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Große Herbstauktion

Samstag 05. Dezember 2020 um 15 Uhr

246 Lots
  • Kazak Gebetsteppich

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    • Lot1
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen145 x 107
    • Alterdat. 1312 = 1895
    • Schätzpreis EUR3.500
    Rotgrundiger Kazak-Gebetsteppich mit formatfüllend großer, dunkelblauer Mihrabform, darin ein mächtiger Balkenstern, der von vier weißen Sternen und mehreren Rosetten umgeben ist. In der sehr kleinen Gebetsnische steht das islamische Datum 1312. Das seltene Exemplar mit ungewöhnlichen Motiven läßt sich keiner der etablierten Kazak-Gruppen zuordnen. Vom Sammler 1981 in der Galerie Sailer, Salzburg, erworben. - Guter Zustand, ringsum Originalabschlüsse.
    • Lot2
    • HerkunftOstkaukasus
    • Abmessungen362 x 178 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.300
    Ein außergewöhnlich großer Schirwan-Kelim mit dichtem Querstreifen-Muster aus Bahnen unterschiedlicher Breite und Ornamentierung, dazwischen einfarbige Trennstreifen in Blau, Rot, Grün und Dunkelbraun. Ein typisches Merkmal dieser immer bordürenlosen Kelims sind die scharfen, kamm-ähnlichen Zacken an den Längsseiten. Fein gewebt, erstklassige Farben. - Bis auf minimale Randschäden sehr guter Zustand.

    Vergleich:
    BAUSBACK, PETER, Kelim. Antike orientalische Flachgewebe. Mannheim & München 1983, Tf. 94

    • Lot3
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen216 x 150 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800
    Alters- und Gebrauchsspuren, Flor gleichmäßig niedrig, einige nachgeknüpfte Stellen. Schirazi und unterer Abschluß original, oben etwas reduziert. Starke Korrosion der schwarzbraunen Partien.

    Vergleich:
    DIENES, GERHARD M. & REINISCH, HELMUT, 2000 und 1e Nacht. Teppiche und Textilien aus Privatsammlungen. Graz 2001, Nr. 180 *** RIPPON BOSWELL, A 70, 01.12.2007, Lot 180

    • Lot4
    • HerkunftSüdosteuropa, Thrazien
    • Abmessungen154 x 108 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.300
    Kleinformatiger Sharkoy-Kelim mit einem Lebensbaum im kirschroten Feld und Zackenbordüre in Blau und Rot, die mit kleinen Schlangenmotiven besetzt ist. - Beide Enden minimal reduziert, insgesamt guter Zustand.

    Vergleich:
    BALPINAR, BELKIS & HIRSCH, UDO, Flachgewebe des Vakiflar-Museums Istanbul. Wesel 1982, Tf. 99

    • Lot5
    • HerkunftNordwestanatolien
    • Abmessungen118 x 95 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800
    Im dunkelroten Feld dieses kleinformatigen Dorfteppichs ein Rapport kleiner Nelkenblüten in versetzten Reihen. Aufgrund der Farbverteilung bilden die Blüten ein übergreifendes Muster aus konzentrischen Rauten, mit einer formatfüllend großen, weißen Raute als beherrschendem Motiv. - Kleinere Reparaturen, Schirazi stellenweise repariert. Guter Zustand mit Flor in ursprünglicher Höhe und den originalen Kelimabschlüssen.
    • Lot6
    • HerkunftZentralanatolien, Provinz Nigde
    • Abmessungen325 x 165 cm
    • Alter2. H. 19 Jh.
    • Schätzpreis EUR3.700
    Der zweibahnige Kelim mit unverwechselbarem Muster und spezifischem Kolorit stammt aus dem Dorf Yesilova. Im auberginegrundigen Feld liegen sechs paarweise und übereinander angeordnete Schildmedaillons mit pfeilbesetzten Spitzen. Sie umschließen eine kleinere, analoge Form in der Grundfarbe des Feldes, die seitlich geöffnet ist: deshalb wirken die Großformen wie aus zwei Hälften zusammengesetzt. Die orangegrundige innere Bordüre ist mit Hakenrauten und kleinen S-Figuren gemustert, in der blauen äußeren Bordüre sind geometrisch abstrahierte Widderfiguren aufgereiht. - Guter Zustand.

    Vergleich:
    ESKENAZI, JOHN & VALCARENGHI, DARIO, Kilim anatolici. Mailand 1985, Nr. 55 *** BÖHMER, HARALD, Nomaden in Anatolien. Begegnungen mit einer ausklingenden Kultur. Ganderkesee 2004, Abb. S. 230

    • Lot7
    • HerkunftOstanatolien
    • Abmessungen218 x 102 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.900
    Das Feldmuster mit den großen Kastenformen, die abwechselnd rot- und blaugrundig sind und ein mächtiges, mit vier Pfeilen besetztes Kreuzmotiv enthalten, gehörte zum Standardrepertoire der ostanatolischen Kurden. Das beherrschende Ornament, ein großes Pfeilkreuz, könnte eine Art von Stammesgül gewesen sein. Es kommt in ähnlicher Form aber auch bei Schahsavan-Taschenfronten aus Aserbaidschan vor. Ein unverwechselbares Merkmal dieser Teppichgruppe ist die Bordüre mit hakenbesetzten Stufenpolygonen, hier auf aprikotfarbenem Grund. - Alters- und Gebrauchsspuren, Schirazi neu angesetzt. Kleinere Fehlstellen, Löcher und Einrisse. Einige alte, farblich abweichende Nachknüpfungen. Oberer Abschluß original, unten etwas reduziert.

    Vergleich:
    NEUGEBAUER, RUDOLF & ORENDI, JULIUS, Orientalische Teppichkunde. Leipzig 1909, Tf. VI *** YOHE, RALPH S. & JONES, H., Turkish Rugs. Washington, D. C. 1968, Nr. 65 *** BRÜGGEMANN, WERNER & BÖHMER, HARALD, Teppiche der Bauern und Nomaden in Anatolien. Hannover 1980, Nr. 97 und 98 *** RIPPON BOSWELL, A 94, 17.11.2018, Lot 103

    • Lot8
    • HerkunftSüdpersien, Region Kirman
    • Abmessungen190 x 116 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800
    Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, eine größere Nachknüpfung in der Feldmitte. Seiten original, flachgewebte Endabschlüsse erhalten.
    • Lot9
    • HerkunftOstkaukasus
    • Abmessungen276 x 119 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800
    Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, Flor stellenweise niedrig. Originalschirazi erhalten, aber stellenweise beschädigt. Am unteren Abschluß ist die netzartige Verknotung der Kettfäden unvollständig.
    • Lot10
    • HerkunftZentralanatolien
    • Abmessungen135 x 115 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR7.500
    Im aprikotfarbenen Feld ein Rapportmuster aus sehr schön gezeichneten Elibelinde-Ornamenten in Dunkelrot und Blau, die steile Farbdiagonalen formieren. Die breite, dunkelrote Hauptbordüre enthält in den Querbahnen große Blüten, in den Längsbahnen Diagonalkreuze aus S-Motiven. Ein anderes Beispiel dieser sehr seltenen Gruppe von Konya-Dorfteppichen wurde von Brüggemann & Böhmer als Titelabbildung für das Buch zur Frankfurter Ausstellung von 1980 ausgewählt. Das Muster geht auf ältere Vorläufer zurück, zum Beispiel einen Teppich im Vakiflar Museum, Istanbul (Inv. Nr. 130) und ein noch älteres Exemplar im Türk ve Islam Eserleri Museum, Istanbul (Inv. Nr. 350). - Die linke obere Ecke fehlt, sonst gut erhalten mit hohem Flor.

    Vergleich:
    BRÜGGEMANN, WERNER & BÖHMER, HARALD, Teppiche der Bauern und Nomaden in Anatolien. Hannover 1980, Nr. 1 *** TÜRKISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR KULTUR UND TOURISMUS (Hrsg.), Turkish Handwoven Carpets. Catalog No: 1. Ankara 1987, 0059 und Band 2, 0123