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Grosse Frühjahrsauktion

Samstag 23. Mai 2009 um 15 Uhr

260 Lots
  • Marasali Gebetsteppich

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    • Lot141
    • HerkunftOstkaukasus, Region Schirwan
    • Abmessungen127 x 118 cm
    • Alterdatiert 1868
    • Schätzpreis EUR13.000
    Daß dieser außerordentlich fein geknüpfte Gebetsteppich (ca. 300.000 Knoten/qm) immer als eine besondere Kostbarkeit geschätzt und entsprechend gehütet wurde, beweist der fast makellose Erhaltungszustand. Einzelne Details im Flor sind aus Seide oder aus Baumwolle gearbeitet. Die Datierung "1284 A.H." (1868 A.D.) ist oben links neben der Spitze der Mihrabform zweimal eingeknüpft. Das Datum könnte, wie so oft bei kaukasischen Gebetsteppichen, das Jahr der Pilgerfahrt nach Mekka dokumentieren. In der Literatur werden Schirwan-Gebetsteppiche von dieser elitären Qualität als Marasali bezeichnet. - Sehr guter Zustand, ringsum Originalabschlüsse, Flor in ursprünglicher Höhe erhalten.

    Vergleich:
    KAFFEL, RALPH, Caucasian Prayer Rugs. London 1998, Nr. 94 *** DENNY, WALTER B. & WALKER, DANIEL, The Markarian Album. Cincinnati 1988, Nr. Tf. 75

    • Lot142
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen52 x 58 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR950
    Hälfte einer Khordjin. Im dunkelblauen Feld ein abstrahiertes Baummuster, weißgrundige Bordüre mit roten Quadraten und Doppelhaken. - Vollständig erhalten mit gestreifter Kelimrückseite und den originalen Seitenvernähungen. Ecken beschädigt, Gebrauchsspuren.
    • Lot143
    • HerkunftOstkaukasus, Region Kuba
    • Abmessungen196 x 130 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.500
    Ringsum original mit blauer Flachgewebeschirazi und den netzartig abgeknoteten Kettfäden. Braun korrodiert, Flor sonst gut erhalten. Auf der Mittelachse unterhalb der Mitte eine längere, nachgeknüpfte Bahn.

    Vergleich:
    EDER, DORIS, Orientteppiche. Band 1: Kaukasische Teppiche. München 1979, Nr. 389 *** FOKKER, NICOLAS, Caucasian Rugs of Yesterday. London, Boston & Sydney 1979, Tf. S. 93

    • Lot144
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen193 x 132 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.400
    Bei diesem fein geknüpften Seidentäbriz mit klassischer Zentralmedaillon-Komposition fällt die ungewöhnliche Hauptbordüre auf: einige Ornamente der blütenbesetzten Ranke ragen in die innere Nebenborte hinein. - Ringsum Originalabschlüsse, der Kelim am unteren Ende ist nach hinten umgeschlagen und auf der Rückseite angenäht. Leichte Gebrauchsspuren, Flor in einigen Partien kurz. Seiten stellenweise reparaturbedürftig.
    • Lot145
    • HerkunftZentralpersien
    • Abmessungen237 x 167 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.500
    Ein prachtvoller Bildteppich aus Keschan mit Seidenflor. Sein Format (länger und breiter als ein Dozar) und die persische Inschrift in einem ovalen Rahmen am oberen Feldende beweisen, daß der Teppich für einen inländischen Auftraggeber hergestellt wurde. Der weiße Feldgrund ist nicht geknüpft, sondern flachgewebt (Souf-Technik). Dadurch tritt der asymmetrische Lebensbaum besonders plastisch hervor. Im Geäst des Baumes haben sich fünf große Vögel (Pfau, Papagei, Kakadu, Pirol, Wiedehopf) zum "Gespräch der Vögel" versammelt, die Zweige scheinen sich unter der Last der Früchte zu biegen. Zwei halbierte, seitliche Zypressen geben dem Feld seine schwungvolle, nach innen eingebuchtete Kontur, der obere Abschluß ist in Bogenform ausgeführt, wie bei diesem Bildtypus üblich. Inschriftenkartuschen mit Versen des berühmten persischen Dichters Hafiz und blühende Zweige füllen die breite Hauptbordüre. - Ein anderes Exemplar dieser seltenen Gruppe wurde von Herrmann publiziert. Nach ihrer identischen Auftraggeberinschrift sind beide Teppiche für dieselbe Person (Ismail Daba Musavi Irani) angefertigt worden. - Nachweislich befand sich dieser Keschan schon vor dem 1. Weltkrieg im Besitz von Fregattenkapitän Köhler, dem Kommandanten des Kleinen Kreuzers S.M.S. Karlsruhe (gesunken 1915). - Leichte Altersspuren, mehrere Querfalten, kleine Risse im weißen Innenfeld.

    Vergleich:
    HERRMANN, EBERHART, Seltene Orientteppiche 4. München 1982, Nr. 65 *** GANS-RUEDIN, ERWIN, Der Persische Teppich. München 1978, S. 349

  • Ninghsia Wandbehang

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    • Lot146
    • HerkunftWestchina
    • Abmessungen215 x 135 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR7.500
    In den großen Hallen der Klöster im Westen Chinas wurden die Dächer, da Kuppelbau unbekannt war, durch einen Wald von Säulen gestützt. Darum waren Teppiche mit Drachenfiguren gewickelt, wie alte Fotos beweisen. Bei den Säulenteppichen ergibt das Muster erst Sinn, wenn sie um eine Säule mit passendem Durchmesser gebunden werden. Dann schließt sich die Figur des Drachens und steigt in spiralförmiger Bewegung nach oben auf. Flach auf dem Boden ausgebreitet, besteht der Körper des Drachens aus Segmenten, die über die Feldränder reichen. Da bei unserem Teppich drei vollständige Drachen dargestellt sind, war das Stück einer der Behänge mit analogem Muster, welche die Wände der Halle schmückten, also kein Säulenteppich. Dieser Ninghsia war früher im Besitz des bekannten chinesischen Händlers Sammy Yu-Kuan Lee in Hongkong. - Guter Zustand.
  • Tibetischer Khaden

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    • Lot147
    • HerkunftSüdtibet
    • Abmessungen145 x 77 cm
    • AlterAnfang 20. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.000
    Auf rotbraunem Grund ein hexagonales Gitter mit kreuzförmigen Blüten darin, in der hellroten Bordüre eine perspektivische, polychrome Mäanderranke. - Mit blauem Baumwollstoff hinterlegt, leichte Gebrauchsspuren am Rand, sonst guter Zustand.
    • Lot148
    • HerkunftWestchina
    • Abmessungen155 x 80 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.300
    Das Fragment stammt aus einem der langen Sitzbankteppiche, die in den westchinesischen und tibetischen Klöstern benötigt wurden. Auf hellgelbem Feld zwei dunkelblaue Kreismedaillons mit "Blätterdrachen"-Ornamentik, umgeben von kleinen Blüten und stilisierten Zweigen. In der Bordüre langgezogene Zweige mit einer Lotusblüte in der Mitte. - Am oberen Feldende gekürzt, Querbordüre nachgeknüpft. Sonst guter Zustand.
    • Lot149
    • HerkunftNordwestpersien, Azerbaidschan
    • Abmessungen596 x 183 cm
    • Alterdat. 1872
    • Schätzpreis EUR7.000
    Im kamelhaarfarbenen Feld versetzt gereihte, große, rundliche Botehs in hellen Farben, die durch ihre lockere, weiträumige Anordnung und den ständigen Richtungswechsel der Motive der einfachen Komposition einen merkwürdig beschwingten Rhythmus verleihen. Dieses florale Muster kommt bei Sarab-Teppichen selten vor. - Rote Originalschirazi leicht beschädigt, einige reparierte Stellen. Mit Baumwollgrundgewebe und hohem Flor ein sehr schwerer Teppich..
    • Lot150
    • HerkunftSüdpersien, Region Kirman
    • Abmessungen151 x 130 cm
    • Alterum 1900
    • Schätzpreis EUR3.600
    Sechs rote, rautenförmige Blüten, deren Spitzen mit Pfeilen und deren Seiten mit großen Botehpaaren besetzt sind, füllen den nachtblauen Grund, der durch rote Leisten in sechs rechteckige Felder aufgeteilt ist. Nur wenige Afschar-Teppiche mit dieser seltenen Ornamentik sind veröffentlicht. - Oben Reste des Abschlußkelims erhalten, unten etwas reduziert, Seiten mit der originalen, zweifarbigen Umwicklung. Flor stellenweise niedrig.

    Vergleich:
    ESKENAZI, JOHN J., L'Arte del Tappeto Orientale. Mailand 1983, Nr. 234 *** TKF-WIEN (Hrsg.), Antike Orientteppiche aus österreichischem Besitz. Gesellschaft zur Förderung der Textil–Kunst-Forschung. Wien 1986, Nr. 98 links *** HERRMANN, EBERHART, Seltene Orientteppiche 10. München 1988, Nr. 76