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Grosse Frühjahrsauktion

Samstag 23. Mai 2009 um 15 Uhr

260 Lots
  • Tschaudor Hauptteppich

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    • Lot21
    • HerkunftZentralasien, Westturkestan
    • Abmessungen253 x 147 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.000
    Dieser kleine turkmenische Hauptteppich ist nach seiner Knüpfung mit symmetrischen Knoten vermutlich beim Tschaudor-Stamm entstanden. Im braunen Feld drei Reihen mit zehn Tauk-Nuska-Güls, dazwischen Balkenkreuz-Sekundärornamente. Die Bordüre enthält wuchtige Rollblätter an einer zackenbesetzten Ranke und Aschik-Güls in den Querbahnen. Die Elems sind unterschiedlich gemustert, unten mit großen Bäumen. - Mehrere nachgeknüpfte Stellen, Ränder geschnitten, Schirazi neu angesetzt.
    • Lot22
    • HerkunftZentralasien, Mittleres Amu Darja Tal
    • Abmessungen118 x 167 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.300
    Die Zelttaschen der Beschir-Turkmenen sind oft erstaunlich groß. Ihr von Ikat-Textilien beeinflußtes Rapportmuster mit an den Spitzen eingekerbten Primärmotiven und versetzt angeordneten Rauten dazwischen benötigte Raum zur Entfaltung. Die unten aufgeführten Tschowals (Sammlung Wiedersperg, Besim, Rippon Boswell, Sotheby’s) bilden eine homogene Gruppe mit nur geringen Abweichungen in den Details. – Seiten stellenweise etwas reparaturbedürftig. Leichte Gebrauchsspuren. Unten ist ein Teil der Kelimrückseite noch erhalten.

    Vergleich:
    PINNER, ROBERT & EILAND, MURRAY L. Jr., Between the Black Desert and the Red. Turkmen Carpets from the Wiedersperg Collection. San Francisco 1999, Tf. 63 *** BESIM, ADIL (Hrsg.), Mythos und Mystik. Alte und antike Textilkunst. Wien 1998, Nr. 76 *** RIPPON BOSWELL, Auktion 15. Mai 1999, # 48 +++ SOTHEBY’S London, Auktion 12. Oktober 2005, # 5

    • Lot23
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen402 x 160 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR12.000
    Die großformatigen Stammeskelims aus Zentralanatolien haben nur selten ein gelbes Feld. Bei diesem in zwei Bahnen gewebten Exemplar stehen im Feld zwei parallele Motivbalken aus Rauten, die in Amulettsymbolen enden. Seitlich sind sie mit horizontalen Haken besetzt. Nach der dreiteiligen Gesamtkonzeption mit überbreiten Streifenelems oben und unten, die in sich geschlossene Musterblöcke sind, dürfte dieser prachtvolle und farbintensive Kelim eine Kamelschmuckdecke gewesen sein. – Guter Zustand, einige unbedeutende Reparaturen.

    Vergleich:
    KELIM-CONNECTION AACHEN (Hrsg.), Kelim: Textile Kunst aus Anatolien. Aachen 2002, Nr. 41

    • Lot24
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen289 x 177 cm
    • Alterdat. 1334 = 1916
    • Schätzpreis EUR4.200
    Ein großer Lori Pambak mit drei das rote Feld in gesamter Länge ausfüllenden, oktogonalen Medaillons in Grün und Weiß, darin das für diese Kazak-Gruppe charakteristische Balkenkreuz. Im mittleren Medaillon steht die Datierung "1334". Die drei gleichbreiten Bordüren enthalten geometrisch stilisierte Ranken mit abstrahierten Tierformen. - Beide Enden etwas reduziert, Schirazi original. Braun korrodiert, kleinere Trittfalten und einige Reparaturen.
    • Lot25
    • HerkunftNordafrika, Marokko
    • Abmessungen498 x 193 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR8.000
    Antike Knüpfteppiche aus Marokko sind nur in geringer Zahl überliefert, was angesichts ihrer groben Knüpfstruktur und der weichen Florwolle nicht verwundert. In Rabat soll eine Teppichproduktion erst im 18. Jahrhundert begonnen haben. Das meistens lange und schmale Format war den Raumproportionen der Stadthäuser angepaßt. Dieses farbenfrohe Exemplar, möglicherweise noch aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, hat ein charakteristisches, dichtgedrängtes Muster, dessen Ornamente türkischen Vorbildern aus Melas, Mudjur, Kirsehir und noch anderen Knüpfzentren in Anatolien entlehnt sind. Türkische Teppiche waren damals im gesamten Reich der Osmanen verbreitet und offensichtlich stilbildend für die städtische Produktion in Rabat. – Einige restaurierte Stellen, Gebrauchsspuren im Flor.

    Vergleich:
    EILAND, MURRAY L. Jr. & EILAND, MURRAY III, Oriental Carpets. 4th edition, Boston 1998, Nr. 344 *** FISKE, PATRICIA, (Hrsg.), From The Far West: Carpets And Textiles Of Morocco - De L'Extreme Occident: Tapis Et Textiles Du Maroc. Washington, D. C. 1980, Nr. 1

    • Lot26
    • HerkunftNordwestpersien, Kurdistan
    • Abmessungen207 x 151 cm
    • Alter1. V. 20. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.400
    Ein fein gewebter Bidjar-Kelim mit "lazy lines" im nachtblauen Feld, das von einem großen, weißgrundigen Medaillon mit angehängten Spitzen beherrscht wird. In der breiten, hellroten Bordüre sind florale Formen quasi übereinandergestapelt. Große, ins Feld hineinragende Blütengebilde betonen die Ecken. Der besondere Stil dieser Kelims wird von allen Autoren, die ähnliche Exemplare publiziert haben, mit Begriffen wie "Barock" oder "Rokoko" beschrieben. Es gilt als gesichert, daß stilistische Einflüsse aus Europa, wahrscheinlich vermittelt durch französische Stoffe, für die Entstehung dieses nicht in der Tradition des Orients stehenden Musters ausschlaggebend waren. Kelims mit identischer Ornamentik wurden auch in Senneh hergestellt, sind jedoch viel feiner und manchmal aus Seide gewebt. - Sehr guter Zustand.

    Vergleich:
    HULL, ALASTAIR & LUCZYC-WYHOWSKA, JOSE, Kilim. The Complete Guide. London 1993, Nr. 371 *** PLÖTZE, KARL-MICHAEL, Welt der Kelims. Barsinghausen 2001, Nr. 100

  • Osmanisches Gewand

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    • Lot27
    • HerkunftSüdosteuropa, Bosnien
    • Abmessungen107 x 181 cm
    • Alter19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.500
    Ein prächtiger Mantel aus rotem Samt, der verschwenderisch reich mit komplizierten Mustern aus Gold- und Silberfäden bestickt ist. Das Gewand entstand zur Zeit der Türkenherrschaft über weite Teile der Balkanhalbinsel, vermutlich in Bosnien. - Sehr guter Zustand.
    • Lot28
    • HerkunftZentralfrankreich, Aubusson
    • Abmessungen196 x 197 cm
    • Alterca. 1930
    • Schätzpreis EUR2.700
    Das Feld dieses quadratischen Art Deco-Teppichs wird von einem schwarzgrundigen Kreis beherrscht, der ein aus Segmenten in Beige-, Grau- und Brauntönen, Pink und Altrosé zusammengesetztes, asymmetrisches Muster umschließt. Acht Vorsprünge in Grau und Schwarz verbinden den Kreis mit der einfarbig schwarzen, ungemusterten Bordüre. - Guter Zustand.
  • Konvolut HALI
    • Lot29
    • HerkunftN/V
    • AbmessungenN/V
    • AlterN/V
    • Schätzpreis EUR2.500
    HALI. Spezialpublikation über Teppiche und Textilien. Erscheinungsort London, ab 1978. Untertitel der Zeitschrift seit dem ersten Erscheinen mehrfach geändert. Erschien zuerst vierteljährlich und war nach Jahrgängen (Vol.) bezeichnet. Nach dem 6. Jahrgang wurden die Hefte fortlaufend durchnumeriert (ab HALI 25). Angeboten hier die Jahrgänge Vol. I bis VI (24 Hefte), weiter die Hefte 25 bis 88 und zusätzlich Heft 90. - Sehr gut erhalten, kaum benutzt.
    • Lot30
    • HerkunftMarokko
    • Abmessungen296 x 197 cm
    • Alterca. 1930
    • Schätzpreis EUR5.500
    Ein seltener Art Deco-Teppich, geknüpft um 1930 in Marokko nach dem Entwurf des französischen Künstlers Jules-Henri Derche, der als Orientalistenmaler, Galerist und Designer in Casablanca lebte. Wie andere Designer seiner Zeit (z. B. Ivan da Silva Bruhns) beeinflußt von den abstrakten Mustern der Berberteppiche Nordafrikas, entwickelte Derche für seine Entwürfe einen charakteristischen Stil mit typischen Art Deco-Elementen. Hier sind das zwei breite, blaue Bahnen, die nebeneinander herlaufend, aber nicht parallel das Feld durchziehen wie verbogene Schienen und der Komposition ihren ganz besonderen Rhythmus verleihen. Das Künstlermonogramm ist in die linke obere Ecke eingeknüpft. - Ein kleinerer Teppich (201 x 100 cm) von Derche mit ähnlichem Muster (nur ein blauer Balken), aus dem Besitz von John Jesse (davor Karl Lagerfeld, Versteigerung bei Sotheby's in Monaco 1995) wurde 2006 bei Sotheby's in London versteigert. - Ein schwerer, hochfloriger Teppich in sehr gutem Erhaltungszustand.

    Vergleich:
    SOTHEBY'S LONDON, John Jesse, The Pursuit of Style. Auktion am 22.02.2006, Lot 225