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Zaleski Collection

Samstag 30. November 2019 um 15 Uhr

162 Lots
    • Lot1
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen151 x 107 cm
    • Alterdat. 1303 AH = 1886 AD
    • Schätzpreis EUR4.400
    Rotgrundiger Bordjalou-Gebetsteppich mit Re-Entrant-Motiv unten und weit oben angeordnetem Gebetsgiebel. Die Feldmitte ist durch zwei mit Haken besetzte Rauten und zwei Hexagone mit Baummotiven betont, darum verteilt liegen einige kleine Schmuckornamente. Drei Hexagone mit kreuzförmiger Innenzeichnung am unteren Feldende, oben ist dieses Motiv zweimal wiederholt. Dreibahnige Bordüre mit typischem Bordjalou-Muster aus reziproken Zinnen und Haken. - Kleine nachgeknüpfte Stellen, insgesamt guter Zustand, Originalschirazi.

    Vergleich:
    HERRMANN, EBERHART, Von Konya bis Kokand. Seltene Orientteppiche III. München 1980, Nr. 20

    • Lot2
    • HerkunftSüdostkaukasus, Region Moghan
    • Abmessungen206 x 105 cm
    • AlterMitte 19.Jh.
    • Schätzpreis EUR5.600
    Dieser faszinierende Teppich mit buntem Diagonalstreifen-Muster im Feld und breiter, weißer Hauptbordüre, deren reziproke Zinnen aus Dreiecken zusammengesetzt sind, ist vermutlich bei einer Stammesgruppe der Moghan-Schahsavanen entstanden. Anhaltspunkte dafür sind die leicht unregelmäßige Knüpfung und der Stil seines Feldmusters, das nicht statisch wirkt, sondern aufgrund des gewellten Verlaufs der unterschiedlich breiten Streifen in Bewegung zu sein scheint. Das Muster der äußeren, gelb-roten Nebenbordüre kommt auch bei den Schahsavan-Flachgeweben vor. Ein sehr ähnlicher Teppich stammt laut Herrmann aus dem nordöstlichen Kaukasus. - Alters- und Gebrauchsspuren, Flor stellenweise niedrig. Insgesamt guter Zustand, ringsum Originalabschlüsse.

    Vergleich:
    HERRMANN, EBERHART, Kaukasische Teppichkunst im 19. Jahrhundert. Ein Bilderbuch. München 1993, Nr. 9

    • Lot3
    • HerkunftSüdostkaukasus, Region Moghan-Savalan
    • Abmessungen45 x 49 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.200
    Geknüpfte Taschenfronten der Schahsavanen sind viel seltener als Arbeiten in Sumakh-Technik. Das Feld ist mit bunten Diagonalstreifen, die kleine Rauten enthalten, gemustert. In der breiten weißgrundigen Bordüre liegen klammerähnliche Motive. - Unten minimal reduziert, kleine Mottenstellen, Schirazi am linken Rand beschädigt.

    Vergleich:
    HERRMANN, EBERHART, Kaukasische Teppichkunst im 19. Jahrhundert. Ein Bilderbuch. München 1993, Nr. 35b

    • Lot4
    • HerkunftSüdostkaukasus, Region Moghan
    • Abmessungen182 x 89 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.000
    Dieser kleine Teppich mit grober Knüpfung und weicher Struktur ist vermutlich von Schahsavanen im Moghan-Gebiet angefertigt worden. Das Innenfeld ist ein sehr schmaler, dicht mit kleinen Motiven gemusterter Streifen, in der sehr breiten, weißen Bordüre liegen große Oktogone mit einem Stern im Zentrum und vier Haken an den Ecken. Komposition und Ornamentik scheinen von Talisch-Teppichen abgeleitet zu sein. - Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, beide Endabschlüsse nachgeknüpft.
    • Lot5
    • HerkunftNordwestpersien, Aserbaidschan
    • Abmessungen60 x 47 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.700
    Die Taschenfront der Khamseh-Schahsavanen, gewebt in feiner Sumakh-Technik, gehörte früher zu einer Khordjin. In den beiden Querstreifen des Innenfeldes sehen wir eine Prozession von großen Fabeltieren, dazwischen liegt ein Trennstreifen mit hakenbesetzten Rauten. Die blaue Bordüre ist mit kleinen Kästchen, die Haken und Kreuzen tragen, sowie Winkelformen gemustert. - Guter Zustand. Aufgenäht und gerahmt.

    Vergleich:
    LANDREAU, ANTHONY N. & PICKERING, W.R., From the Bosporus to Samarkand. Flat-Woven Rugs. Washington, D.C. 1969, Nr .43 *** FRAUENKNECHT, BERTRAM, Schahsavan Sumakh Taschen. Fürth 1993, Nr. 34-36 *** RIPPON BOSWELL, A 72, 29.11.2008, # 111; A 89, 28.05.2016, # 30

    • Lot6
    • HerkunftSüdostkaukasus, Region Moghan-Savalan
    • AbmessungenA = 50 x 51 B = 49 x 49 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.500
    Zwei Vorderseiten einer Doppeltasche der Moghan-Schahsavanen, gewebt in feiner Sumakh-Technik. Auf mitternachtsblauem Grund liegen versetzte Reihen von weißen, roten, dunkel- und hellgrünen Kastenmotiven, deren vier in alle Himmelsrichtungen weisende Doppelhaken dem Ornament ein kreuzförmiges Aussehen verleihen. Die schmale weiße Bordüre enthält eine geometrisch stilisierte Ranke. Die veröffentlichten Exemplare der seltenen Gruppe sind meistens Hälften von Taschen. In unserer Auktion A 92 wurde eine komplette Khordjin versteigert. - Guter Zustand, auch die oberen Verschlußleisten sind in Sumakh-Technik gearbeitet.

    Vergleich:
    WERTIME, JOHN T., Sumak Bags of Northwest Persia & Transcaucasia. London 1998, Nr. 63 *** GÜGEL, ERNST & WÜHR, RUDOLF, Zweck und Zier. Traunstein 2010, Abb. S. 54 *** RIPPON BOSWELL, A 40, 14.05.1994, # 98; A 92, 25.11.2017, # 49; A 94, 17.11.2018, # 240

    • Lot7
    • HerkunftNordwestanatolien, Region Bergama
    • Abmessungen222 x 157 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR6.000
    Der Dorfteppich stammt aus der südlich von Bergama und nördlich von Manisa gelegenen Bergregion Yuntdag. In den örtlichen Moscheen wurden diverse antike Exemplare gefunden. Bei dieser Gruppe kommen verschiedene Mustertypen vor. Hier nimmt ein riesiges hellgrünes Schildmedaillon, in dem als Zentralmotiv ein analog geformtes, blaues Medaillon liegt, fast die gesamte Fläche des Feldes ein. Außer der weichen, lappigen Knüpfstruktur und den spezifischen Farben, ist die in einem unverwechselbaren Stil gezeichnete Ranke mit geometrisch stilisierten Palmetten und diagonalen Blättern ein sicheres Erkennungsmerkmal der Provenienz. Der Teppich wurde 1978 bereits von Bausback veröffentlicht. - Beide Seiten mit neu angesetzter Kordel, leichte Alters- und Gebrauchsspuren, insgesamt gut erhalten.

    Veröffentlicht:
    BAUSBACK, PETER, Antike Orientteppiche. Braunschweig 1978, Tf. S. 97

    • Lot8
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen168 x 123 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.600
    Die farbenfrohen Mudjur-Gebetsteppiche erfreuten sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit und wurden in viele Länder des Osmanischen Reiches exportiert. In den Gemälden der „Orientalisten“-Maler mit Bazaar-Szenen in Ägypten, Algerien, Marokko und Tunesien sind häufig auch Mudjur-Gebetsteppiche zu sehen. Der Mustertypus mit meistens leerem, rotem Mihrabfeld, einem steil ansteigenden, getreppten Giebel und dem Paneel aus großen Pfeilspitzen darüber ist erstaunlich konstant. Gleiches gilt für die breite, dreibahnige Bordüre. – Alters- und Gebrauchsspuren, Flor niedrig, nachgeknüpfte Stellen im roten Feld, Originalschirazi.

    Vergleich:
    THOMPSON, JON, Carpet Magic. London 1983, Tf. S. 4

    • Lot9
    • HerkunftWestliches Zentralanatolien, Provinz Eskisehir
    • Abmessungen122 x 100 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.000
    Die östlich von Eskisehir gelegene Kleinstadt Mihaliççik, in der früher eine gemischte Bevölkerung aus Griechen und Türken lebte, wurde bei Rückzug der griechischen Invasionstruppen im Jahr 1921 fast vollständig zerstört. Es kann deshalb nicht verwundern, daß so wenige antike Mihaliççik-Teppiche erhalten sind. Charakteristische Mustermerkmale dieser Gebetsbrücken sind das rote Mihrabfeld mit großen Blüten, der nicht getreppte, hakenbesetzte Giebel, das Muster aus kleinen bunten Dreiecken darüber und die schwarzbraune Bordüre mit ihrer flächig gezeichneten, an kaukasische Teppiche erinnernde Blatt-Kelch-Ranke. - Schwarzbraune Partien korrodiet und teils nachgeknüpft, insgesamt guter Zustand mit den Originalabschlüssen ringsum.

    Vergleich:
    BUTTERWECK, GEORG & ORASCH, DIETER, Das Standardwerk des anatolischen Knüpfteppichs. Zentral-Anatolien. Wien 1986, Nr. 204 *** REINISCH, HELMUT UND LISBETH, Von Bagdad nach Stambul. Nomadenteppiche. Graz 1983, Nr. 40 *** BESIM, ADIL (Hrsg.), Mythos und Mystik. Alte und antike Textilkunst. Band 1 Wien 1998, Nr. 5

    • Lot10
    • HerkunftSüdwestanatolien, Provinz Afyonkarahisar
    • Abmessungen84 x 67 cm
    • Alter1. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.700
    Der bildschöne Yastik aus einem der Dörfer in der Region Dazgiri ähnelt zum Verwechseln einem Parallelstück der Sammung McMullan, das sich heute im New Yorker Metropolitan Museum befindet. Das tomatenrote Feld wird von einer großen Sternblüte beherrscht, von deren weißem Zentrum radial acht blaue Blüten (vielleicht Hyazinthen) ausgehen, die auf senfgelbem Grund liegen. Dieses Motiv stammt aus der osmanischen Formenwelt, während die vier Dreiecksfiguren in den Ecken eine ältere, vor-osmanische Tradition widerspiegeln. - Beide Endabschlüsse nachgeknüpft, Schirazi teils erneuert, sonst sehr gut erhalten.

    Vergleich:
    McMULLAN, JOSEPH V., Islamic Carpets. New York 1965, Nr. 117 *** MOREHOUSE, BRIAN, Yastiks. Cushion Covers And Storage Bags Of Anatolia. Philadelphia 1996, Nr. 9 *** THOMPSON, JON, Timbuktu to Tibet. Exotic Rugs & Textiles From New York Collections. New York 2008, Tf. 82