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Grosse Frühjahrsauktion

Samstag 23. Mai 2009 um 15 Uhr

260 Lots
    • Lot131
    • HerkunftOstkaukasus, Kuba
    • Abmessungen211 x 74 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.800
    Seiten neu umwickelt, Enden nachgewebt mit netzartig abgeflochtenen Kettfäden. Einige reparierte Stellen, insgesamt jetzt in gutem Zustand.
    • Lot132
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen345 x 120 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR7.000
    Auf der Mittelachse des dunkelblauen Feldes große Kreuze aus diagonalen Blättern in Grün und Cochenillerot, dazwischen Rosetten. Weitere Rosetten und kleinere Blüten sind an den Feldseiten aufgereiht. Dieses aus Karabagh-Teppichen des benachbarten Südkaukasus und aus den Kurdenteppichen Azerbaidschans bekannte Muster wurde in der Region Karadja nur selten geknüpft. - Unten etwas reduziert, die mehrfarbige Flachgewebe-Schirazi ist original. Flor stellenweise mit leichten Gebrauchsspuren, insgesamt guter Zustand.

    Vergleich:
    BAUSBACK, PETER, Antike orientalische Knüpfkunst. Mannheim 1977, S. 59 *** BURNS, JAMES D., Antique Rugs of Kurdistan. A Historical Legacy of Woven Art. London 2002, Nr. 51

    • Lot133
    • HerkunftWestpersien
    • Abmessungen304 x 212 cm
    • Alterum 1880
    • Schätzpreis EUR15.000
    Im cremefarbenen Feld ein weiträumig konzipiertes, schwungvolles, florales Muster aus blühenden Zweigen, die Kreise und Spiralen bilden. In der dunkelblauen Bordüre ein seltenes Rankenornament mit glockenartigen Formen. Der etwas herbe Stil der Zeichnung ist ein Charakteristikum antiker Sarough-Teppiche. Das seltene Format weist darauf hin, daß dieser Sarough auf Bestellung geknüpft wurde. - Seiten neu umwickelt, oberer Abschluß etwas reduziert, Abnutzungsspuren am unteren Ende. Eine niedrige Stelle im Flor, sonst guter Zustand.
    • Lot134
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen410 x 160 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR12.000
    Ein großer, zweibahniger Kelim, der durch die strenge Komposition mit drei klar abgegrenzten Feldabschnitten, seine wuchtigen Ornamente und die ernsten Farben eine monumentale Wirkung entfaltet. Die braunrote, stark abraschierte Mitte mit seitlichen Reißverschlußkonturen ist ungemustert. Die Paneele an beiden Feldenden enthalten zwei große Zackenornamente auf dunkelbraunem Grund und werden von jeweils sechs Querbordüren eingefaßt. Die dreigeteilte Komposition läßt vermuten, daß dieser Kelim eine Kamelschmuckdecke war. Ein Kelim der gleichen Gruppe, aber mit gemustertem Mittelteil, wurde 2004 bei Sotheby's in London versteigert. - Kleine nachgewebte Stellen, einige Flecken.

    Vergleich:
    SOTHEBY'S LONDON, Auktion 28. April 2004, # 14

    • Lot135
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen460 x 160 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.500
    Weißgrundiger Kelim aus zwei Bahnen ungleicher Länge, mit drei großen Hexagonen auf der Mittelachse, die verschachtelt und mit Zacken konturiert sind, dazwischen horizontale Musterbänder mit sanduhrähnlichen Formen. Im unteren Elem kommen diese Motive in einem größeren Maßstab vor. Der obere Elem ist schmaler und mit halbierten Elibelinde-Motiven geschmückt. - Einige nachgewebte Partien und kleine Flecken.

    Vergleich:
    KREISSL, RAINER, Infinite Variety. Unendliche Vielfalt. Anatolia. München 2000, Nr. 88

    • Lot136
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen79 x 120 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.000
    Bei diesem Neun-Gül-Tschowal fallen die großen, rautenförmigen Sekundärgüls mit strahlend königsblauer und tannengrüner Grundfarbe auf. Sie enthalten ein rotes, mit Doppelhaken besetztes Kreuzmotiv. Ebenfalls selten ist das Muster der Hauptbordüre aus Rechtecken in Weiß und Braun, die propellerartige Ornamente und achtstrahlige Sterne einschließen. - Oberer Abschluß original, unten sind Reste eines Kelims erhalten. Seiten leicht beschädigt, Elem eingerissen, Flor mit Gebrauchsspuren.
  • Yomud Mehrgül Teppich

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    • Lot137
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen222 x 165 cm
    • Alterfrühes 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR13.500
    Durch sein Feldmuster aus C-Güls und Kepse-Güls zählt dieser Yomud zur kleinen Gruppe der Mehrgül-Teppiche, von der bislang nur 12 Exemplare bekannt waren. Die Mehrgül-Teppiche sind eine heterogene Gruppe mit starken Abweichungen; ihre Gemeinsamkeit besteht hauptsächlich darin, daß das Feldmuster Primärornamente vereint, deren Kombination nicht der Norm entspricht. Nach den hellen Farben und den kleinen Abmessungen dürfte unser Hauptteppich ein erhebliches Alter haben. Die C-Güls und die Zeichnung der Bordüren gelten als Merkmale der Igdir-Stammesgruppe, jedoch deuten die Knüpfstruktur und die Farben eher in Richtung der Karadaschli-Turkmenen in Südwest-Turkestan. Somit könnte der Teppich in der Achal-Oase entstanden sein. - Ränder neu umwickelt, beide Enden etwas reduziert, einige alte, farblich abweichende Reparaturen, gleichmäßig niedriger Flor.

    Vergleich:
    MACKIE, LOUISE & THOMPSON, JON, Turkmen. Tribal Carpets and Traditions. Washington D.C. 1980, Nr. 63 *** HALI 130, S. 81 (Sammlung Hecksher)

    • Lot138
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen210 x 169 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR9.500
    Ein Drei-Felder-Kazak aus der Bordjalou-Gruppe, mit der charakteristischen, überbreiten Bordüre aus verschachtelten Hakenrauten, die hermetisch dicht ineinandergreifen und ohne die weiße Hakenranke, die sie abgrenzt, ein verwirrendes Ornamentgeflecht wären. Ein gelber Rahmen mit Rosettenschmuck umrahmt alle drei Kompartimente des Innenfeldes. Das erste und das dritte Feld sind rotgrundig mit einer innen bunt gewürfelten Raute, die grüne Doppelhaken trägt. Im grüngrundigen mittleren Feld ein weißgrundiger, sterngefüllter Kasten mit roter Hakenkontur, ein bekanntes Karatchoph-Motiv. - Seiten und Enden ergänzt, diverse Nachknüpfungen im Flor.

    Vergleich:
    BAUSBACK, PETER, Antike Meisterstücke orientalischer Knüpfkunst. Mannheim 1975, S. 101 *** HERRMANN, EBERHART, Seltene Orientteppiche 6. München 1984, Nr. 24 *** RIPPON BOSWELL, Auktion 62, 15. Mai 2004, # 120

    • Lot139
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen420 x 160 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.600
    Großer, einteiliger Kelim, nach seinen Farben vermutlich im Gebiet um Karapinar entstanden. Das Innenfeld ist in zwei braun- und zwei rotgrundige Abschnitte eingeteilt, die durch querverlaufende Bordüren voneinander abgesetzt sind. In jedem dieser rechteckigen Felder steht eine mächtige, verschachtelte Zackenraute, umgeben von kleinen Hexagonen und Sternen. Überschnitten von der Querbordüre, ist das letzte Feld nur halb so hoch wie die anderen drei Rechtecke. Durch die nach innen ragenden Doppelhaken, mit denen die Bordürenmotive an den Längsseiten besetzt sind, ergibt sich eine dichte, reziproke Verschränkung zwischen Feld und Bordüre. - Braun korrodiert, einige Partien nachgewebt, kleine Flecken.

    Vergleich:
    FRAUENKNECHT, BERTRAM, Frühe türkische Tapisserien. Nürnberg 1984, TF. 33

    • Lot140
    • HerkunftWestanatolien
    • Abmessungen359 x 152 cm
    • Alterum 1600
    • Schätzpreis EUR60.000
    Ein Stern-Uschak mit zwei vollständigen Medaillons auf der Mittelachse und sechs versetzt dazu angeordneten, von der Bordürenzone überschnittenen Medaillons an den Seiten, sowie kleineren Rauten, die mit den Sternen horizontal verbunden sind. Das von Künstlern des Osmanenhofes konzipierte, als unendlicher Rappot entworfene Muster geht in seiner Ornamentik auf persische Vorbilder aus der Zeit der Kara-Koyunlu-Dynastie zurück. Das Primärornament, ein achtzackiger Stern mit komplexer Innenzeichnung aus gelben Ranken, Blättern und Blüten, findet sich in voll entwickelter Gestalt bereits im 15. Jahrhundert unter den Fliesendekorationen der Blauen Moschee in Täbriz (1465). Stern-Uschaks waren über einen langen Zeitraum im Osmanischen Reich populär. Nach ihrem relativ häufigen Vorkommen in Bildern europäischer Maler, müssen Stern-Uschaks auch in größerer Zahl exportiert worden sein. - Nach heutigem Forschungsstand sind Stern-Uschaks etwa im Zeitraum zwischen 1470 und 1630 geknüpft worden. Seltener als die mit ihnen in der Gesamtkonzeption, der Knüpfstruktur und in den Farben eng verwandten Medaillon-Uschaks, aber vermutlich der ältere Typus, gehören sie zu den gesuchtesten Sammlerteppichen aus der Blütezeit des Osmanischen Reiches. Dieser Stern-Uschak, früher im Besitz von Ulrich Schürmann und von ihm auch publiziert, wurde jetzt aus einer deutschen Sammlung eingeliefert. Vergleichbare Exemplare befinden sich im Metropolitan Museum in New York (Sammlung McMullan) und im Philadelphia Museum of Art (Sammlung Joseph Lee Williams). Ein weiterer Stern-Uschak der Gruppe wurde von der Textile Gallery in HALI veröffentlicht. Bei unserem Stück ist nur der innere Begleitstreifen erhalten, Haupt- und Außenbordüre sind verloren. Die innere Bordüre fällt durch ihr seltenes Muster aus kleinen achtzackigen Sternen auf. Fein geknüpft und mit erstklassigen Farben, kann der Teppich in die Zeit um 1600 datiert werden. - Diverse alte Restaurationen, heute farblich verblichen, seitlich neu eingefaßt, Teile der Abschlußborten an den Enden nachgeknüpft.

    Vergleich:
    McMULLAN, JOSEPH V., Islamic Carpets. New York 1965, Nr. 67 *** ELLIS, CHARLES GRANT, Oriental Carpets in the Philadelphia Museum of Art. Philadelphia 1988, Nr. 23 *** HALI 110, London 2000, S. 94