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Grosse Frühjahrsauktion

Samstag 23. Mai 2009 um 15 Uhr

260 Lots
  • Anatolischer Teppich

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    • Lot11
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen155 x 119 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.000
    Ein grob geknüpfter Dorfteppich aus Zentralanatolien, der durch die Simplizität seines Musters aus wenigen, wuchtigen Motiven beeindruckt. Im offenflächigen, kamelhaarfarbenen Feld ein hexagonales Medaillon. Die Ecken sind durch ankerförmige Motive in Hellblau und Rot betont. Schmale, dunkelbraune Bordüre mit Rosetten. - Seiten und unterer Kelimabschluß original, am oberen Ende leichte Altersschäden. Guter Zustand.
  • Kurdischer Teppich

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    • Lot12
    • HerkunftOstanatolien
    • Abmessungen215 x 128 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.300
    Fragment eines seltenen Kurdenteppichs aus der Region um Elazig mit ausdrucksstarken Farben. Das Muster aus wuchtigen, geometrischen Formen auf auberginefarbenem Feld erinnert an Kelimornamente. Die Sterne in den sechs großen Rechtecken gelten als Glücksymbole, die Amulettpaare sollen vor bösen Mächten schützen. In der Bordüre stehen Elibelinde-Motive, die durch vier Dreiecke kastenförmig umrahmt sind. Der Vergleich mit einem in der Literatur publizierten, vollständig erhaltenen Exemplar dieser Gruppe zeigt, wie lang unser Teppich ursprünglich gewesen sein kann. - Auf braunes Tuch genäht.

    Vergleich:
    TÜRKISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR KULTUR UND TOURISMUS (Hrsg.), Turkish Handwoven Carpets. Catalog No: 4. Ankara 1990, Code 0397

  • Asmalyk Adler Gruppe II

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    • Lot13
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen79 x 127 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.700
    Seit den auf genauen Strukturanalysen basierenden Untersuchungen von Rautenstengel und Azadi, veröffentlicht in ihrer Monographie, können die Arbeiten der Adler-Gruppe-Turkmenen von anderen Yomud-Teppichen abgegrenzt werden. Demnach zählt dieser seltene Asmalyk zur Adler-Gruppe II. Ein Vergleichsstück, gestiftet von Irmgard Bidder, der Frau des Sammlers und deutschen Botschafters in China Hans Bidder, befindet sich im Berliner Museum. - Guter Zustand mit den Originalabschlüssen ringsum, sogar einigen Zierfransen am unteren Rand. Lediglich kleinere Gebrauchsspuren, obere Ecken leicht beschädigt.

    Vergleich:
    PINNER, ROBERT, The Rickmers Collection. Turkoman Rugs. Berlin 1993, Nr. 49

  • Schirwan Gebetsteppich

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    • Lot14
    • HerkunftOstkaukasus
    • Abmessungen151 x 120 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR5.000
    Noch vor zehn Jahren häufig am Markt, sind antike Gebetsteppiche aus dem Ostkaukasus heute seltener geworden. Dieses weißgrundige Exemplar, das nach seiner Knüpfstruktur aus der Region Schirwan stammt, zeigt das gebietstypische Rautengittermuster aus stilisierten Blättern, gefüllt mit bunten Blumen. Es erstreckt sich hier über das gesamte Feld, weshalb der brückenartige Gebetsgiebel wie aufgelegt wirkt. - Originale Seitenabschlüsse und Kelimenden, leichte Gebrauchsspuren im Flor und Abnutzungen in den Randbereichen.

    Vergleich:
    EDER, DORIS, Orientteppiche. Band 1: Kaukasische Teppiche. (Battenberg Antiquitäten-Kataloge) München 1979

    • Lot15
    • HerkunftWestchina
    • Abmessungen241 x 184 cm
    • Alterum 1700
    • Schätzpreis EUR1.000
    Grob geknüpft und mit weicher Florwolle, hatten die historischen Teppiche Chinas, als sie ab dem 19. Jahrhundert außer Landes gebracht wurden, in den westlichen Ländern, wo sie oft mit wenig Einfühlungsvermögen als dekorative Fußbodenbeläge verwendet wurden, nur eine geringe Überlebenschance. Auch dieser Ninghsia zeigt unübersehbare Spuren unsachgemäßen Gebrauchs. Trotzdem ist er immer noch ein bedeutendes Belegstück für die großartige Teppichkunst Chinas. Mit seinem gelben Laubrankengitter auf blauem Grund, das Päonienblüten verbindet, ähnelt er dem 2005 in Köln ausgestellten und in "Glanz der Himmelssöhne" veröffentlichten "Zadah Päonienrankenteppich". Beide Stücke haben die gleiche Swastika-Mäander-Bordüre, die ohne inneren Begleitstreifen direkt an das Feld grenzt. Der musterfreie, dunkelbraune Rand, der ursprünglich den äußeren Abschluß bildete, fehlt heute. - Starke Abnutzung.

    Vergleich:
    Museum für Ostasiatische Kunst Köln (Hrsg.), Glanz der Himmelssöhne. Kaiserliche Teppiche aus China 1400 – 1750. Texte von Michael Franses und Hans König. London 2005, Nr. 14

    • Lot16
    • HerkunftNordostkaukasus, Region Dagestan
    • Abmessungen104 x 64 cm
    • Alterum 1800
    • Schätzpreis EUR2.400
    Eine blaßblaue Kaitag-Seidenstickerei mit Mond-Muster: ein großer Kreis im Zentrum, umrahmt von vier arabeskenartigen Formen und bogenförmigen Elementen an beiden Enden. Bei diesen Stickereien aus Dagestan überrascht immer wieder der hohe Abstraktionsgrad ihrer Muster. Sie erinnern westliche Betrachter unwillkürlich an die Werke bestimmter Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts, ohne daß irgendeine faktische Beziehung zwischen den beiden weit entfernt voneinander entstandenen Kunstformen denkbar wäre. - Auf Stoff aufgezogen und gerahmt, bis auf kleine abgenutzte Stellen gut erhalten.
    • Lot17
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen141 x 72 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500
    Eine sehr seltene Gaschgai-Tasche, früher Teil einer Khordjin, bei der die Rückseite - ein Querstreifenkelim mit geknüpfter Schrägstreifenbordüre ringsum - ebenso schön ist wir die Vorderseite. - Gut erhalten.
    • Lot18
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen240 x 162 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR5.800
    Kelims mit offenflächigem Feld wurden von den in der Provinz Fars lebenden Gaschgai- und Luri-Stämmen oft gewebt, meistens sind aber einige Motive über das Feld verteilt. Bei diesem Gaschgai-Kelim ist das kamelhaarfarbene, mehrfach abraschierte, nur innen mit einer getreppten Leiste konturierte Feld jedoch vollkommen leer. Es wird von einem breiten, tomatenroten Streifen eingerahmt, in den Rautenhälften hineinragen. Als äußerer Abschluß die bei diesen nomadischen Flachgeweben fast obligatorische, reziproke Zinnenbordüre. - Gut erhalten.
  • Gaschgai Gaschguli

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    • Lot19
    • HerkunftSüdwestpersien, Fars
    • Abmessungen224 x 136 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR4.500
    Das sogenannte "Gaschgai-Gül", ein aus dem Ornamentschatz klassischer persischer Teppiche herausgelöstes, von den Nomaden übernommenes Motiv, ist bei diesem antiken Gaschgai in versetzten Reihen auf dem dunkelblauen, schildförmigen Feld angeordnet. Meistens kommt es als Zentralmotiv in einem Medaillon vor; die hier von einer Knüpferin der Gaschguli-Stammesgruppe geschaffene Komposition ist ungewöhnlich und nur in wenigen erhaltenen Exemplaren überliefert. - Ringsum Originalabschlüsse, Flor mit leichten Gebrauchsspuren.

    Vergleich:
    HERRMANN, EBERHART, Seltene Orientteppiche 6. München 1984, Nr. 59

    • Lot20
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen45 x 159 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR5.000
    Dieser Ersari-Schmuckbehang ist wahrscheinlich, wie ein Asmalyk, als Flankenbehang des Kamels bei besonderen Gelegenheiten verwendet worden, könnte aber auch den Brautkorb umhüllt haben. Der Behang überrascht durch seine hell leuchtenden Farben, mit Highlights in rubinroter Seide. Das Muster aus versetzt angeordneten, hexagonalen Güls kommt bei Ersari-Arbeiten selten vor und ist eher typisch für Tschaudor-Teppiche. - Seiten neu umwickelt, guter Zustand.

    Vergleich:
    ELMBY, HANS, Antikke Turkmenske Tæpper IV. Antique Turkmen Rugs Kopenhagen 1998, Nr. 55 (Jollar) und Nr. 47 (Hauptteppich)