10 *** OPIE, JAMES, Tribal Rugs. Nomadic and Village Weavings from the Near East and Central Asia. Portland 1992, Abb. 10.21

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Caucasus-Persia. Gilim und andere Flachgewebe. (Text: Hamid Sadighi) München 1996, Nr. 74

    • Lot184
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen272 x 208 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.300
    Sammlung VOK: Caucasus - Persia 6

    Der große kaukasische Kelim mit Querstreifen-Muster und ohne seitliche Bordüren ist an einem Stück gewebt worden. Sein einfach konzipiertes Muster besteht aus fünf breiten Querbahnen mit großen geometrischen Basisformen. In den beiden ziegelroten Bahnen liegen jeweils vier mit weit ausladenden Doppelhaken besetzte Hexagone, die auch als "Spinnen-Güls" bezeichnet werden. Ihr Zentrum wird durch eine getreppte Raute betont. Die drei weißgrundigen Bahnen enthalten riesige, verschachtelte Rhomben mit markanten Parmakli-Konturen und dazwischen kleinere, analoge Halbformen. Durch den Farbkontrast zwischen den Ornamenten und dem Grund kommen die dem Muster inhärenten Reziprokeffekte besonders prägnant zur Geltung und lassen Alternativformen entstehen. Schmalere Bahnen aus zwei einfarbigen, ungemusterten Streifen in einem tiefen Aubergineton und einem mittleren Streifen mit einer Wellenlinie setzen die Hauptbahnen voneinander ab. - Hinsichtlich der Provenienz dieser Streifenkelims finden sich in der Literatur widersprüchliche Angaben. Meistens werden sie als Schahsavan-Arbeiten bezeichnet, aber auch als Azeri-Kelims aus der Region Karabagh. Mittlerweile hat sich die Auffassung durchgesetzt, daß die Kelims in den Dörfern des Kazak-Gebietes gewebt wurden, entweder von Armeniern oder anderen dort lebenden Volksgruppen, vielleicht den Azeri. - Größere, nachgewebte Partien im Bereich der Seitenränder, Endabschlüsse original.

    Vergleich:
    VOLKMANN, MARTIN (Hrsg.), Alte Orientteppiche. Ausgewählte Stücke deutscher Privatsammlungen. München 1985, Nr. 44 *** WILLBORG, PETER, & ALBERTSON, INGEMAR, Woven Magic. A Book About Kilims. Stockholm 1992, Nr. 60 *** WRIGHT, RICHARD & WERTIME, JOHN, Caucasian Carpets & Covers. The Weaving Culture. London 1995, Tf. XLII *** RIPPON BOSWELL, Auktion 79, 26. November 2011, Lot 243

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Caucasus-Persia. Gilim und andere Flachgewebe. (Text: Hamid Sadighi) München 1996, Nr. 6

    • Lot185
    • HerkunftWestanatolien, Provinz Manisa
    • Abmessungen226 x 165 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.200 - 2.600
    Sammlung VOK: Anatolia 54

    Der aus zwei Bahnen zusammengesetzte Kelim mit weißen Baumwollketten fällt durch sein eigenwilliges Muster auf. Er ist ein Meisterwerk graphischer Abstraktion. Die Mitte des roten Feldes ist ein weiter, leerer Raum, in den von beiden Seiten achtzehn blaue Balken mit dreieckig eingekerbten Enden vorstoßen. Sie sehen aus wie die Tastatur eines Klaviers. Die Balken sind mit feinen Konturen in Weiß und Rot versehen. Anstelle einer Bordüre begrenzt ein unscheinbares Zackenmuster die Seiten, beide Enden sind mit einer blauen Bahn abgeschlossen. - Nach Hirsch ist der Kelim von Yürüken des Ivrinde-Stammes in der Provinz Manisa angefertigt worden. - Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, kleine nachgewebte Stellen, einige Flecken.

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Anatolia. Kilims und andere Flachgewebe aus Anatolien. (Text: Udo Hirsch) München 1997, Nr. 54

    • Lot186
    • HerkunftZentralasien, Nordost-Usbekistan
    • Abmessungen255 x 192 cm
    • Alterca. 1875 - 1900
    • Schätzpreis EUR2.000 - 2.500
    Sammlung VOK: Suzani 6

    Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die russische Expansion nach Zentralasien, mit dem strategischen Ziel, die Verbindungen nach Indien zu kontrollieren. In rascher Folge zerschlugen die zaristischen Armeen die einheimischen Truppenkontingente, die sich ihnen vergeblich entgegenstellten. Taschkent fiel 1865, Samarkand 1868, kurz darauf verlor auch das Emirat von Bochara seine politische Selbständigkeit. Im Gefolge der russischen Okkupation kam es zu einschneidenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in Usbekistan. Die neue Zeit brachte vielerorts ein langsames Absterben der alten Handwerkskünste mit sich. Chemische Farbstoffe ersetzten die traditionellen Naturfarben, für das Grundgewebe verwendete man nun oft nicht mehr die handgewebten, sondern maschinell gewebte Stoffe, die aus Rußland oder Indien eingeführt wurden. Bei den Stickereien entwickelten sich neue Muster in der Art, wie wir sie in der Susani Vok 6 sehen. An die Stelle eines dichten, die ganze Fläche bedeckenden, detailreichen Musters sind wenige Großformen getreten, hier fünf Kreisblüten in einer Vier- und-Eins-Komposition, die von "modern" wirkenden Ranken umkreist werden. Die vom Primärmuster freigelassenen, seitlichen Feldbereiche sind mit zwei Sträuchern dekoriert. Die schmale Bordüre, nur durch einfarbige Streifen abgegrenzt, besteht aus einer Wellenlinie, die sich um schlanke Blattformen schlängelt. Vermutlich ist diese Stickerei im Gebiet des Fergana-Tals entstanden. - Guter Zustand. Auf Leinwand montiert.

    Vergleich:
    KALTER, JOHANNES & PALALOI, MARGARETA, Usbekistan. Erben der Seidenstraße. Stuttgart 1995, Abb. 560

    Veröffentlicht:
    VOK, IGNAZIO, Vok Collection. Suzani. Eine textile Kunst aus Zentralasien. (Text: Jakob Taube) München 1994, Nr. 6