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Grosse Herbstauktion

Samstag 17. November 2018 um 15 Uhr

273 Lots
    • Lot1
    • HerkunftSüdwestkaukasus
    • Abmessungen214 x 115 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR300 - 400
    Der kleine, rotgrundige Kazak fällt durch sein längliches Format und das seltene Feldmuster auf. Auf der Mittelachse sind Hakenrauten und größere Stufenpolygone zu einem Musterbalken zusammengefügt. - Alters- und Gebrauchsspuren, Flor niedrig, einige ältere Nachknüpfungen. Seiten neu umwickelt, beide Enden leicht reduziert.
    • Lot2
    • HerkunftNordostkaukasus
    • Abmessungen169 x 95 cm
    • AlterMitte 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR400 - 600
    Vier große Balkensterne, eingebettet in ein Grundmuster aus kleinen Blüten, liegen formatfüllend im blauen Feld dieses frühen Lesghi-Teppichs. Die weißgrundige Hauptbordüre ist mit einer Blatt-Kelch-Ranke gemustert. - Deutliche Alters- und Gebrauchsspuren, Flor niedrig und teils abgetreten. Seiten mit blauem Stoff neu eingefaßt, beide Enden reduziert.
    • Lot3
    • HerkunftNordostpersien, Khorassan
    • Abmessungen42 x 49 cm
    • Alter2. V. 20. Jh.
    • Schätzpreis EUR200 - 300
    Einzeltasche der Khorassan-Kurden. Die Vorderseite mit dem charakteristischen Rautengittermuster, in dem kreuzförmige Rauten auf unterschiedlich farbigem Grund liegen, ist in Sumakh-Technik gewebt, die Rückseite ein roter Kelim. Eine feine, sorgfältige Arbeit, graphisch prägnant und mit schönen Farben. Stanzer hat ein fast identisches Exemplar abgebildet. - Sehr guter Zustand.

    Vergleich:
    STANZER, WILFRIED, Kordi. Leben. Knüpfen. Weben der Kurden Khorasans. Kollektion Adil Besim. Wien 1988, Abb. S. 205 unten

    • Lot4
    • HerkunftNordwestpersien, Aserbaidschan
    • Abmessungen37 x 87 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR200 - 300
    Seitenteil einer kleinformatigen Mafrasch der Khamseh-Schahsavanen, gewebt in Sumakh-Technik. Das Muster besteht aus drei breiten Querstreifen, im oberen und unteren Syrga-Motive (vermutlich abstrahierte Vogeldarstellungen), im mittleren stammestypische Kreuze. - Guter Zustand.

    Vergleich:
    WERTIME, JOHN T., Sumak Bags of Northwest Persia & Transcaucasia. London 1998, Nr. 12 *** HOUSEGO, JENNY, Tribal Rugs. An introduction to the Weavings of the tribes of Iran. London 1978, Tf. 33

    • Lot5
    • HerkunftZentralasien, Südwest-Usbekistan
    • Abmessungen160 x 149 cm
    • AlterEnde 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR3.000 - 4.000
    Die Lakai-Nomaden waren ein usbekisches Reitervolk und schmückten ihre Pferde bei besonderen Anlässen mit prächtigen Schabracken. Bei dieser bildschönen Pferdedecke liegen die leuchtend bunten Feld- und Bordürenmotive auf einem Grund aus schwarzem Wollfilz. Die drei großen Botehs im Innenfeld, umringt von kleinen Botehs, und die zoomorph anmutenden Bordürenornamente sind in Kettenstich-Technik aus Wollgarn gearbeitet. Die äußere Zusatzborte ist eine Seidenstickerei in feiner Petit-Point-Technik. - Guter Zustand.

    Vergleich:
    KALTER, JOHANNES & PALALOI, MARGARETA, Usbekistan. Erben der Seidenstraße. Stuttgart 1995, Nr. 319 *** RIPPON BOSWELL, A 77, Sammlung Kossow, 26. März 2011, Lot 98 *** FITZ GIBBON, KATE / HALE, ANDREW, Uzbek Embroidery. In the Nomadic Tradition. The Jack A. and Aviva Robinson Collection at the Minneapolis Institute of Arts. Minneapolis 2007, TF. S. 81

    • Lot6
    • HerkunftSüdostkaukasus, Region Moghan
    • Abmessungen40 x 112 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR2.400 - 3.000
    Die großen "Mafrasch" genannten Flachgewebe mit vier Seiten und Kelimboden wurden von den Schahsavan-Nomaden wie Container zur Aufbewahrung von Gegenständen verwendet, aber auch als Transporttaschen während der jährlichen Wanderungen zu den Sommerweiden. Alte Fotografien zeigen Kamele, die mit Mafrasch-Containern hoch bepackt sind. Mafrasch' ohne obere Verschlußklappen, wie das vorliegende, in feiner Sumakh-Technik gewebte Exemplar, werden meistens den Moghan-Schahsavanen zugeschrieben. Das Querstreifen-Muster mit einer tiefblauen, mittleren Bahn, in der große Hakenrauten liegen, und zwei schmaleren, weißen Bahnen, die Kreuzmotive enthalten, ist umlaufend konzipiert. - Sehr gut erhalten.

    Vergleich:
    TANAVOLI, PARVIZ, Shahsavan. Flachgewebe aus dem Iran. Herford 1985, Nr. 46 *** AZADI, SIAWOSCH & ANDREWS, PETER, Mafrash. Gewebte Transporttaschen als textile Bilder des Orients-Arbeiten der Schahsavan und anderer Stämme Persiens. Berlin-München 1985, Abb. S. 109

    • Lot7
    • HerkunftSüdkaukasus, Region Karabagh
    • Abmessungen302 x 123 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.200 - 1.600
    Das prägnante Feldmuster aus Riesenpalmetten und dazwischenliegenden Kartuschen, gezeichnet im charakteristischen Lenkoran-Stil, ist von älteren kaukasischen Seidenstickereien abgeleitet. Es kommt nicht nur bei Teppichen aus Lenkoran vor, sondern war auch im Karabagh-Gebiet und in Nordwest-Persien verbreitet. Nach seiner relativ lockeren Knüpfstruktur mit schwarzbraunen Schüssen und der sehr schmalen Hauptbordüre mit Sternen, stammt dieses Exemplar aus dem Karabagh-Gebiet. - Flachgewebte Schirazi teils erneuert, beide Enden minimal reduziert, leichte Gebrauchsspuren, Braunkorrosion.

    Vergleich:
    BENARDOUT, RAYMOND, Caucasian Rugs. London 1978, Abb. S.62 und 63

    • Lot8
    • HerkunftSüdostanatolien
    • Abmessungen343 x 152 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.750 - 2.300
    Der zweibahnige Kelim entstand bei einer turkmenischen Stammesgruppe, die in Kilikien, nahe der syrischen Grenze lebte. Zur Entstehungszeit gehörte das heutige syrische Staatsgebiet zum Osmanischen Reich und die Nomaden konnten frei umherziehen. Früher tauchten solche fein gewebten, weißgrundigen Kelims mit einem Feldmuster aus Querbalken häufig auf dem Bazar in Aleppo auf. Das Vakiflar Museum Istanbul bewahrt ein anderes Exemplar der spezifischen Gruppe (Inv.Nr. 19). - Sehr guter Zustand.

    Vergleich:
    BALPINAR, BELKIS & HIRSCH, UDO, Flachgewebe des Vakiflar-Museums Istanbul. Wesel 1982, Tf. 50

    • Lot9
    • HerkunftNordwestpersien, Aserbaidschan
    • Abmessungen375 x 149 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.500
    Seltener Knüpfteppich der Schahsavanen mit Wollgrundgewebe und roten Schüssen. Im roten Feld liegen fünf oktogonale Medaillons in Grün und Dunkelblau, die ein prägnantes, alternierend weißes und rotes Sternmotiv einschließen, das mit einem Sternenkranz um eine zentrale Rosette gefüllt ist. Vier gelbe Dreiecke rahmen jede der Großformen ein, wodurch die gesamte Einheit ein kastenförmiges Aussehen erhält. In der weißgrundigen Bordüre sind große Rosetten aufgereiht. Thompson hat in "Carpet Magic" einen anderen Teppich der Gruppe publiziert. - Gebrauchs- und Altersspuren, Seiten neu umwickelt. Links hatte der Teppich an drei Stellen weit ins Feld hineinreichende Trittfalten. Diese wurden geschnitten und wieder zusammengenäht, wobei kleine Teile der ursprünglichen Länge verloren gingen.

    Vergleich:
    THOMPSON, JON, Carpet Magic. The art of carpets from the tents, cottages and workshops of Asia. London 1983, Abb. S. 79

    • Lot10
    • HerkunftOstkaukasus
    • Abmessungen282 x 188 cm
    • Alter2. H. 19. Jh.
    • Schätzpreis EUR1.800 - 2.500
    Im roten Feld drei riesige, weiß umrahmte Kartuschen, denen kleinere, analoge Formen einbeschrieben sind. Die vom Hauptmuster freigelassenen Feldpartien sind dicht mit Oktogonen, Hakenrauten, Rosetten, Kastenmotiven und kleinen Schmuckornamenten bedeckt. - Leichte Altersspuren, kleinere Restaurationen, insgesamt guter Zustand.

    Vergleich:
    BORALEVI, ALBERTO, Sumakh. Flat-Woven carpets of the Caucasus. Florenz 1986, Nr. 10 *** WILLBORG, PETER, & ALBERTSON, INGEMAR, Woven Magic. A Book About Kilims. Stockholm 1992, Nr. 48