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POPPMEIER COLLECTION II

Samstag 23. März 2019 um 15 Uhr

91 Lots
    • Lot1
    • HerkunftZentralanatolien, Region Konya
    • Abmessungen385 x 176 cm
    • Alterum 1800
    • Schätzpreis EUR2.500 - 3.300
    Der eindrucksvolle, weißgrundige Kelim ist eine Arbeit der Hotamis-Turkmenen aus dem Konya-Gebiet. Er ist an einem Stück gewebt, deshalb gibt es hier keine Musterverschiebung auf der Mittelachse, wie bei den meisten zweibahnigen Kelims dieser Gruppe. Drei riesige Hexagone mit weitausgreifenden, hakenbesetzten Armen füllen das Innenfeld in der gesamten Länge und Breite. Das mächtige Motiv scheint ein stammesspezifisches Ornament der Hotamis-Turkmenen gewesen zu sein, es wurde aber auch, in abgewandelter Form, von den Aydinli-Yürüken verwendet. Während das erste und das dritte Hexagon blaue Hakenkonturen aufweisen, sind diese beim mittleren Hexagon rot. - Rechts unten im Bordüren- und Elem-Bereich unvollständig. Kleinere Fehlstellen. Auf Leinwand aufgenäht.

    Vergleich:
    BALPINAR/HIRSCH 1982, Nr. 38 *** PETSOPOULOS 1991, Nr. 76 *** BRÜGGEMANN 1993, Nr. 60 *** FRAUENKNECHT 1982, Nr. 17

    Veröffentlicht:
    KONZETT/PLOIER 1991, Nr. 55

    • Lot2
    • HerkunftWestanatolien, Provinz Manisa
    • Abmessungen127 x 87 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.000 - 1.300
    Dieser seltene kleinformatige Kelim, dessen rotes Innenfeld bis auf einige kleine, in Broschiertechnik eingewebte Rauten ungemustert ist, wurde von anatolischen Nomaden in der Provinz Manisa gewebt. Wie bei dem farblich und stilistisch vergleichbaren, allerdings viel größerem Kelim der Sammlung Vok, den Hirsch den Ivrinde-Yürüken zuschreibt, bestehen die Kettfäden aus weißer Baumwolle. Indigoblaue, mit weißer Baumwolle kontrastreich konturierte Eckpartien und vier seitliche, oben eingekerbte Zinnen geben dem offenflächigen Innenfeld seinen schildförmigen Umriß. Der Kelim wurde ohne seitliche Bordüren gearbeitet. An beiden Enden liegen Bündel aus schmalen, mehrfarbigen Horizontalstreifen. - Größere Fehlstellen. Auf Leinwand aufgenäht.

    Vergleich:
    VOK 1997, Nr. 54 = RIPPON BOSWELL, A 91, 2017, # 185

    Veröffentlicht:
    REINISCH 2018, TP 67, S. 69

    • Lot3
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen400 x 83 cm
    • Altervor 1800
    • Schätzpreis EUR1.500 - 1.800
    Hälfte eines zweibahnigen, weißgrundigen Konya-Kelims. Auf der Mittelachse des Feldes liegen sehr große, verschachtelte, hexagonale Medaillons; ihre mehrfarbigen Hakenkonturen beherrschen das Gesamtbild. Die Seitenbereiche sind dicht mit Sekundärmotiven gefüllt, kleine Schutzsymbole wurden verstreut in Broschiertechnik eingewebt. Der hohe Patinierungsgrad der milden, lichten Farben und der kraftvolle Stil der Zeichnung sind Indizien für eine Entstehung im 18. Jahrhundert. - Einige Fehlstellen, Seiten und Enden unvollständig. Auf Leinwand aufgenäht.

    Veröffentlicht:
    KONZETT/PLOIER 1991, Nr. 52

    • Lot4
    • HerkunftSüdwestanatolien, Provinz Denizli
    • Abmessungen210 x 132 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.500 - 2.000
    Dieser kleinformatige, an einem Stück gewebte Kelim ohne Längsbordüren stammt vermutlich aus einem der Dörfer der Region Çal. Er könnte als Sofreh (Eßtuch) verwendet worden sein oder als Decke, auf der der gekochte Weizen (Bulgur) zum Trocknen ausgebreitet wurde. Der aus hellbrauner, ungefärbter Kamelwolle gewebte Grund ist an vielen Stellen mit feinen, dunkelbraunen Streifen durchsetzt, quasi gemasert wie eine hölzerne Fläche. Eine große verschachtelte Zackenraute liegt frei im Zentrum des leeren, mittleren Feldbereichs und wirkt als Blickfang. Drei Musterbahnen mit einfachen, getreppten Formen und schmalen, broschierten Begleitborten liegen als Querriegel an beiden Enden des Kelims und steigern die Solitärwirkung des Zentralmotivs. - Mehrere größere Fehlstellen, Ränder und Endabschlüsse beschädigt. Auf Leinwand aufgenäht.

    Vergleich:
    KOLL 2011, Tf. 1

    Veröffentlicht:
    REINISCH 2018, TP 113, S. 108 und 109

    • Lot5
    • HerkunftWestliches Zentralanatolien, Provinz Eskisehir
    • Abmessungen386 x 140 cm
    • Altervor 1800
    • Schätzpreis EUR2.500 - 3.300
    Ein früher, in einer Bahn gewebter Kelim der Sivrihisar-Gruppe mit milden, wunderbar patinierten Farben. Wie bei dem von Petsopoulos publizierten Exemplar sind die Primärornamente kastenförmig und an beiden Enden mit Parmakli-Kammmotiven besetzt. - Seiten unvollständig, größere Fehlstellen, an einem Ende reduziert. Auf Leinwand aufgenäht.

    Vergleich:
    PETSOPOULOS 1991, Nr. 62 *** RAGETH 1999, Nr. 40 *** KELIM-CONNECTION 2002, Tf. 11 *** HERRMANN 1988, Nr. 25

    • Lot6
    • HerkunftZentralanatolien, Kappadokien
    • Abmessungen196 x 68 cm
    • Altervor 1800
    • Schätzpreis EUR800 - 1.000
    Fragment eines ursprünglich zweibahnigen Kelims aus der Region Nigde im südlichen Teil von Kappadokien. Das erhaltene Teilstück einer Feldhälfte zeigt auf weißem Grund zwei riesige Ornamente aus Doppelhakenpaaren mit eingerollten Enden um ein hexagonales Zentrum, im Wechsel mit zwei großen Hexagonen, die ein Parmakli-Motiv einschließen. Die Wucht der Zeichnung und die hervorragende Farbqualität lassen auf ein frühes Entstehungsdatum schließen. Bei welcher Stammesgruppe dieser Kelim entstand, ist ungewiß. Kelims mit ähnlichen, aber meistens kleineren und formal mehr einem X ähnelnden Primärmotiven werden den Aydinli-Stammesgruppen in Zentralanatolien zugeordnet. - Diverse Fehlstellen, Ränder und Enden unvollständig. Auf Leinwand aufgenäht.

    Vergleich:
    WILLBORG/ALBERTSON 1992, Nr. 9 *** BRÜGGEMANN 1993, Tf. 12 *** PETSOPOULOS 1991, Nr. 99 *** TÜRCK 1995, TF. 1 *** COOTNER/MUSE 1990, Nr. 41 *** KOLL 2011, Tf. 63 *** VALCARENGHI 1994, Nr. 141

    • Lot7
    • HerkunftZentralanatolien, Region Konya
    • Abmessungen382 x 148 cm
    • Alterum 1800
    • Schätzpreis EUR5.000 - 7.000
    Dieser weißgrundige Kelim, gewebt in einem langen, schmalen Format und ohne Bordüren, gehört zu einer prominenten Gruppe, die in der Literatur gut dokumentiert ist. Das weiße Feld ist in vier Querpaneele gegliedert, die von einer riesigen Zackenraute beherrscht werden. Dieses wirkungsmächtige Motiv besteht aus fünf verschachtelten Rauten, die, ausgehend von einem kleinen Zentralmotiv, konzentrische Farbringe bilden. Wegen seiner formalen Ähnlichkeit mit einem bestimmten türkischen Gebäck wird die Zackenraute auch als "Baklava"-Motiv bezeichnet. Kleine Zusatzornamente sind in die seitlichen Bereiche eines jeden Paneels eingefügt; weiß- oder orangegrundige Querstreifen mit einer Ranke und stilisierten Blüten liegen zwischen den Paneelen. - Korrosion der hellbraunen Partien, einige Fehlstellen. Auf Leinwand aufgenäht.

    Vergleich:
    BALPINAR/HIRSCH 1982, Tf. 6 *** FRAUENKNECHT 1984, Tf. 46 *** PETSOPOULOS 1991, Nr. 41 *** KELIM-CONNECTION AACHEN 2002, Tf. 48 *** HASSON 2007, Abb. S. 53 *** WOLFF-DIEPENBROCK 2009, Tf. S. 93

    Veröffentlicht:
    REINISCH 2018, TP 90, S. 120 und 121

    • Lot8
    • HerkunftWestanatolien, Region Kütahya
    • Abmessungen250 x 159 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.500 - 1.800
    Dieser an einem Stück gewebte Kelim aus der Region um Kütahya, vermutlich eine Arbeit des Karakecili-Stammes, beeindruckt durch die Wucht seiner Komposition mit maßstäblich großen, plakativ gezeichneten Ornamenten. Ein breiter, horizontaler Musterbalken und ein darunter hindurchlaufender Balken aus Hexagonen bilden ein mächtiges Kreuzmotiv und teilen das offenflächige, blutrote Feld in vier Sektoren gleicher Größe. Die Seiten des Innenfeldes sind mit blauen Parmakli-Zinnen besetzt. Die Elems aus drei horizontalen Motivbahnen mit sterngefüllten Hexagonen und Bändern aus reziproken Haken fallen durch ihre Größe und zeichnerische Prägnanz auf. - Größere nachgewebte Partien im Innenfeld, Ränder und Ecken teils restauriert.

    Vergleich:
    VALCARENGHI 1994, Nr. 123

    Veröffentlicht:
    REINISCH 2018, S. 68

    • Lot9
    • HerkunftZentralanatolien, Kappadokien
    • Abmessungen270 x 103 cm
    • Alterum 1800
    • Schätzpreis EUR2.500 - 3.300
    Ein sehr seltener Kelim mit offenflächigem, sandgelbem Feld, dessen Leere durch die fünf weit auseinanderliegenden, roten Hexagone noch gesteigert wird. Ein sechstes Hexagon ist mit der fehlenden, unteren linken Ecke heute verschwunden. Die nur angedeutete Bordüre besteht aus parallelen braunen Querbalken. Vermutlich stammt der ausgesprochen minimalistisch wirkende Dorfkelim, über dessen Verwendungszweck wir nur rätseln können, aus dem Gebiet zwischen Aksaray, Nevsehir und Nigde. - Mehrere Fehlstellen, beide Enden unvollständig, untere linke Ecke fehlt, Seiten beschädigt. Auf Leinwand aufgenäht.

    Veröffentlicht:
    REINISCH 2018, TP 32, S. 66 und 67

    • Lot10
    • HerkunftSüdwestanatolien, Provinz Mugla
    • Abmessungen282 x 175 cm
    • Alterum 1800
    • Schätzpreis EUR3.000 - 3.700
    Dieser an einem Stück gewebte Dorfkelim ist im Hinterland der Küstenstadt Fethiye, die bis 1914 Megri hieß, entstanden. Er wurde als Eßtuch bei Festen verwendet. Die spektakuläre Wirkung des roten, vollkommen leeren Innenfeldes, in das von den Seiten spitze, getreppte Zinnen in changierenden Grüntönen vorstoßen, wird durch die breiten, gestreiften Elems noch gesteigert. Aufgrund der vom Alterungsprozeß bedingten Farbschwankungen (Abraschbildung) in den roten und grünen Partien des Innenfeldes hat sich ein dezentes Grundmuster aus Wellenlinien herausgebildet, welches die monochromen Flächen belebt und transparent erscheinen läßt. - Alters- und Gebrauchsspuren, Ränder und Eckpartien teils unvollständig.

    Vergleich:
    KONZETT/PLOIER 1991, Nr. 2